Ich bring‘ Dich um!

Leben 517 – Donnerstag, 12.11.09

 

„Ich bring‘ Dich um!“

Während sie auf dem Festnetz telefoniert, macht es Pieps auf Ihrem Handy, eine SMS trifft ein: „Ich bring‘ Dich um!“

Warum sie denn nicht weiterrede, fragt ihr Gesprächspartner am anderen Ende ihres Festnetztelefonates, sichtlich irritiert, warum sie auf einmal pausiert.

„Ich bring Dich um!“ liest sie deutlich vernehmbar die Schreckens-SMS vor. Die Ohren am anderen Ende ihres Festnetztelefonates sind nun noch mehr verwirrt. „Was meinen Sie damit?“ fragt er.

Sie: „Mein Mann hat mir eine SMS geschickt! Er will mich umbringen!“

Der am anderen Ende: „Ihr Mann will Sie umbringen? Etwa, weil wir gerade miteinander telefonieren? Weil Sie mir gerade dieses Angebot gemacht haben?“

„Ich bleib‘ dabei, ich bereu‘ es nicht. Mein Angebot steht!“ sagt sie mit entschlossener Stimme.

Sichtlich amüsiert lacht ihr Gesprächspartner. Nimmt die im Raum stehende Drohung recht locker.

„Sie haben die zwei Karten sicher! Bringen Sie Ihren Mann mit. Der hört ja offensichtlich auch SWR1. Sonst hätte er sich ja nicht so schnell gemeldet. Ich finde, es ist wirklich eine originelle Idee, Karten für unsere Hitparadenparty zu  ergattern, indem Sie uns Ihren Mann für einen Tanzauftritt auf der Bühne anbieten!“

Schnitt.

Ich hatte diese unterhaltsame Begebenheit aus den jüngsten Hitparadentagen schon ganz weit verdrängt, als jetzt auf einmal „Sie“ aufgerufen wird. Auf die Bühne. Ob denn ihr Mann wohl auch dabei sei. Der mit der Todes-SMS. Ja, er ist da. Sie kommen beide auf die Bühne.

Er beteuert, jetzt auch wirklich tanzen zu wollen. Er habe geübt. Und da passiert eine „nicht zu verzeihende“ Panne. Die Band ist nicht auf der Bühne und auch kein DJ, der die Musiktechnik bedienen könnte. Der einzige, dem dies zugetraut wird, Bob Murawka, der sitzt hinter Bühne, man vermutet futternderweise. Und ohne Musik kein Tanz.

Die Situation verläuft sich irgendwie. Sie und Er treten hinter die Bühne und bis die Live-Band wieder auftritt, ist irgendwie für diese Show-Einlage die Luft raus. Schade. Aber mal ehrlich, ob wir wirklich was versäumt haben?

Ich hätte so gerne Mäuschen gespielt bei den beiden, als er nach ihrem verhängnisvollen Radiotelefonat nach Hause kam…

Ja, die einen singen „mit ohne“ Stimme auf grässlichste Weise über den Äther die schönsten Songs kaputt, um an Karten zu kommen. Andere wiederum dichten sich reimenderweise auf das Event-Schiff, lach. Und wer selber nichts zu bieten hat, da muss dann schon mal der Partner als Tanzbär herhalten.

© Ulf Runge, 2009

9 Kommentare Gib deinen ab

  1. Christa sagt:

    Hast du mich jetzt erschreckt 😦

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  2. Christa sagt:

    Enschuldige bitte Ulf. Es soll heißen:

    Hab‘ ich mich jetzt erschrocken.

    Manchmal klappt’s halt doch nicht so ganz mit der perfekten Kommunikation. 😉

    Gruß Christa

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  3. Elisabeth sagt:

    Lieber Ulf,
    *lach* was tun Menschen nicht alles, nur um an Gratiskarten etc. ranzukommen… unglaublich viel… Unglaubliches zum Teil… 😉
    Allerliebste Montagsgrüße von Elisabeth

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  4. Mo sagt:

    Lieber Ulf,
    nichts habe ich verstanden,
    absolut nichts.
    Könnte es sein, dass dieser Post nicht für jeden Leser (Leserin) bestimmt ist?

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  5. Ulf Runge sagt:

    Liebe Christa,

    doch, doch, ich wollte Dich erschrecken.
    Und dass Du Dich erschrocken hast ist nur zu logisch, oder?

    Aber Du hast recht: Alles, was Du empfindest, das tust Du Dir an.
    Auch wenn es die anderen sind, die für die „Reize“ sorgen, die dann zu Wahrnehmungen werden.

    Sag, was ist Dein Lieblingssender? lach!

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  6. Ulf Runge sagt:

    Liebe Elisabeth,

    für eine SWR1-RP-Event-Karte tun SWR1-RP-HörerInnen ALLES, WIRKLICH ALLES…

    Mein Vater hat früher gemeint, als in der BRD nur öffentlich-rechtlichen Rundfunk gab, dass Radio Luxemburg (mit Camillo Felgen und Frank Elstner) eine Droge fürs Volk sei.

    In diesem Sinne ist SWR1-RP für die Grufti-Generation ebenfalls eine unverzichtbare Droge…

    Liebe Grüße,
    Ulf

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  7. Ulf Runge sagt:

    Liebe Mo,

    mein Lieblingssender SWR1-RP hat dieser Tage mehrere Tage lang non-stop eine Hitparade der 1000 beliebstesten Titel durchgeführt. Und für den Abschluss einen Event auf einem Superschiff auf dem Rhein durchgeführt. Und für diesen Event konnte man sich auf unterschiedlichste Art und Weise bewerben: Z.B. indem man den eigenen Mann als Akteur auf der Bühne anbot.

    Mit der Bitte um Nachsicht, Ulf

    P.S: Wenn Du auch SWR1-süchtig werden willst: Gibst es auch über das Internet: http://www.swr1.de/rp

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  8. Mo sagt:

    Lieber Ulf,
    Nachsicht? Hat Nachsicht nicht auch etwas mit Vorsicht zu tun?
    Wie dem auch sei lieber Ulf, ich möchte nicht süchtig werden. 😉

    LG – Mo

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  9. Ulf Runge sagt:

    Nachsicht, Rücksicht, Vorsicht, Einsicht, Umsicht.

    Alles Absücht!

    LG, Ulf

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