Klingelingeling

Leben 540 – Donnerstag, 31.12.09

Wer bloggt, der möchte schreiben. Der muss schreiben. Dazu muss man allerdings was zum Schreiben haben. Nicht jeden Tag hat man was zum Schreiben. (Du merkst, heute habe ich nichts zum Schreiben.)

Es ist nicht jeden Tag so, etwa wie gestern, dass man voller Hochspannung satellitengenau auf sein Dingenskirchen wartet, um dann zu erfahren, dass es sich nur um Kekse gehandelt hat, die hochpräzise „ausgerollt“ wurden. Um dann ein ganz schlechtes Gewissen zu bekommen, wenn man erfährt, dass der soeben gegessene Keks eigentlich jemand anderers Wasserkocher ist.

Nein, nicht jeden Tag hat das Schicksal so eine Story auf Lager. Eine Story, die einem die fehlende Phantasie durch skurrile Wirklichkeit ersetzt. Die man nur noch in Worte fassen muss.

Heute ist nicht so ein Tag. Nichts passiert. Oder findet Gnade vor dem Auswahlprozess des Schreiberlings.

Es klingelt. Nein, nicht an der Haustür. Die bringen mein Dingenskirchen heute noch nicht.

Es ist das Telefon. Am Apparat mein Kunde-wirbt-Kunde-Werber. Ihn habe ich gestern Abend nicht mehr persönlich erreicht. Nur um Rückruf gebeten. Was er hiermit nun tut.

Er will mir was erzählen, doch ich bremse ihn. Erst müsse ich ihm etwas zum Besten geben. Und erzähle ihm die Story des gestrigen Tages.

Lachen am anderen Ende als ich fertig bin. Dass wäre doch nicht so schlimm, wenn ich jetzt seine Kekse esse. Aber nun müsse er mir jetzt auch was erzählen.

Gestern Abend habe es bei ihm an der Haustür geklingelt. Ob er der sei, der an der Klingel stehe, sei er gefragt worden. Das habe er natürlich bejaht, und dann habe ihm der des Klingellesens mächtige Mensch ein Paket in die Hand gedrückt.

Er habe es mit in die Wohnung genommen. Und dann gar nicht weiter aufgemacht, weil er durch ein Telefonat gestört worden sei. Jetzt gerade, nachdem er zum zweiten Mal drüber gestolpert sei, habe er das Paket endlich geöffnet. Und deshalb rufe er nun an. Weil, er habe gar nicht mehr daran gedacht, dass wir seinerzeit darüber gesprochen hätten, genau, in dem Paket sei jetzt der besagte Wasserkocher!

„?!§$%&()@€#+*“ geht es mir durch den Kopf!

Okay. Also der Kunde-wirbt-Kunde-Werber bekommt doch sein Werbegeschenk. Ich bekomme hoffentlich demnächst mein Dingenskirchen. Und dann bliebe nur zu klären, warum ich satellitengenaue Kekse bekommen habe. Die Erklärung hatte ich ja schon gestern parat, aber aus unerfindlichen Gründen war ich dann doch zu unrecht unsicher geworden: „Das bekommen alle Neukunden!“ Sag ich mal so…

© Ulf Runge, 2009

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Milou sagt:

    Lieber Ulf,
    wer bloggt, der muß schreiben, das ist wahr. Deshalb blogge ich immer noch. Immer wieder. Immer wieder neu … Ohne Schreiben (oder Bloggen?) kann ich nicht leben.
    Ich wünsche Dir einen guten Start in 2010 und für das neue Jahr Gesundheit und ganz viel Freude in Deinem Leben – und beim Bloggen. Und immer was zum Schreiben … 😉
    Liebe Grüße
    Ellen

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  2. Ulf Runge sagt:

    Liebe Ellen,

    danke für Deinen Besuch und Deine mitwissenden Worte 🙂

    Bei Dir komme ich leider nicht immer schnell genug nach mit dem Aktualisieren der Links 🙂

    Dir ebenfalls ein gutes Neues Jahr und ebenso liebe Wünsche für Gesundheit und Freude, vor allem beim Bloggen…

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  3. Milou sagt:

    Lieber Ulf,
    Du mußt keinen neuen Link setzen, Du hast doch schon meine Seelenzeit verlinkt. Und von da aus kommt man auch auf mein Blog! 🙂
    Das Verlinken ist auch nicht das Wichtige, sondern daß ich immer wieder und immer weiter blogge … 😉
    Liebe Grüße
    Ellen

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  4. Ulf Runge sagt:

    Liebe Ellen,

    Seelenzeit ist Dein ruhender Pol!
    Und dann gibt es immer wieder neue Ideen, oder?

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  5. Milou sagt:

    Lieber Ulf,
    so könnte man es sagen. Seelenzeit sind meine Grußkarten, die ich liebe, meine (eigenen) Bücher und das beides ist mein ruhender Pol. So eine Beständigkeit.
    Und das Bloggen ist ein Hin und Her, ein Auf und Ab, wie meine Seele. 🙂
    Liebe Grüße
    Ellen

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  6. Ulf Runge sagt:

    hauptsache der docht der neugierde brennt… 🙂

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