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Archive for Mai 2008

Im Jahr der Ratte: Von Fischen, Schweinen und Hunden

21. Mai 2008 8 Kommentare

Leben 260 – Mittwoch, 21.05.08

Was dieser Beitrag mit dem chinesischen Kalender oder mit Ratten zu tun hat? Nichts. Einfach nichts. (Höchstens dass wir uns im Jahr der Ratte befinden…)

Ansonsten stimmt der Titel…

Ja, wir laufen wieder. Wir, das sind mein Hund und ich. Und worauf er, mein Hund, und ich, worauf wir beide stolz sind, ich muss ihn nicht an der Leine führen, und er mich auch nicht.

Und wenn wir jemandem begegnen oder von Autos, Mofas, Radfahren, Inlinern, anderen Joggern überholt werden, dann läuft mein Hund so brav und friedlich neben mir, dass es eine Freude ist.

So auch gestern. Wir waren bereits auf einem der Feldwege angekommen. Eine Frau und ein Mann standen auf einem abzweigenden Weg, dort, wo wir sowieso nicht lang wollten. Hatten drei Ein-Fisch-namens-Wanda-Kleinhunde bei sich. Egal, das war nicht unser Weg und so trollten wir uns davon.

Gute dreißig Minuten später, wir waren sozusagen auf dem Heimweg, joggten wir wieder zu genau dieser Stelle, die Frau und den Mann sah ich schon von ferne, sie waren inzwischen auf unseren Weg eingebogen (dafür hatten sie ja nun auch eine gute halbe Stunde Zeit gehabt…), nur die Hunde sah ich noch nicht, bedingt durch die hochgewachsenen Gräser am Wegesrand.

Mein Hund jagt keine Hasen (mehr). Wenn vor uns ein Reh steht und ich „Sitz“ sage, macht mein Hund „Sitz“. Er ist zwar keine Maschine, aber inzwischen gut erzogen und nun auch nicht mehr der Jüngste. Er bellt auch keine Wildenten an, wenn sie denn im Formationsflug abends über uns rüberschnattern. Das mal so nebenbei.

Wir nähern uns also dem Paar mit den noch nicht lokalisierten drei Hunden, da entdecke ich den ersten, in großer Entfernung von den beiden, sehr nahe zu uns. Dass einer von dreien braun war, konnte ich mich nun auch nicht mehr erinnern. Nur sein Hinterteil war auszumachen, und nen süßen Schwanz, man sagt bei Hunden ja Rute, hatte er. Sehr lang, sehr schlank, senkrecht runterhängend, und am Ende die Haare wegstehend wie bei einer dringend zu wechselnden Zahnbürste.

Der Feldweg ist hier ca. 2 Meter breit, mein Hund nicht angeleint, aber brav „auf Fuß“ folgend, das Herz bleibt mir stehen, ja, es ist irgendwann alles mal das erste Mal, und dann sind wir auch schon nonchalant am ersten Schwein vorbei, nach zwei weiteren Herzschlägen passieren wir das zweite Schwein, und dann die erwartete finale Herzattacke, als wir von den drei Kleinstbestien ausgebellt werden.

Ich habe meinem Hund dann anschließend erklärt, dass er soeben eine große Tat vollbracht habe, das seien Schweine gewesen, diese Tiere, die er so völlig ignoriert habe, die hätten wohl auch gerade einen Abendspaziergang gemacht, und als ich dann das Wort „Belohnung“ in den Mund nehme, spitzen sich seine Ohren, und sein Schritt wird schneller…

© Ulf Runge, 2008

Augsburg-Osnabrück

17. Mai 2008 4 Kommentare

Leben 259 – Sonntag, 18.05.08

Ich glaube, ich kann mit Fug und Recht (ach was für eine schöne Phrase, ich liebe sie) behaupten, dass ich schon ein genügsamer Mensch bin. Der nur selten über die Stränge schlägt. Das letzte Mal, will ich mal sagen, als die Eagles von SWR1/RP so oft gespielt wurden, dass ich diesen Sound selber „haben“ wollte. Jederzeit hören können. Und ich habe es nicht bereut. Ich berichtete darüber. Und habe es bis heute nicht bereut.

Wieder bin ich weichgeklopft worden. Vom SWR1. BAP. Die einen mögen BAP. Ich gehöre definitiv zu dieser Bevölkerungsgruppe. Andere wiederum nicht. Schade.

