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Warum es sich manchmal lohnt, bis um 01:22 Uhr aufzubleiben.
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Leben 390 – Dienstag, 24.02.09
So gegen Null Uhr Dreißig wollte der Moderator Wolfgang Messer bei meinem Lieblingssender (ja, nerv, es ist immer noch SWR1 Rheinland-Pfalz, der zu tiefer nächtlicher Zeit übrigens aus Baden-Baden für BW und RP gemeinsam sendet) wissen, warum der Veilchendienstag (so heißt der Fastnachtsdienstag wohl vielerorten in Rheinland-Pfalz) so heißt wie er heißt.
Weiß der Geier, woher soll ich das wissen.
Man könne anrufen oder „Mail ins Studio“ anclicken. Mache ich. Letzteres. Nicht wirklich, aber doch ein klitzekleines Bisschen, hoffend, ich würde dran kommen.
Ich bin gerade dabei, den PC runterzufahren. Ins Bett zu gehen. Es ist 01:22 Uhr.
Als ich vernehme, dass auch meine Erklärung für wert gefunden wird, über den Äther zu gehen: Weil sich manche am Rosenmontag ein Veilchen im Auge zugezogen haben, das am darauffolgenden Fastnachtsdienstag so richtig aufblüht.
Danke, liebes Lieblingsradio! Und jetzt aber: Gute Nacht!
© Ulf Runge, 2009 Edit: Herr Messer heißt Wolfgang mit Vornamen. Sorry…
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Gutscheinzeit
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Leben 349 – Montag, 08.12.08 Weihnachtszeit. Gutscheinzeit. Fällt Dir nichts zum Schenken ein, Letztes Jahr hatte ich die Superidee. Ich mache für meine Lieben einen individuellen Adventskalender. Ich kaufe jeweils einen schönen großen Pappkarton, toscanamotivbedruckt. Und jeden Tag liegt ein Geschenk (natürlich verpackt, von liebevoller Männerhand ungelenk verpackt) herum, das dann in diesem Karton aufgeräumt werden kann. Stifte, Radiergummis, A7-Denkeblöckchen, nicht zu teuer, aber individuell. Nun hat so ein Adventskalender ein Problem. Er hat 24 Tage zu haben. 24 Ideen hatte ich nicht. Also hatte ich eine Ideeidee. Gutscheine. Hypotheken auf die Zukunft. Kinobesuch. Gemeinsames Plätzchenbacken. Theaterbesuch. Konzertbesuch. Festspielbesuch. Die Bilanz ist traurig. Das Jahr verlief ziemlich fremdbestimmt. Die Festspielkarten mussten aus aktuellem Anlass zurückgegeben werden. Im Theater waren wir auch nicht. Oder im Konzert. Plätzchenbacken, das hat geklappt. Noch vor vorigem Weihnachten. Dafür haben wir ganz andere Dinge gemacht. Franz Hohler (wir berichteten). Zirkus Krone. So weit meine gemischt negative und gleichzeitig positive Bilanz. Bis heute. SWR1. Rheinland-Pfalz. Sendung „Leute“. Rosemarie Fendel. Erzählt, dass sie ihrem Bruder vor Jahren einen Gutschein für was auch immer geschenkt habe. Seitdem hätten sie soviel miteinander unternommen. Aber das auf dem Gutschein versprochene, das sei bis heute nicht passiert. Und dann sagt sie einen wunderschönen Satz, den ich hier sinngemäß wiedergebe: „Gutscheine sind geschenkte Vorfreude.“ Und ist Vorfreude nicht viel schöner als Freude? © Ulf Runge, 2008
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Vom Fremddrehen, Alarmstuhlclicks und Pseudopopulationen
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Leben 273 – Mittwoch, 16.07.08 Uhps! Was wird das für ein Artikel? Bei dieser Überschrift! Hat er das nötig, auf Clicks zu schielen, die hier sonst nie vorbeikommen würden? Nein, hatter nicht! Aber jeder Click hier ist ein Nichtclick woanders. So wie jede Zigarette, die man selber raucht, verhindert, dass jemand anders sie raucht… Fangen wir mal mit den Alarmstuhlclicks an. „Alarmstuhl“, sollte man meinen, ist ein unverfängliches Wort. Warum nun aber sucht jemand seit Tagen wie wild nach diesem Begriff? Und clickt bei mir rein? Um die Dramatik der Situation zu veranschaulichen: Es handelt sich hier um mehr als 1000 Clicks für den einzigen meiner Artikel, in dem der Begriff „Alarmstuhl“ vorkommt. An einem Tag! Am Folgetag immerhin noch mehr als 300 Clicks. (Es kann sich natürlich um eine lange Nacht gehandelt haben, die bis tief in den Morgen ging.) Erklärung 1: Die Bundeswehr hat neue Rekruten, der Begriff „Alarmstuhl“ fiel während einer Unterweisung, wurde aber nur unzureichend erklärt, so dass eine ganze Kompanie nach Feierabend das nächstbeste Internetcafé gestürmt hat, um endlich bei mir Aufklärung zu finden. Erklärung 2: Jemand gugelt nach „Alarmstuhl“, rutscht mit der Maus zufällig auf den ersten Eintrag auf der zweiten Ergebnisseite (das bin ich…), die leere Bierflasche rollt auf die Entertaste oder die Maus oder was auch immer (wir sind hier ja nicht im Technikforum, oder?) und der