Wie man ganz sicher zu Geld kommt

am
Leben 501 – Samstag, 10.10.09

Vorbemerkung 1:

Angesichts der Tatsache, dass gestern verkündet worden ist, wer dieses Jahr den Friedensnobelpreis bekommt, ist das womöglich ein nicht ganz passender Augenblick, das Thema auf einen neuen Rüstungswettlauf zu lenken. Aber die Wirklichkeit ist erbarmungslos und nimmt keinerlei Rücksichten.

Vorbemerkung 2:

Es soll hier nicht die Rede davon sein, wie man mit Sicherheit glücklich wird. Das ist ja nach meiner Ansicht erst einmal keine Frage des Geldes, sondern hängt vornehmlich von der persönlichen Einstellung zum Leben ab.

Jetzt aber:

Also, wie man ganz sicher zu Geld kommt? Ganz einfach. Falschgeld drucken. Und unter die Leute bringen.

Oder…

Da gehe ich heute zu meinem Änderungsschneider, reiche ihm zum Bezahlen einen Zwanzigeuroschein, einen Schein, den ich fünf Minuten zuvor aus einem Bankautomaten entnommen habe. Er lächelt mich verschmitzt an, nimmt einen Kugelschreiber und malt zu meiner Verwunderung auf dem Wasserzeichen herum. Ohne dass der Kugelschreiber Spuren hinterlassen hätte. Mein Gegenüber drückt mir 5 Euro Wechselgeld in Hand und überreicht mir das reparierte Kleidungsstück.

Da sei gerade viel Falschgeld unterwegs, sagt er. Zwanzigeuroscheine und Fünfzigeuroscheine. Und dieser Stift hier, der sei ein wahres Wunder. Sein Bekannter, der Tankstellenbesitzer, habe alleine in der vergangenen Woche damit vier gefälschte Scheine entdeckt.

Am besten sei es, wenn ich gleich zum Schreibwarengeschäft am Ende der Fußgängerzone gehe. Die hätten genau diesen Stift.

Ich bedanke und verabschiede mich, und denke mir, es kann ja nichts schaden, mal bei dem Schreibwarenhändler nachzufragen.

Auf dem Weg dorthin stelle ich fest, dass es mich eigentlich bisher noch nie interessiert hat, ob ich Falschgeld habe. Weil ich immer davon ausgegangen bin, nur echtes in Händen zu halten. So hat etwa eines dieser Ultraviolett-Geräte bei mir noch nie angeschlagen.

Mal angenommen, ich hätte so einen Stift, und würde meine eigenen Geldscheine überprüfen. Und es wären falsche dabei. Das wäre doch ziemlich blöd. Eigentlich würde ich es gar nicht wissen wollen…

Ich betrete den Laden und frage die Verkäuferin, ob sie denn so einen „MoneyChecker“ habe. Hm, mit bedauerndem Gesichtsausdruck meint sie, dass sie den letzten vor ´ner halben Stunde verkauft habe. Nächste Woche würden wohl neue kommen…

Ein Land rüstet auf. Ich stelle mir vor, dass wir demnächst alle den MoneyChecker dabei haben werden. Im Supermarkt, beim Geldautomaten (lach), beim Glühweinstand auf dem Weihnachstmarkt. Und Falschgeld wird keine Chance mehr haben.

Derweil werden sich die Erfinder und Produzenten von dem MoneyChecker eine goldene Nase verdient haben. Frei nach dem Motto: Wenn es kein Falschgeld gäbe, müsste man es erfinden.

Ähnliche Phänomene kennen wir ja schon von Radarfallen und ihren illegalen Gegnern. Sowie von Computerviren und dem umfänglichen Angebot an Virenscannern und ihren Geschwistern aus dem Umfeld von Würmern und Spähern.

Jetzt muss ich nur noch über dieses Wochenende rüber kommen. Montag, ja Montag, da kauf ich mir den MoneyChecker…

Sag bitte nicht, dass Du den schon hast…

© Ulf Runge, 2009

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Bredenberg sagt:

    Wie komme ich in diesem Zusammenhang auf Schweinegrippe?

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  2. Ulf Runge sagt:

    Lieber Bredenberg,

    ich würde mal sagen, durch logisches Schließen! 🙂

    Liebe Grüße,
    Ulf

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