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Ganz einfach
| Leben 534 – Sonntag, 20.12.09
Also, Internetauktion ist ganz einfach. Du meldest Dich an bei dem Versteigerungsportal, hinterlegst Deine Bankverbindung und so, machst ein Foto von dem Dingens, was Du los werden möchtest, legst einen Preis fest, was das dann so kosten soll, sagst, wann Schluss ist. Und hoffst. Ich will nicht länger langweilen, am Ende war’s der doppelte Betrag von dem, was wir als Anfangsgebot eingestellt hatten. Wenige Tage später war das Geld auf dem Konto, und auch ein Versandkarton war schnell gefunden. Nun muss man wissen, dass man beim Einstellen des Angebotes auch gleich die Versandart festlegt. Und das war bei mir ein ganz bestimmter Spediteur, wobei man das Porto dann online bezahlt. Da hatte ich mir nicht weiter viel Gedanken gemacht, als ich das festgelegt hatte; es war einfach das günstigste Angebot. Okay. Geld ist da. Paket ist fertig. Jetzt nur noch die Online-Frankierung erledigen. Der Online-Auktionär leitet mich zum Spediteur weiter. 10-Kilo-Paket für Fünf-neunzig wähle ich. Um diesen Betrag zu zahlen, werde ich weitergeleitet zu einem Online-Zahlungsportal. Bei dem ich auch schon mal Kunde war, ich erinnere mich. Allerdings nicht mehr an mein seinerzeit vereinbartes Kennwort. Kein Problem. Ich lasse mir ein neues an meinen E-Mail-Account zuschicken. Beantworte noch zwei vorher vereinbarte Geheimfragen. Und habe Glück, dass ich die Antworten auf die von mir seinerzeit eingestellten Fragen noch weiß. Puh. Also, ich komm jetzt rein ins Online-Zahlungsportal und erfahre, dass der Betrag von 5 Euro 90 über meine Kreditkarte abgebucht wird. Finde ich doof. Lastschrift über mein Konto wäre doch besser, oder? Eine gefühlte Ewigkeit später habe ich das auch hingekriegt. Click. Click. Click. Und jetzt erhalte ich die Nachricht, dass der Betrag belastet worden ist und ich im nun aufgehenden Fenster den Paketaufkleber incl. Porto ausdrucken kann. Ich könne beliebig oft einen Testausdruck anfordern, aber den mit der Frankierung nur ein einziges Mal. Das Fenster mit dem Aufkleber öffnet sich, nur zu sehen ist: NICHTS. Ein leeres Fenster. Halt, nicht ganz. Eine Fehlermeldung erscheint. Mein Java sei nicht mehr aktuell. Ich könne HIER clicken, um zu aktualisieren. Okay, ich downloade Java, und drücke mir die Daumen, dass die vergangenen 120 Minuten nicht vergeblich gewesen sein mögen. Ich will doch bloß einen Paketaufkleber. Der möglichst auch frankiert ist… So, Java ist fertig, mir fallen fast schon die Augen zu, als ich nicht glaube, was ich da lese: Ich solle alle Browser-Fenster schließen, damit Java neu gestartet werden kann, und das müsse sein! Da mir jetzt auffällt, dass das Auktionsportal, der Spediteur und das Zahlungsportal alle in dem von mir favorisierten Firefox-Browser unterwegs sind, Java aber den Internet Explorer aufgerufen hat, stimme ich leichten Herzens zu. Wird ja nur den Internet Explorer beenden, wenn ich zustimme. Dem ist dann doch nicht so. Die Firefoxfenster sind ebenfalls alle zu. Ich habe jetzt also 5 Euro 90 ausgegeben, 3 Stunden verbraten und eine neue Java-Version. Na klasse! Ich starte Firefox. Und zu meiner Überraschung bietet Firefox mir an, die alten Fenster noch mal anzuzeigen. Ja, ja, ich wähle diese Option und traue meinen Augen nicht, dass das Fenster mit dem Porto, das die alte Java-Version nicht anzeigen wollte, dass dieses Fenster nun genau die erwarteten Versandpapiere anzeigt. Ich wähle Testdruck. Klappt. Ich wähle Portodruck. Klappt. Glückselig, freudetaumelnd nehme ich dieses eine Blatt Papier aus dem Drucker und sage mir, dass das ja gar nicht so schwer war. Und dass ich deshalb auch darüber schreiben sollte… © Ulf Runge, 2009 |


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