Die neue CD heißt „Radio Pandora“. Wer Pandora war, nämlich sozusagen die Eva der Griechen, und dann noch ziemlich böse, in ihrer Büchse zum Schluss nur noch die Hoffnung bewahrend, das steht dann auch auf Seite zwo der Libretti. Libretti?

Clevere Produktidee. Mach ein paar Songs, spiel sie akustisch (unplugged), spiel sie mit E-Gitarre und so (plugged), schon hast Du zwei CDs, die Du verkaufen kannst. Und beide CDs enthalten auch jeweils Titel, die auf der anderen nicht drauf sind. (Und wer noch richtige Ohren hat und einen Plattenspieler [was das ist, möge hier unbearbeitet bleiben]: Der kann das ganze auf drei Vinyl-LPs kaufen.) Geckige Produktvermarktung, kann ich nur sagen. Allen anderen wäre ich dafür böse. Nur BAP nicht. So sitze ich hier, höre die Unplugged-Version im Hintergrund plätschernd, werde sie mir am Montag früh mit dem Textbook reinziehen, wenn es wieder gen Frankfurt geht…
Und auf dem Rückweg die Plugged-Version…

Augsburg-Osnabrück. Ein „schönes“ Fernfahrerlied. Der Titel heißt eigentlich „Morje fröh doheim“.

Ohne den Text jetzt wirklich ausgelotet zu haben (es ist ja noch nicht Montag Morgen), kommen mir die Gedanken, dass wir in die große weite Welt gehen, um Geld zu verdienen, damit es unsere Lieben gut haben, und dann stellt sich immer wieder die Frage, bin ich genug zu Hause, um mich einzubringen daheim?

Ich stelle es mir sehr schwer vor, familienorientiert zu sein und als Fernfahrer durch die Lande, durch Europa zu fahren, Kilometer zu fressen. Nein, es ist kein Truckerthema, es ist Thema aller Berufstätigen, dass sie sich immer wieder fragen, wieviel darf ich mich in die Firma einbringen, ohne dass meine Lieben schaden nehmen?

Ein täglicher Konflikt. Vor allem, wenn keine Oma-/Opa-Situation gegeben ist. Wenn Krankheit in der Familie zuschlägt, während man auf der Arbeit vermeintlich unabkömmlich ist. So wünsche ich allen die richtige Entscheidung, die richtigen Prioritäten, sofern der ökonomische Zwang einem überhaupt die Wahl lässt.

(Natürlich habe ich jetzt doch noch den Liedtext zu Augsburg – Osnabrück gelesen. Tiefe Melancholie umfängt einen da. Und die Metapher mit dem Prinz auf dem weißen Pferd gegen Ende des Songs, die habe ich noch nicht verstanden, aber das muss jetzt auch nicht sein.)

Ich wünsche allen einen schönen Sonntag im Kreise ihrer Lieben.

P.S.: Nicht ganz passend. Aber was soll ich tun gegen Gedanken, die nun einmal hoch kommen: Da gab es dieses Fernfahrerlied von dem Jungen im Rollstuhl, der von einem Trucker durch das Viertel kutschiert wurde, Schmalz pur, dieses Lied, aber irgendwie schön, und vor 15 oder 20 Jahren war dieses Lied Pflicht in jedem Hörerwunschkonzert. Nur mal so…

© Ulf Runge, 2008

Stammkunde

15. Mai 2008 10 Kommentare

Stammkunde.

Leben 258 – Freitag, 16.05.08

Wenn „Nusshörnchen, der Herr?“ die Anrede ist, dann ist man, ja dann ist man… Stammkunde!

Wenn man, in hochgradiger Eile befindlich, den ZeitungsLottoKaffeemaschinenLaden betretend, angesprochen wird: „Läuft schon!“ und man weiß, dass der erste von zwei Espressi, dass der also schon läuft, und zwar 2go, nicht zum Hiertrinken, wenn einem beim einfahrenden Zug Mut gemacht wird, dass der zweite Espresso es auch noch rechtzeitig in den Becher hineinschaffen werde, dann, ja dann ist man… Stammkunde!

Wenn man nach drei Wochen Abstinenz auf dem Wochenmarkt gefragt wird, wo man denn gewesen sei, die vergangene Zeit, dann ist man, verlegen auf den Einkaufszettel guckend, „Karotten mit Grün dran“ sagend, dann, ja dann ist man Stammkunde.

