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Hupen und Heilbänder
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Leben 267 – Dienstag, 10.06.08 Sorgen. Ich mache mir richtig Sorgen. Ich glaube, es geht ihm richtig schlecht. So schlecht, wie schon lange nicht mehr. Ich erinnere mich, dass es damals ähnlich war wie heute. Da kam er kam nach Hause, legte sich lustlos auf die Wohnzimmercouch und dann konnte ich machen, was ich will, er lag da, still, ruhig, atmete schwer, manchmal entfuhr ihm ein spontaner Ausruf, gerade so, als wenn er träumte. Wenn es am schlimmsten mit ihm war, wenn er am ganzen Körper transpirierte, wenn sein extrem hoher Puls zu spüren war, während er mich beiläufig streichelte, dann, ja dann machten die anderen da draußen auf einmal Voodoo, um ihm zu helfen. Um ihn zu heilen. Denke ich. Hat ja auch geholfen. Damals. Da sind sie hochzeitsmäßig hupend durch die Gegend gefahren, und alle hatten diese dreifarbigen Sympathiebänder am Auto, darauf hoffend, dass es ihm doch dadurch wieder besser gehen möge. Zwei Jahre ist das her, dass er sich fast jeden Abend krank auf die Couch legte, autistisch diesen „Und-jetzt-guck-ich-Fußball!“ Gegenstand in die Hand nahm, und gegen Ende seiner Krankheit, man wusste nicht, wie es ausgehen würde, sogar immer mehr um sich versammelte, die bei ihm sein wollten, um ihm zu helfen. Und jetzt geht der ganze Mist schon wieder los. Immer wieder sagt er was von „Ball“, aber dass er mir mal den selbigen werfen würde? Denkste! Fehlanzeige. Gestern Abend hat er wieder ziemlich stark gefiebert. Und ich hatte gehofft, dass die da draußen wieder ein bisschen Voodoo machen würden. Aber nein, Fehlanzeige. Kein Schwein ist hupend mit diesen Heilbändern durch die Gegend gefahren. Schade. „Ich blogge heute nichts!“ höre ich ihn dann sagen. Und da habe ich es mir nicht verkneifen können, Euch diese Botschaft zu übermitteln. Ich hoffe auf Eure Hupen und Heilbänder! Ziemlich verzweifelt grüßt Euch Ulfs „Du-bist-mein-bester“! © Ulf’s Bester, 2008 |


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