Leben 13 – Montag, 14.05.07 (Zweiter Beitrag)

Für Statistiker: Diesen Blog gibt es seit 18 Tagen, und dies ist der 13. Tagebuch-Beitrag. Zielerreichungsgrad für „1 Artikel pro Tag“: 72%.
Kommentare: Noch keine. Nur Mut, liebe Leserinnen und Leser! Ich beiße nicht (zurück).

Niveau? NiViU!

Es ist zwar wenig originell, aber am Top-Thema des Tages, dem „Grand Prix“ der osteuropäischen Musik, komme ich nicht vorbei. Gesehen oder gehört habe die Veranstaltung nicht. Die Meinungen mir vertrauenswürdig erscheinender Personen waren vom Tenor her: „Die Osteuropäer hatten nun mal wirklich die besseren Songs!“ Diverse Presseverlautbarungen zum Ergebnis dieser Veranstaltung konnten nicht wirklich überraschen. Darum hier ein paar Anregungen:

1. Wer definiert eigentlich, wer oder was zu Europa gehört? Müssen die Geographen hier nicht das Primat der Politik überlassen? Anlässlich der derzeitigen deutschen Präsidentschaft in der Europäischen Union böte sich ja an, Europa neu zu definieren.

2. Europa ist um eine wesentliche Erkenntnis reicher. Nach der Globalisierung jetzt die Europäisierung. Der Song Contest macht hier wohl nur den Anfang.

3. Wenn die Teilnahme am Grand Prix auf die kerneuropäischen Länder beschränkt bliebe, in denen Deutsch Amtssprache für mindestens 80 Millionen Einwohner ist, dann würde sich eine Teilnahme an dieser Veranstaltung auch wieder lohnen.

4. Schnelle Hilfe würde ein demographisch-ökonomisches Korrekturverfahren bieten, das zum einen die Anzahl der Einwohner eines Staates als auch die Höhe der finanziellen Beiträge an die EU berücksichtigt, und damit die abgegebenen Stimmen entsprechend gewichtet.

5. Falls kein guter Wille seitens der anderen Nationen erkennbar ist, böte sich als vorletzte „ultima ratio“ die Teilnahme der einzelnen deutschen Bundesländer am Wettbewerb an. England, Nord-Irland, Schottland und Wales praktizieren dieses Modell, mit mehr oder weniger Erfolg, in internationalen Fußballwettbewerben. Falls das immer noch nicht ausreicht, könnte auf noch ältere Regionalstrukturen zurückgegriffen werden, also Kurpfalz, Nordbaden, Südbaden, Nord-Württemberg, Süd-Württemberg, Hohenzollern, Hohelohe usw. usf. Dadurch hätten endlich alle potenziellen deutschen Kandidaten eine Chance auf Teilnahme und müssten sich nicht einer zweifelhaften Vorauswahl stellen, die möglicherweise verhindert, dass der beste deutsche Beitrag siegt.

6. Nachdem eine erste Analyse wohl ergeben hat, dass die osteuropäischen Siegertitel auch ohne die Stimmen aus Osteuropa gesiegt hätten, muss die Frage erlaubt sein, ob nicht nur das Teilnehmerfeld, sondern auch die Wahlberechtigten neu zu definieren sind. Nur Personen, denen die nationale und internationale Tragweite ihrer Wahl bewusst ist, sollten das Recht erwerben dürfen, im demokratischen Wettstreit der Guten um das Bessere ihre Stimme abgeben zu dürfen. Zusätzliche Qualitätssicherung könnte durch ein Wahlmännerverfahren erzielt werden, bei dem selbstverständlich auch zuverlässige Frauen Berücksichtigung finden könnten.

7. Ja, und wenn das alles nicht hilft, dann aktivieren wir zur Sicherstellung eines gesunden Niveaus unser NiViU-Trio: Nicole, Vicky Leandros und Udo Jürgens, wobei letzteren beiden verziehen sein mag, dass sie eine etwas weitläufigere Herkunft haben.

Und jetzt: An die Stammtische!

©Ulf Runge, 2007

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