Es ist schön, als Stammkunde wahrgenommen zu werden…

© Ulf Runge, 2008

Unbek. Teiln.

14. Mai 2008 16 Kommentare

Keine Wahlwiederholung!

Foto: © Ernst Rose / PIXELIO

Leben 257 – Donnerstag, 15.05.08

Du kennst das? Dieses Gefühl? Dann brauch ich ja nicht weiterschreiben und langweilen…

Welches Gefühl ich meine, willst Du wissen? Na, dieses Gefühl, dass der Mensch dem technischen Fortschritt hinterher hinkt…

1964: (Ja, es gibt noch Menschen, die damals schon lebten…)
Du sitzt auf dem Klo, das Telefon klingelt, Du versuchst schnell zu sein, bist definitiv zu langsam, tuut tuut tuut, am anderen Ende ist niemand mehr, es gibt kein anderes Ende…
Und diese Person ruft Dich auch nicht ein zweites Mal an, und Du hast kein ISDN-Leistungsmerkmal, das Dir hilft herauszufinden, wer denn bitteschön angerufen hat. Verwählenderweise. Oder auch nicht.

1990: (Und damit will ich nicht behaupten, dass es solange gebraucht hat, den Anrufbeantworter zu entwickeln, egal…)
Du sitzt auf dem Klo, das Telefon klingelt, Du lässt Dir Zeit, weil, Du weißt ja, gleich wird Deine Stimme, und da ist sie schon, Du erzählst irgendsoeinen Blödsinn, dass Du nicht zu Hause bist, was ja im Augenblick definitiv (da ist es schon zum zweiten Mal, dieses Wort) nicht stimmt, Du sitzt auf dem Klo, und nach Deiner Ansage hörst Du den Ton, den Du schon 26 Jahre zuvor gehört hast: tuut tuut tuut.

2008: (Ja, mein erstes Handy hatte ich 1999, aber ich verlege die Begebenheit mal auf heute, weil, sie spielt auch heute…)
Du sitzt auf dem Klo, hast geistesgegenwärtig das Handy mit aufs Klo genommen, wobei, auf dem Klo, da telefonierst Du nicht, aber Du hast es dabei, das Handy, also, das Telefonhandy klingelt, Du lässt Dir Zeit, weil, Du weißt ja, gleich wird der Anrufer Deine Mobilboxstimme vernehmen. Auf Deinem Display wird „Unbek. Teiln.“ erscheinen, was früher mal ein Indiz für „treuer Telekomkunde“ war, heute eher ein Zeichen von „IchsagDirmeineNummernicht“ ist. Ach ja, und natürlich wird die Person Dir auch nichts drauf sprechen. Kannst ja raten, wer Dich angerufen hat, soooo viele kann es ja von der Sorte nicht geben.

2020: Die Partei der Unbekannten Telefonierer übernimmt die Macht. Ihr Programm: Unbekannt!

© Ulf Runge, 2008

Folgen

Leben 256 – Dienstag, 13.05.08

Da war sie wieder. Unscheinbar. Blaß. Und sommersprossig. Kurzer Haarschnitt und Pippi-Langstrumpf-Zöpfe. Mehrmals waren wir uns schon begegnet. Zufällig. Hatten uns interessiert unterhalten. Angeregt. Waren ins Café gegangen. Auf einen Espresso, Cappuccino. Hörten uns zu. Schwiegen vertraut. Um dann einer jeweiligen Verpflichtung folgend, „Tschüs“ zu sagen. Leise hoffend, der Zufall möge sich wiederholen.

Keine Handynummer. Keine Email-Adresse. Nur auf den Zufall hoffend. Auf wieder ein gutes Gespräch. Auf wieder kostbare, gemeinsame Minuten.

Da war sie wieder. Wir seien nun fast schon Freunde. Meinte sie verschmitzt zu mir. Ob ich das nicht mal langsam meinen Eltern sagen wolle. Ich hätte keine Eltern mehr, sie wüsste doch. „Ja, ja, na klar!“ murmelte sie dann.

Steil ging es hinunter von den Gebäuden, riesige Treppen führten hinab. Wir hielten uns am Geländer fest, sicher ist sicher. Und dann sahen wir die anderen. Drüben bei den anderen Gebäuden. Die anderen ließen sich senkrecht durch die Luft gleiten, langsam wie Federbettfedern, um dann einem Jojo gleich, bloß viel, viel langsamer, zurück nach oben zu schweben, um schließlich die Bewegung nach unten zu wiederholen.

