aus Liebe zur Sache

am
Leben 481 – Sonntag, 30.08.09


Wer nicht aus Liebe zur Sache arbeitet,
sondern nur um des Geldes willen,
bekommt weder Geld noch Glück

Charles Michael Schwab

Das ist ein wahrer Sinnspruch! Den kann ich nur unterstützen.

Was heißt denn aber „Liebe zur Sache“? Für mich heißt das, eine Aufgabe, eine Dienstleistung, ein Produkt so gut lösen, durchführen, erstellen, als sei ich selbst der Auftraggeber, der Nutznießer, Kunde. Das heißt mich ferner, darüber nachdenken, ob ich überhaupt etwas Sinnvolles mache. Und wenn ich den Sinn entdecke, mich dann zu fragen, wie ich an die Aufgabe herangehe. Ob ich bereit bin, andere um Rat zu fragen, um nicht nur meine Sicht auf die Dinge zu haben. Ob ich mit Muße, Konzentration, ja sogar mit Leidenschaft bei der Sache bin. Ob ich mir bei der Arbeit Gedanken darüber mache, wie sich „mein Kunde“ wohl fühlen wird, ob er sich wohlfühlen wird, wenn er meine Arbeitsergebnis „in Händen hält“. Und selbst wenn ich es mit einem „undankbaren Kunden“ zu tun hätte, dass ich mir darüber klar bin, mein Bestes gegeben zu haben.

Es wird sich herumsprechen, wenn ich anspruchsvoll bin bei dem, was ich tue. „Mein Kunde“ wird mir womöglich noch mehr Arbeit geben. Oder mich weiterempfehlen. Und das, was ich aus Liebe zur Sache tue, wird zu einer Expertise führen, nicht zu verwechseln mit Routine, die noch bessere Arbeitsergebnisse zulässt. Oder besser: zwangsläufig zur Folge hat.

Also: Ich wachse mit der Qualität, die ich abzuliefern bereit bin. Die Quantität der Aufgaben wird dadurch ebenfalls zunehmen. Zunächst für mich. Und wenn es mir zuviel wird, wird mein Team davon profitieren.

Noch etwas stringenter: Ambitioniertes Arbeitsergebnis macht Kunden glücklich. Der zahlt gerne dafür und kommt wieder.

So: Damit wäre die linke Gehirnhälfte bedient. Die Kausalkette vom guten Wirken bis zum Wohlstand aufgebaut.

Schauen wir uns das Thema aber noch einmal mit gefühlvollen Augen an:

Wenn ich mich in der Arbeit verliere, was nichts mit Träumen zu haben muss, aber bisweilen auch sein darf, wenn ich ganz versunken bin in eine zu lösende Aufgabenstellung, dann bin ich ganz im Problem, und das Problem ist ganz in mir.

Das ist ein ganz besonderer Zustand.

Ich grüble, habe wahnsinnig kreative Gedanken, prüfe sie, verwerfe sie, verliere mich mit meinen Gedanken in meinem Leben, im Gestern, im Morgen, und da ist sie dann, die zündende Idee, und dann geht es ganz schnell, ich bin hellwach, und mit großen Eifer werden das Problem und ich zu einer Lösung.

Wie hat das Gorbatschow so unvergesslich – sinngemäß – gesagt: „Ich möchte lieber Teil einer Lösung sein anstatt Teil eines Problems“. Ich weiß nicht, wie sich ein Raketenstart zum Mond oder zum Mars anfühlt, aber ich glaube, dieses Gefühl, wenn eine Springflut zielführender Handlungen über einen kommt, das ist wie so ein Raketenstart. Und danach schwebst Du auf Wolke sieben. Bist glücklich. Fühlst Dich unbeschreiblich reich.

Ich wünsche Dir, dass Du so viel Gründe wie möglich für Dich entdeckst, Deine Arbeit gerne zu machen. Und nicht nur so gut wie es Dir möglich erscheint, sondern mindestens so gut wie von Deinen Auftraggebern erhofft und erwartet.

© Ulf Runge, 2009

Ich bedanke mich beim Bellaprint-Verlag , Hinterbrühl, Österreich, für die freundliche Genehmigung, den Sinnspruch des Original-Leitspruch-Wochenkalenders als Thema für Beiträge in meinem Blog verwenden zu dürfen. Der Original-Leitspruch-Kalender wird in Deutschland vertrieben von der Impuls-Kalender GmbH.

