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Posts Tagged ‘Schicksal’

Gedankenwünsche

6. April 2012 4 Kommentare

Leben 832 – Karfreitag, 06.04.12

Gedankenwünsche

Achte auf Deine Gedanken,
denn sie werden zu Worten.

Achte auf Deine Worte,
denn sie werden zu Handlungen.

Achte auf Deine Handlungen,
denn sie werden zu Gewohnheiten.

Achte auf Deine Gewohnheiten,
denn sie werden Dein Charakter.

Achte auf Deinen Charakter,
denn er wird Dein Schicksal.

… aus dem Talmud

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Wenn unser Schicksal auf dem Charakter beruht,
und unser Charakter sich aus unseren Gewohnheiten bildet,
wenn unsere Gewohnheiten aus unseren Handlungen herrühren,
wenn das, was wir tun, auf dem basiert, was wir sagen,
und wenn das, was wir sagen, in unseren Gedanken seinen Urspung hat,

dann wünsche ich uns allen ausschließlich gute Gedanken…

Ich wünsche allen, die hier lesen, eine erbauliche und erfreuliche Osterzeit.

© Text: Ulf Runge, 2012

Ich bedanke mich herzlich mich bei meinem Freund “blumeneck“, dass ich seine Palmsonntagsfotos hier einbinden darf.

© Fotos: blumeneck, 2012

18:33

17. Juli 2008 9 Kommentare

Leben 275 – Donnerstag, 17.07.08

Den Achtzehndreiundreißig wollte ich nehmen heute Abend, doch ich war spät dran, zu spät. Nur noch sechs Minuten Zeit für neun Minuten Weg. Oder rennen und anschließend total schweißtriefend neben angenehm riechenden Menschen sitzen und sich peinlich fühlen. Und mindestens noch weitere fünf Minuten rumhecheln, keines Wortes fähig sein.

Ich entscheide mich dafür, dass mir drei Minuten fehlen, dass ich mit dem darauffolgenden Zug fahre, dass ich eine halbe Stunde Aufenthalt haben werde. Ich sitze in Gedanken schon im Außenbereich des Bahnhofsrestaurants, überlege, ob ich mir ein Bierchen genehmige, oder heute noch joggen will, sprich Mineralwasser trinke.

18:36. Ich komme in der Bahnhofsvorhalle an, der 18:33 ist auf der Anzeigetafel schon verschwunden. Einen 18:30 würde ich noch erreichen, aber der bringt mich nicht wirklich nach Hause.

Auf dem Weg zum Bier – Oder jogge ich doch noch heute? – sehe ich an „meinem Gleis“ einen Zug stehen, der so aussieht wie „meiner“. Abfahrbereit. Türen zu. Die letzten zwei Menschen auf diesem Bahnsteig rennen gerade zum ersten Waggon, versuchen, eine Automatiktür zu öffnen. Vergeblich.

Das ist nun besonders ärgerlich. Nicht nur das Zuspätsein wurmt, sondern auch noch das Zusehenmüssen, wie der Zug gleich wegfährt.

Die eine Frau an der Tür drückt nochmal auf den Knopf, und, Wunder über Wunder, die Tür öffnet sich doch noch, auch ich erhalte noch Einlass, ich versichere mich bei anderen Reisenden, dass dies wirklich der Achtzehndreiunddreißig ist und nach weiteren fünf Minuten lässt sich die Lokomotive dann starten, deren störrisches Triebwerk mir meine fehlenden drei Minuten zurückgeschenkt hat.

Das war sie die Geschichte. Von heute Abend.

Ich verkneife mir jetzt die Fortsetzung, dass die Dame, neben der ich jetzt sitze, eventuell in zwanzig Jahren zu mir sagen wird, „Weißt Du noch, damals, wenn Du den Zug nicht mehr erreicht hättest, wären wir heute auch nicht verheiratet.“

Ich verkneife mir, die Dame anzusprechen. Ihr von meinen abstrusen Gedanken zu berichten, dass ich ja schließlich glücklich verheiratet sei, und außerdem der Altersunterschied! Und man heiratet ja auch nicht, bloß weil man zufälliger als sonst nebeneinander sitzt…

Ich stelle mir vor, wie Sie zu mir sagt, dass es einer gewissen Romantik nicht entbehre, wenn man sich später einander erzählen kann, dass alles irgendwie das Ergebnis eines Zufalls war, eines glückshaften Moments.

„Ja, das ist der 18:33.“ antwortet sie mir lächelnd auf meine Frage. Und liest weiter in Ihrem Buch.

Ich schließe die Augen, träume von schicksalhaften Verspätungen. Träume von Büchern über schicksalhafte Verspätungen. Die in schicksalhaft verspäteten Zügen gelesen werden…

© Ulf Runge, 2008

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