Die anderen, sie genossen diesen sonnigen Vormittag schwebenderweise, zeigten fröhlich-zufriedene Gesichter. Entschlossen blickten wir uns an, nahmen uns an der Hand, fest und locker zugleich, ließen das Geländer Geländer sein, schubsten uns von der Treppe weg, und siehe, es funktionierte, wir schwebten ebenso durch den Morgen, prallten sanft am Boden auf, um dann wieder nach oben zu tanzen.

Wer auch immer die Schwerkraft, vielleicht wegen Wartungsarbeiten am zentralen Sternensystem, nahezu völlig außer Kraft gesetzt hatte, außer Kraft gesetzte Schwerkraft bewirkend, dem konnte man nur dankbar für diese Sekunden der besonderen Erfahrung.

Und dann fragte ich mich, wenn ich mich heute Abend wieder hinlegen würde, ob es dann weiterginge mit diesem Schweben, ob die Wartungsarbeiten andauern würden, sozusagen eine Nachtbaustelle. Ob dieser Traum Folgen haben würde. Wenigstens noch eine einzige.

© Ulf Runge, 2008

Lesezeichen

11. Mai 2008 4 Kommentare

Leben 255 – Sonntag, 11.05.08

Ich betrete die Buchhandlung, weiß, was ich ungefähr will, lasse mich beraten, bin überwältigt von der Vielfalt der vorrätigen Bücher zu meinem Anliegen. Bonhoeffer, Dietrich Bonhoeffer soll es sein. Gedichte. Gebete.

Da war dieser Vierzeiler von ihm, bekannt von vielen Postkarten zu freudigen, ernsten und traurigen Anlässen, dieser Vierzeiler, den ich erst vor wenigen Tagen wahrgenommen hatte. (Es handelt sich hierbei um die letzte Strophe seines Gebetes Von guten Mächten. (Dieser Vierzeiler, den man anders versteht, wenn man die Biographie gelesen hat…)

Und nun hatte ich zwei Gebets- und Gedichtbücher von ihm in der Hand, und darüberhinaus eine Biographie dieses von mir als 20. Juli Menschen geschätzten Mannes.

Überglücklich, diesen für die kommenden Stunden und Tage für mich angemessenen Lesestoff in der Hand zu halten, trete ich an die Kasse. Viele Menschen vor mir.

„Darf ich Ihnen dieses schöne Lesezeichen mit einpacken?“ höre ich, und die Personen vor mir in der Schlange nicken, bekommen es eingepackt.

Ich bin an der Reihe. Ich bin freundlich, höflich, lächle. Zahle. Werde nicht gefragt, ob ich auch so ein Lesezeichen, ja da hinten liegen sie, nein, ich werde nicht gefragt.

Ich brauche so ein Lesezeichen auch gar nicht. Ich bin ja wegen der Bücher hier. Und gehe. (Denke noch ein bisschen an das entgangene Lesezeichen, nur ein bisschen, und dann gar nicht mehr.)

Tage später. Wieder betrete ich diese Buchhandlung. Will ein profaneres Buch kaufen. Ein spontanes Geschenk machen. Diesmal kein Bonhoeffer. Statt dessen „Simplify your life“.

Ich trete an die Kasse. Vor mir ein Herr, der von zwei Damen gleichzeitig „kassiert“ wird. Sie bieten ihm das Lesezeichen an. Genau dieses Lesezeichen, das mir vor wenigen Tagen verweigert wurde.

Er will es nicht. Er könne es ruhig annehmen, meint eine der beiden Damen, will ihn bewegen, dieses Lesezeichen sich doch bitteschön einpacken zu lassen. Das sei doch keine Bestechung. Grinst sie.

„Und wenn ich Testkäufer bin?“ grinst er verschmitzt zurück. Die Damen kichern laut. „Und wenn schon! Dann erst recht!“

Er nimmt kein Lesezeichen. Murmelt noch was von „Ich werde Sie in meinem Bericht erwähnen. Sie glauben immer noch nicht, dass ich Testkäufer bin?“ Und ist weg.