14 Kommentare Gib deinen ab

  1. Lieber Ulf,
    leider kann man nicht immer den Job machen, in den man sich ganz hineinknien kann, der einen letztendlich glücklich macht. Ich mußte einen Job wirklich annehmen, weil das Geld vorne und hinten fehlt. Dazu war der Job auch noch schlecht bezahlt. Ich bekam wirklich nicht Glück und nicht Geld, sozusagen. Er hat mich seelisch überfordert und körperlich krank gemacht. Und ich bin dankbar, daß „Frau Bandscheibe“ mich auf den OP-Tisch gebracht hat und ich endlich diesem Job Adieu sagen konnte, mit gutem Gewissen. Nun fühle ich mich glücklich. Aber leider auch vorerst, momentan, ohne Geld … Geld macht nicht glücklich, aber wenn es nicht mal für alle wichtigen Verpflichtungen und Dinge reicht, dann ist es schwer, glücklich zu sein. Ich übe mich dennoch darin, denn wenn ich in mir drin glücklich bin, in meiner Seele, mich spüre, dann habe ich Hoffnung, daß auch das Außenrum irgendwann gut wird. Bißchen verwirrend, sorry.
    Liebe Grüße
    Ellen

    Gefällt mir

  2. Ulf Runge sagt:

    Liebe Ellen,
    jetzt kommst Du vorbei und führst meine schönen Worte ad absurdum, weil die Wirklichkeit anders aussieht… Wie recht Du hast, mit Deiner Erfahrungswelt….

    Eins ist, hoffe ich, rüber gekommen:
    Wenn Du eine Arbeit hast, einen Job, dann versuche, ihn anzunehmen.
    Ihn als Teil von Dir zu verstehen.
    Du gibst Dich, Du gibst das Arbeitsergebnis als einen Teil von Dir her…

    Liebe Grüße,
    Ulf

    Gefällt mir

  3. Lieber Ulf,
    ja, natürlich kam das rüber! 🙂
    Ich gab auch alles, sogar meine Gesundheit …
    Nein, im Ernst: Wer etwas mit Liebe und Hingabe tut, von ganzem Herzen, der ist „reich“ (innerlich!). Und glücklich. Auf meinen (ehemaligen) Job kann ich das nicht beziehen, sehr wohl aber auf meine sonstigen alltäglichen (Hausfrauen-)Pflichten und alles, was ich tue. Selbst das Bloggen … 🙂
    Liebe Grüße
    Ellen

    Gefällt mir

  4. Wally sagt:

    lieber Ulf

    Schon sehr kurios, wie voll treffend dieser Beitrag von dir zu meinen derzeitigen Gedanken passt 😉 . Ich bin nicht zufrieden in meinem Job und hadere dauernd mit mir, dass ich ihn um des Geldes willen ausführen muss, da keine andere Wahl. Sicherlich gibt es schlechtere Jobs als meinen, aber ich bin nicht mit dem Herzen dabei, das frustet. – Vielleicht hast du recht und ich sollte mich auf die Suche machen, um viele Gründe zu entdecken, die mir meinen Job vielleicht wenigstens ein bißchen schmackhafter machen würden.
    Danke für den Denkanstoß.

    Liebe Grüße
    von Wally

    Gefällt mir

  5. Ulf Runge sagt:

    Liebe Ellen,

    danke für Deine „versöhnliche“ Antwort.
    Die Kunst liegt darin, das Hässliche, das Gesundheitruinierende, das Schwierige, das Unangenehme, das Schmerzende positiv aufzunehmen: Es als Chance zu werten. Ich glaube bloß nicht, dass ich diese Kunst beherrsche.
    Wann immer das Schicksal vorbeikommt, muss ich mich selber daran erinnern, dass „alles seinen Sinn“ hat.

    Liebe Grüße,
    Ulf

    Gefällt mir

  6. Ulf Runge sagt:

    Liebe Wally,

    schön, dass Du an meinen Gedanken Anstoß nimmst, sie zum Anstoß nimmst, Gründe finden zu wollen, warum der Frust jetzt wichtig ist für Dich. Wie Du ihn überwinden kannst, ohne innerlich zu kündigen.

