??? Stöckchen – Sinn – Fehlendes – Ziel – Trinkwasser – Lotto – Frage

am
Leben 480 – Samstag, 29.08.09

Ich hab es immer wieder vor mir her geschoben, dieses Stöckchen. Weil die Fragen so absolut sind, weil man auf derartige Fragen am besten nur Antworten geben sollte, die ziemlich lange Bestand haben. Soll ich etwa zugeben, dass ich auf diese Fragen keine Antworten habe? Dass selbst eine Annäherung an eine Antwort mir nicht leicht fällt? Doch stopp! Ich bin ja schon mittendrin…

Astraryllis hat mir Anfang Juli ein Stöckchen von großem Tiefgang zugeworfen. Heute nun will ich’s wagen. Mir die Antworten „runterschreiben“, nicht lange fackeln, nicht bis morgen warten und dann noch mal qualitätssichern, nein, ich glaube, nachgedacht ist genug, jetzt ist es Zeit fürs Formulieren. (Ehrlich gesagt, ich hab es doch noch mal drei Tage liegen lassen, um es jetzt ein letztes Mal Korrektur zu lesen…)

Das aufzugreifende Stöckchen ist das ???-Stöckchen. Nicht zu verwechseln mit den „Drei Fragezeichen“, die wohl ins Genre Jugendunterhaltung fallen.

Die Regeln:

JedeR Beworfene überlegt sich drei Fragen, deren Antworten ihn von anderen interessieren. Wenn möglich sollten das keine Fragen sein, die Grundsatzdiskussionen auslösen, es soll ja Spaß machen! (Hm, diese Formulierung habe ich original so von Astraryllis übernommen. Das mit der Grundsatzdiskussion glaube ich nicht ganz, *lach*)

Diese Fragen beantwortet die/der StöckchenwerferIn zunächst selber und wirft den Drei?Stock dann an drei BloggerInnen weiter.

Leserantworten auf die gestellten Fragen per Kommentar sind natürlich ausdrücklich erwünscht!

Wer das Stöckchen zugeworfen bekommt, beantwortet die Fragen bitte erst als Kommentar beim Werfenden und überlegt sich dann selber auch drei Fragen für den eigenen Drei?Stock und wirft es wiederum an drei BloggerInnen weiter.

Und nun die Fragen von Astraryllis:

  1. Etwas sehr Schweres: Worin besteht für Euch selbst der Sinn Eures Lebens?
  2. Was fehlt Euch in Eurem Leben am meisten oder fehlt Euch eigentlich gar nichts?
  3. Welches persönliche Ziel strebt Ihr in Eurem Leben an?

Meine Antworten:

  1. Der Sinn des Lebens? Ich bin in einem nichtendenwollenden Such- und Findungsprozess. Es gibt aber ein paar Dinge, die bleiben. Etwa die Ehrfurcht von der Schöpfung. Vor der verschwenderischen Fruchtbarkeit der Natur. Die Erkenntnis, dass wir soooo klein sind im Universum. Nur ein Punkt auf dem unermesslichen Zeitstrahl von Gestern nach Morgen. Die Erkenntnis, dass wir, so klein wie wir sind, etwas bewegen können. Ein einzelner Mensch, einer von vielen Milliarden. Und doch eine Person, die andere Menschen dadurch glücklich machen kann, dass sie ihnen ihre Aufmerksamkeit schenkt, zuhört, zu verstehen versucht, Beistand gibt, bei der Suche nach Lösungen hilft. Mir helfen bei dieser Suche und diesem Finden vor allem die Bücher von Stephen R Covey „Die 7 Wege zur Effektivität“ und „Der 8. Weg“. Mir helfen dabei die vielen lieben Menschen, die im täglichen Leben um mich herum sind, und auch die lieben Menschen im Netz, die etwa hier meinen Blog besuchen und zum Leben erwecken.
    Ich glaube, dass wir die Verpflichtung haben, das beste von unseren Vorfahren, reflektiert an unseren Überzeugungen, an unsere Umwelt weiterzugeben, noch ein bisschen besser möglichst, was auch immer das sei. Hier zählt alleinig das Wollen.
  2. Was mir fehlt? Ich glaube, mir fehlt nichts. Ich habe Grund zu der Annahme, dass ich gesund bin. Eine etwas größere Wohnung, davon träume ich manchmal schon. Aber im Ernst. Ich gehöre zu den privilegierten Menschen mit mitteleuropäischem Lebensstandard. Ich kenne Krieg und Terror nur von Augenzeugen und aus dem Fernsehen. Ich lebe in einem Rechtsstaat, ich bin frei von Repressalien, ich darf frei entscheiden, was ich mit meinem Leben mache.
  3. Welches Ziel ich anstrebe? „Das Glück muss entlang des Weges gefunden werden“, oder kürzer: „Der Weg ist das Ziel!“ Anders als beim Marathon kann ich mir beim Lebensweg nicht vorstellen, durchs Ziel zu laufen und mich zu fragen: „Und was nun?“
    Statt dessen: Richtung gewinnen, auf dem Weg bleiben, den Kurs überprüfen, auf dem Weg bleiben. Mitnehmen, wer mag.

Meine drei Fragen:

  1. Ich habe jüngst in der „ZEIT“ gelesen, dass wir durch den Import z.B. von Kaffee den Einheimischen in Übersee das Trinkwasser wegnehmen. Meine Frage: Hast Du eine ganz persönliche Strategie, um aus dem Spannungsfeld „Kaufboykott von Überseelebensmitteln“ und „Schaffen von Existenzgrundlagen in Übersee“ herauszukommen?
    Ich für mich habe entschieden, dass ich bei Obst und Gemüse nichts ändern werde. Ob es allerdings ein italienisches oder – wie jüngst getrunken – ein griechisches Mineralwasser sein muss, das aus übertriebener Authentizität hier in Deutschland im Restaurant angeboten wird, das werde ich sicherlich auf den Prüfstand stellen.
    Wenn ich einen Kaffee aus Übersee trinke, eine Papaya aus Taiwan anschneide, eine Melone aus Marokko genieße, dann werde ich mir zukünftig noch mehr zu eigen machen, dass es Menschen aus diesen Ländern waren, die Arbeit haben, weil ich kaufe. Bei Kaffee und Tee gibt es ja bereits Fair-Trade. Einer Melone sehe ich die Arbeits- und Lebensbedingungen der einheimischen Bevölkerung nicht an. Was kann man da verbessern?
  2. Was würdest Du mit einem 147 Millionen Euro Lottogewinn tun?
    Ich glaube, ich würde eine Berliner Mauer um mein Grundstück errichten, und all die „neuen Freunde“ rausschmeißen. Ich würde bedauern, dass meine alten Freunde nicht mehr kommen, weil sie es vermeiden wollen, den Eindruck zu erwecken, sie hätten es auf mein Geld abgesehen. Will sagen, ich glaube, es war eine gute Entscheidung, mit dem Lottospielen aufzuhören.
  3. Welche Frage würdest Du am liebsten an mich richten?
    Hm, wenn ich Du wäre, dann würde ich „mich“ mal fragen, warum ich so selten bei Dir vorbei komme. (Erwarte jetzt keine Antwort. Ich möchte ja bloß wissen, was Du mich fragen möchtest. Und vielleicht antworte ich ja *fettgrins*)

Ich gebe dieses ???-Stöckchen weiter an (Astraryllis möge mir die Verletzung der Spielregel verzeihen) alle, die hier lesen und kommentieren.

© Ulf Runge, 2009

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