Die beiden Damen und ich, wir grinsen uns an. Sagen uns mit Blicken, dass der doch dieses schöne Lesezeichen, mit einer Schokoladentafel dran, ruhig hätte nehmen können. Jeder kennt doch irgendwie jemanden, dem man sowas schenken kann, wenn man es selber nicht braucht…

Statt nur eines Lesezeichens geben die beiden Damen mir – ausgleichende Gerechtigkeit! – zwei Schokoladentäfelchen mit Lesezeichen dran. Ich bedanke mich artig, höflich, lächelnd.

Murmle noch was von „Ich werde Sie in meinem Bericht erwähnen!“ Und entschwinde den überraschten Blicken der beiden Damen, die sich nun wohl doch fragen, ob oder wer hier Testkäufer ist…

© Ulf Runge, 2008

Danke

Leben 254 – Sonntag, 11.05.08

Liebe Leserinnen und Leser,
nein, eigentlich muss ich schreiben, liebe Freudinnen und Freunde,

danke, sage ich. Für die herzliche Anteilnahme. Es ist für uns alle ungewöhnlich, außerordentlich schwierig, mit dem Tod, dem Leid, der Trauer, mit etwas so Persönlichem, in der Öffentlichkeit umzugehen.

Wer anteil nimmt, braucht sich keine Gedanken machen, ob es denn nun die „richtigen“ Worte waren. Wer anteil nimmt, ist authentisch. Da stellt sich die Frage nach „richtig“ nicht.

Ich bin sehr angetan von so viel Mitgefühl. Danke.

Einiges aus den vergangenen Tagen werde ich wohl auch hier in Buchstaben gießen wollen. „Mein Schreibetagebuch: Leben“ wird um eine Facette reicher, wie selten zuvor habe ich gelernt, dass der Tod zum Leben gehört, dass es ein Leben nach dem Tode gibt, auf eine spirituelle, religiöse Art und Weise, die uns vor dem Tod keinen Erfahrungszugang gewährt.

Und auf eine andere Weise, nämlich dass wir im Herzen der Menschen weiterleben, die uns lieben.

© Ulf Runge, 2008

„Jetzt, wo es schön wird…“

6. Mai 2008 12 Kommentare

Leben 253 – Mittwoch, 07.05.08

„Jetzt, wo es schön wird…“

„Jetzt, wo es schön wird…“,

sagte sie,
meinte die Wärme der Frühlingssonne,
ihre strahlende Helligkeit,
meinte das Grün der Wiesen, die farbige Pracht der Blüten.

„Jetzt, wo es schön wird…“,

sagte sie,
dann betrat sie die Klinik,
um den Verlust ihrer körperlichen Kraft wissend,
auf die Stärke ihres Willens und ihrer Seele hoffend, vertrauend.

„Jetzt, wo es schön wird…“,

sagte sie.

So hoffen wir, dass es dort, wo sie jetzt ist,
dort im Reich der Seeligen,
und hier in unseren Herzen,
so schön ist für sie, wie sie diesen Frühling geliebt hätte.

© Ulf Runge, 2008

Lebenszeichen II

6. Mai 2008 2 Kommentare

Leben 252 – Mittwoch, 07.05.08

Eine Pause, länger als beabsichtigt, so schrieb ich am 21.04.08.
Eine weitere kam hinzu und wird de facto noch einige Tage andauern.

Außer den am 21.04.08 skizzierten Themen (nicht gelaufener Marathon, Teilnahme an einem Literaturwettbewerb, Poetry Slam in Heidelberg, Lesestoff ohne Ende, ein geniales Hörbuch, ein ganz besonderer Abend zur Stressbewältigung, Frühlingsstimmung, mich endlich mal wieder bei den Mitbloggern sehen lassen), weiteren wichtigen Anlässen (eine außergewöhnlich beeindruckende Konfirmation, das Einjährige dieses Blogs) ist noch wesentliches hinzu gekommen, bei dem ich noch nicht entschieden bin, was davon in „in den Blog darf“ und was ich besser für mich behalte.

Die vergangenen Tage durfte ich mit einem meiner liebsten Menschen intensiv wie nie verbringen, und darüber angemessen zu berichten, wird mir ein großes Anliegen sein. Sie war treue Leserin dieses Blogs. Sie wird es auch in Zukunft sein, nur anders.

Ihr, meiner lieben Mutter, widme ich den nächsten Beitrag „Jetzt, wo es schön wird…“

© Ulf Runge, 2008

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