    Liebe Grüße,
    Ulf

    Gefällt mir

  7. Lieber Ulf,
    ich gehöre ja auch zu den Menschen (Bloggern?), die immer „predigen“, daß alles seinen Sinn hat. Ich kann mich dahingehend wahrlich üben … seufz. Und doch glaube ich noch immer daran. Immer wieder neu! Ich habe den Sinn in dem gekündigten Job dahingehend gesehen, daß ich a) meine Kraft überschätzt habe und b) wieder einmal zu feige war, zu mir zu stehen. Da mußte erst Frau Bandscheibe kommen und mich erlösen. SIE hatte also wahrlich somit ihren Sinn … 😉
    Liebe Grüße
    Ellen

    Gefällt mir

  8. Ulf Runge sagt:

    Liebe Ellen,

    ich habe vorhin wunderbare Worte gelesen.
    Sie erscheinen mir eine wunderbare Ergänzung zu diesem Thema zu sein:

    http://zentao.wordpress.com/worte-grosser-spiritueller-lehrer/

    Liebe Grüße,
    Ulf

    Gefällt mir

  9. Barbara Hesse sagt:

    Lieber Ulf,
    ich kam hier wegen “ Lila “ vorbei , ich sehe oft und am liebsten Blau ( den Himmel, den Ozean, in Augen … ) und sende dir zum Sonntag Zeilen des vonmir so verehrten Khalil Gibran :

    “ Ein Mann sprach zu einem anderen:

    Vor langer Zeit schrieb ich mit der Spitze meines Stabs
    eine Zeile in den Sand – als die Flut kam;
    und die Menschen bleiben immer noch stehen,
    um die Worte zu lesen, und sie achten darauf,
    daß sie nicht verwischt werden.

    Und der andere Mann sprach:
    Auch ich schrieb eine Zeile in den Sand,
    doch zur Zeit der Ebbe; und eine Woge der rauhen See
    spülte sie fort. Aber sage mir, was hast Du geschrieben?

    Und der erste Mann antwortete, indem er sprach:
    Dies: Ich bin der, der ist. Und wie lauteten deine Worte?

    Der andere sprach:
    Ich schrieb Ich bin nur ein Tropfen dieses weiten Ozeans. “

    Gruss Barbara

    Gefällt mir

  10. Ulf Runge sagt:

    Liebe Barbara,

    danke für diese tiefsinnigen Verse.
    Ja, wir sind, was wir zu sein glauben.
    Und immer wieder gibt uns das Leben eine Chance zu neuer, weiterer Erkenntnis.
    Auf dass wir überdenken, was wir in den Sand schreiben…

    Liebe Grüße,
    Ulf

    Gefällt mir

  11. Maria H sagt:

    Lieber Ulf,

    ich mache meine Arbeit gerne. Und ich habe das Glück einen Arbeitgeber zu haben der mich auch mal wissen lässt, dass ich sie sehr gut mache. Die Anerkennung die ich erfahre lässt mich zur Hochform auflaufen.
    Motivation ist eben eine gute Antriebsfeder!
    Dein Beitrag hat mir das wieder bewusst gemacht. Danke!

    Liebe Grüße
    Maria

    Gefällt mir

    1. Ulf Runge sagt:

      Liebe Maria,

      das ist eine wunderbare Hommage an Deinen Arbeitgeber. Ich wünsche allen, dass sie ein vergleichbar wertschätzendes Umfeld haben.

      LG Ulf

      Gefällt mir

  12. Uta sagt:

    Lieber Ulf,

    mit diesem Beitrag hast Du mir aus dem Herzen und aus der Seele geschrieben. Ich darf dieses wundervolle Gefühl leben, seit ich meiner Berufung folge. Es fließt einfach, überwältigende Rückmeldungen von den Klienten, alles ist stimmig, harmonisch, gibt Sinn. Die Qualität bringt Empfehlungen und damit die Quantität mit.

    Menschen in Ihr Element zu begleiten, dort, wo sie genau so arbeiten, wie Du es beschreibst, erfüllt mich zutiefst mit Sinn und Freude. Das Schönste ist es, von Termin zu Termin den Energiegewinn und das Strahlen in den Augen mitzuerleben.

    Coaching ist meine Berufung, und ich bin der festen Überzeugung, dass es eine solche für jede(n) von uns gibt. Wenn wir uns entschließen, ihr zu folgen, gehen wir auf die Reise zu uns selbst. Und sind möglicherweise überrascht, was für einen tollen Menschen mit herausragenden Talenten und Fähigkeiten wir entdecken. Die Reise lohnt sich – immer!

    Herzlichst,

    Uta

    Gefällt mir

  13. Ulf Runge sagt:

    Liebe Uta,

    ich antworte Dir an dem Tag, an dem Steve Jobs verstorben ist. Ein Mensch, der für seine Umgebung wohl nicht „leicht“ war, der aber wusste, was er wollte. Der jeden ein DARUM auf seine WARUMs wusste.

    Das können wir von ihm, das können wir Dir lernen.

    Danke und liebe Grüße,
    Ulf

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s