PC-Nutzer rutscht von seinem DIN-geprüften Drehstuhl direkt auf seine Schlafmatratze. (Hier stellt sich die Frage, ob Autoren wirklich über so viel Phantasie verfügen, oder ob das meiste dann doch autobiographisch ist.) Alarmstuhl fertig. So, jetzt fehlen noch Fremddrehen und Pseudopopulation. Vorher aber noch ein Zwischenruf. Das Küchenradio steht bei uns auf SWR1/RP. Niemand würde sich wagen (ich glaube eher, dass es einfach Desinteresse ist; Noch! Denke ich mal) den Sender zu verstellen. Wahrscheinlich lässt sich das Rändelrad auch schon nicht mehr so leicht bewegen. Aber das zu testen würde sich niemand wagen (s.o.). Im Badezimmerradio kämpfe ich bisweilen gegen Feindsender wie Radio Regenbogen oder RPR1. Seltenst SWR3. Egal wie. DAS Rändelrad ist übrigens sehr leichtgängig. (Mein Traum: Ein Badezimmerradio mit Stationstasten! Ob es sowas wohl geben mag?) Soweit dieser Zwischenruf. Drehe ich also gestern am hellichten (schreibt man das jetzt mit 3 Ell?) Tag das Autoradio an, um mir nach dem Spielen eines meiner 100.000 Lieblingslieder die Frage zu stellen, ob ich jetzt besser auf einen anderen Sender umstelle, um die Wahrscheinlichkeit des Hörens genau dieses Liedes auf einem anderen Kanal zu erhöhen, oder bleibe ich aus Treue (ja, das gibt es noch) bei meinem Lieblingssender, von dem ich ja nicht mehr berichten muss, dass es sich um SWR1/RP handelt. Bevor ich die Entscheidung treffen kann, eventuell untreu zu werden, ist der Sender sowieso weg. (Können Sender beleidigt sein?) Ich zappe zu FFH, lande dann aber doch wieder beim SWR, diesmal beim Rechtsnachfolger meines Jugendlieblingssenders SWF3, also SWR3. (Ich weiß, heute ist der Artikel nicht so leicht zu lesen. Aber ich komme gleich zur Sache.) Hellichter Tag. Sagte ich schon. „Wie war der Tag, Liebling?“ fragt Kristian Thees seine Kollegin Anke Engelke am anderen Ende der Leitung. Und sie berichtet, was sie heute (also der Beitrag ist eine Wiederholung von gestern abend, weil so früh am Morgen kann man doch noch gar nicht so viel über den ge-WAR-enen Tag berichten) über Pseudopopulation erfahren ist. Glaube ich zumindest, verstanden zu haben. Pseudopopulation. Aha. Sie erzählt total begeistert von sexuellen Täuschungen an Insekten, begangen von niederträchtigen Orchideen, die auch mal bestäubt werden wollen. Irgendwann dämmert mir dann doch der Falschversteher meinerseits, und ich komme während des Imstaustehens nicht aus dem Kringelnvorlachen heraus. Die sich mir nun stellende Frage, ob es das ganze dann auch als Pottkascht gibt, habe ich soeben gelöst. Man clicke hier. Fremddrehen kann Spaß machen. Ganz ohne Reue. Im Radio. © Ulf Runge, 2008 |
Was hätte ich dafür gegeben…?
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Leben 199 – Mittwoch, 30.01.08 Was hätte ich als 12jähriger nicht dafür gegeben, so etwas zu erleben, wie ich es gerade eben (wieder einmal) erleben durfte? Der Reihe nach. Sitze. Schreibe. Höre. (Ja, ja, wieder seinen Lieblingssender, das wird aber mal langsam langweilig. – Ist aber auch egal, sage ich nur, es könnte auch auf einem anderen Sender als SWR1/RP passiert sein. Uhps, jetzt habe ich schon wieder schleich geworben.) Höre. Diesen Ohrwurm. Es gibt viele von diesen Ohrwürmern. Über die Jahre werden es mehr. Aber das heißt nicht, dass man sie zu fassen bekommt. Ich wippe mit mit dem Song, summe meinen Wumbaba-Text mit, und dann, ja richtig, das ist dieser Song mit der gigantischen Saxophon-Stelle. Kenny G. würde sich jetzt einen darüber kaputt lachen. Ich weiß. Aber diese Stelle hat es mir angetan. Jetzt endlich will ich wissen, von wem das Lied ist. Wie gesagt, als 12jähriger hätte ich mir gewünscht, zack, zack, zack, den Künstler (Billy Ocean) und den Titel (Carribean Queen) herauszufinden (über http://www.swr.de/swr1/rp) , das Lied gleich nochmal zu hören (yeah, das ist mein allererster youtube Link, den ich auf hier meinem Blog einstelle, und dann finde ich das auch noch als live-Aufnahme, was mir sowieso viel lieber ist. Und noch ein Click, ich finde den englischen Text („beacuse“ soll sicher „because“ heißen). Ab jetzt kann meine Wumbaba-Trällerei einstampfen und richtig mitsingen. Wow! Sage noch jemand, der Fortschritt sei alles bloß Mist. Isser nicht! © Ulf Runge, 2008 P.S.: Wer das Lied kennt und nicht mag, die/der höre doch mal wenigstens kurz 2:48 rein. Da beginnt diese tolle Saxophon-Sequenz. P.S.: Wumbaba? Lesenswert und schön illustriert von Michael Sowa: Axel Hacke, “Der weiße Neger Wumbaba” |


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