Leben 38 – Freitag, 29.06.07 – Ich scanne (1. Überarbeitung)

Ich möchte einen Artikel scannen. Nein, nicht „der, die, das“, sondern einen Zeitungsartikel. Scannen, das ist so etwas ähnliches wie Fotokopieren, nur das das Ergebnis keine Kopie auf Papier ist, sondern eine Grafik auf dem PC. Der Artikel ist relativ breit und passt hochkant nicht auf die Glasscheibe, so dass ich ihn um 90 Grad…

Leben 37 – Donnerstag, 28.06.07 – Mein Hallo-Licht

Das Schöne an so mancher Technik ist, dass sie uns bisweilen warnen will, wenn in Kürze ein Zustand eintreten kann bzw. wird, den wir doch besser zur Kenntnis nehmen sollten. Ich habe ein Hallo-Licht. Am Armaturenbrett meines Autos. Armaturen? Brett? Weder! Noch! Doch der Begriff „Armaturenbrett“ hat sich gehalten. Nur bei mir? Ich müsste da…

Leben 36 – Montag, 25.06.07 – Die Vorbestellung

Ich gehe einkaufen. Beim Bäcker gibt es ein Brot und ein paar Brötchen zu holen. Die seien bereits telefonisch vorbestellt.  Ich betrete den Bäckerladen. Werde angesprochen: „Guten Tag, Sie wünschen?“ „Guten Morgen, ich würde gerne die Sachen für Adler abholen.“ „Hm, die Sachen für …“ stirbt die Stimme der Verkäuferin. Sie blickt zu ihrer maschinenreinigenden…

Leben 35 – Freitag, 22.06.07 – Geistergeschichte #1

Aus der Zuhörer- und Leserschaft ist der Wunsch an mich herangetragen worden, doch auch mal eine Geschichte für Kinder zu schreiben. Um was es denn gehen solle, habe ich dann noch gefragt, mal ein paar Vorschläge gemacht und am Ende meiner Aufzählung verrückterweise „Geister“ genannt. „Geister“ sei gut, ja, eine Geistergeschichte! Und so sitze ich…

Leben 34 – Donnerstag, 21.06.07 – Bifokale Intelligenz

Ich blicke durch meine Brille. Weiter durch die Scheibe des Zuges, eine durch Regentropfenränder verfleckte Scheibe. Wie hässlich! Ich finde es immer wieder bemerkenswert, dass ich durch eine, nennen wir es mal ungeputzte Brille gucken kann, ohne dass es mich stört. Erst wenn ich bewusst auf die Brillengläser fokussiere, erkenne ich Schlierenbildung und Fingerabdrücke. Obwohl…

Leben 33 – Sonntag, 17.06.07 – Behindert! Wa?

Behindert! Wa? „Ja, die sehen wirklich behindert aus, total behindert!“ denke ich mir ärgerlich. Schwungvoll steigt ein junger Vater aus dem Passat aus, zwei gesunde Mädchen im Grundschulalter öffnen die hinteren Türen, unterhalten sich angeregt. Lachend verschwinden die drei im Eingang des Gartenmarktes. „Ich Blödmann“, sage ich mir, „parke natürlich 50 Meter weiter hinten, weil…

Leben 32 – Samstag, 16.06.07 – Strom sparen: Erster Teil

Zwei Atomkraftwerke könnten alleine in Deutschland gespart werden, wenn die elektrischen Geräte abends richtig ausgeschaltet würden. Schuld an dem hohen Energieverbrauch seien die Stand-by-Schaltungen. Damit man bequem mit der Fernbedienung aus dem Sessel heraus alle Geräte ganz schnell ein- und ausschalten kann, damit insbesondere das Fernsehbild in Nullkommanix zu sehen ist. Ich mache mit. Ein…

Leben 31 – Donnerstag, 14.06.07 – Plastik

Ich hole noch einmal tief Luft, atme aus, schließe kurz die Augen, öffne sie wieder, und werde gaaanz ruhig. Ich stelle mich an die Arbeitsplatte, gehe langsam in die Hocke und nehme den Griff vom Unterschrank behutsam in die rechte Hand. Die andere lege ich flach auf die Tür, so als wollte ich einen Tresor…

Leben 30 – Dienstag, 12.06.07 – Peanuts

Ehrlich gesagt, jetzt würde ich gerne zwei Dinge tun. Erstens einen richtig guten Artikel schreiben. Zweitens: Erdnüsse essen. Zu erstens: Der Anfang ist gemacht. Falls dieser Artikel das Licht des Blogs erblickt, bleibt der Rest dem Urteil der Leserin und des Lesers überlassen. Zu zweitens: Ich bräuchte jetzt bloß zum Vorratsraum gehen und mir dort…

Leben 29 – Montag, 11.06.07 – Fluch einer Erfindung

Es gibt kaum einen Haushaltsgegenstand, den ich so heimtückisch finde wie den … … Kleiderbügel! Doch gemach! Was täten wir ohne ihn? Vermutlich ist er eine Erfindung des 19. Jahrhunderts. Wikipedia gibt hier entsprechende Hinweise. Im Gegensatz zu Reinhard Mey, der auf seiner Homepage davor warnt, Wikipedia-Darstellungen über seine Person für bare Münze zu nehmen,…

Leben 28 – Freitag, 08.06.07 – Traummänner

Ich bin müde. Lege mich schlafen. Da kommen sie schon, die zwei Männer. Sie hecken etwas aus, bereden ihren Plan. Kaum dass ich eine Ahnung bekomme von ihrem Vorhaben, dämm´re ich weg. Die beiden Männer bleiben. Sie unterhalten sich angeregt. Diskutieren heftig. Fuchteln mit den Händen. Sie werden lauter, blicken zu mir ´rüber und verstummen….

Leben 27 – Mittwoch, 06.06.07 – Siggi

Sie war nicht viel jünger als er, ein ungeschminktes Gesicht lächelte ihn an. „Ich glaube, ich muss Ihnen mal zeigen, wo man hier die Höhe richtig einstellt!“ Und ihr Grinsen wurde immer breiter. Es sollte sein zweiter Auftritt sein, und diesmal wollte er das Mikrofon wenigstens so eingestellt haben, dass er richtig aufrecht davor stehen…