Brief ans Finanzamt

Coole Tastatur

Foto: © Oleg Rosental / PIXELIO

 

Leben 154 – Montag, 10.12.07

Samstag Morgen! Die allbekannten, nicht ganz stressfreien, aber doch fünf Tage lang sehnlichst herbeigewünschten Wochenendbetätigungen stehen an. Vorher aber noch mal eben einen Brief ans Finanzamt schreiben.

Ich schalte den PC ein, er meldet sich nach einer längeren Ewigkeit als sonst, erzählt mir, dass gestern wohl was Katastrophales passiert sein muss, nicht ordnungsgemäß abgeschaltet worden sei er.

Hm, bin mir keiner Schuld bewusst. Aber, Moment mal, richtig, ja, ja, ich musste den Stecker ziehen, stimmt, das blöde Dingens blieb beim Runterfahren einfach so stehen, nicht mal mehr die Maus konnte ich bewegen. Der Einausschalter ließ sich zwar drücken, aber die Kiste ging nicht aus. Also runter unter der Schreibtisch, durch die Unterwelt der Kabel hindurchgekrabbelt, Netzstecker raus, Netzstecker rein, und gut! So wie man halt im Windows-Zeitalter Probleme löst.

Gut. Okay. Ich habe gestern also nicht ordnungsgemäß abgeschaltet. Jetzt bietet mir Windows drei Lösungen an: Sodom, Gomorrah, oder „Normal starten“. Ich wähle „Normal starten“, wobei mir der Unterschied zu Sodom und Gomorrah nicht wirklich klar werden will.

Kaum dass Windows zu sehen ist, versuche ich WinWord zu starten. Ja, ja, eigentlich halte ich nichts von Microsoft-Programmen, wegen dem Monopol, Oligopol oder was fürn Pol man da sonst noch anwenden kann. Aber gut sind sie schon. Früher habe ich auch nur OpenIrgendwas-Software benutzt, aber seitdem Office97 so gnadenlos billig ist (gut 100 Euro für bis zu 3 Arbeitsplätze mit WinWord, Excel und PowerPoint – für diese Werbung kriege ich übrigens nix), habe ich nicht anders gekonnt.

Das Starten von WinWord verzögert sich allerdings, da mein Virenscanner der Meinung ist, er müsste jetzt erst einmal jede Menge Dateien herunterladen, um das alles hier wieder sicherer zu machen. Ich sei drei Tage nicht im Netz gewesen, Strafe muss sein.

Meine Firewall, auch sowas hat man heutzutage zu haben, berichtet von einem wichtigen Update, den ich unbedingt sofort downloaden soll. Mach ich natürlich, und merke bei einem Blick auf die Uhr, dass die letzte halbe Stunde wie im Flug vergangen ist. Mach mir einen Espresso.

Komme zurück. Virenscanner und Firewall haben getan, was sie tun mussten, und raten mir, doch mal lieber den PC neu zu starten. Ich boote (so hat man früher gesagt, ja, ja, ich DV-Grufti) den PC, und als Windows zu sehen ist, tut sich gar nichts mit der Maus. Ich lande schließlich wieder am Netzstecker, entscheide mich eine Ewigkeit später wieder für „Normal starten“, und denke mir, haste lange nicht mehr ne Datensicherung gemacht.

Wo habe ich denn die DVDs hin? Sind sind die im Wohnzimmer beim DVD-Recorder? Habe ich überhaupt noch welche? Nachdem ich einige Papierstapel von links nach rechts und andere von vorne nach hinten bewegt habe, offenbaren sich die Leer-DVDs schließlich doch noch. Ich starte Nero, und denke mir, jetzt hat der damals Rom angezündet, und heute werden mit und inseinem Namen DVDs gebrannt, was ist mit all den anderen Despoten, werden wir deren Namen eines Tages auch „witzigerweise“ für die Arbeit am PC benutzen? Ich erspare uns die vermeintlich lustigen Verballhornungen, die mit Humor nicht wirklich was zu tun hätten. Es ist unsere Sprache, die wir zu dem machen, was sie ist.

Nach einer weiteren Stunde habe ich eine Datensicherung von meinem PC in den Händen, schreibe meinen Brief ans Finanzamt, doch beim Ausdrucken – nein, der Drucker druckt nicht schief, das bleibt mir heute erspart. Es ist nur die Farbe. Der Text ist verschmiert. Ich wähle „Druckkopf reinigen“, danach ist das Resultat nicht wirklich besser, wechsle die Patrone, und dann aber!

Mit ca. 3 Stunden Verspätung komme ich zum Markt, und sagen wir es mal so, die Auswahl wäre heute früh etwas umfänglicher gewesen als jetzt. Fazit: Erst zum Markt, und danach dann vergnüglich entspannt an den PC!

© Ulf Runge, 2007

 

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