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Emdebe
| Leben 437 – Mittwoch, 27.05.09
Sonntag vormittag. Ich halte eine Postkarte in der Hand, die ich jüngst vom Arzt mitgenommen habe. Die solle ich an meine Bundestagsabgeordneten schicken, damit die Ärzte wieder angemessen honoriert werden. Absender eintragen, Briefmarke drauf, unterschreiben, zum Briefkasten tragen. Ansonsten sei die Versorgung mit ärztlichen Leistungen gefährdet. Einfach die Argumentation der Ärzteschaft zur meinigen machen? Fällt mir ein bisschen schwer, ohne dass ich wirklich mehr über die Situation im Gesundheitswesen verstehe. Was mir also jetzt in diesem Augenblick total klar wird, dass ich mich nicht genügend kompetent fühle bezügliche der Ausgestaltung der jüngsten Gesundheitsnovelle. Im Gegensatz dazu wäre eine jährliche Rächtschreiprähfoam leichter zu verkraften. Sonntag vormittag. Ich schicke „meinen“ Bundestagsabgeordneten der beiden großen Parteien mehr oder minder die gleiche E-Mail. Statt zu schimpfen und mich zu beklagen, verweise ich darauf, dass mir bei meinem Arzt ein bestimmter finanzieller Sachverhalt zu Ohren gekommen sei, und frage, ob er, der MdB (Mitglied des Bundestages) das denn auch so sehe und was er dagegen zu tun gedenke. Ich glaube nicht, dass ich auf meine Absender-Briefmarke-Unterschrift-Postkarte wirklich eine Antwort bekommen hätte. (Außer einem Standard-Textbausteinbrief.) Statt dessen also meine beiden E-Mails abgeschickt. Und darauf gehofft, in den nächsten Tagen vielleicht eine winzige Rückmeldung zu erfahren. Über den weiteren Verlauf des Sonntags soll hier nicht viel berichtet werden. Trägt nichts zum Thema bei. Im folgenden halte ich statt dessen einen kleinen telekommunikationstechnischen Exkurs für angebracht. Als ISDN-Nutzer der Telekom hat man das Glück, zwei Leitungen gleichzeitig nutzen zu dürfen. War diese Erfindung ursprünglich mal dafür gedacht, in einem Notfall Feuerwehr und Polizei anrufen zu können oder sonst ein wichtiges Gespräch zu führen, während parallel dazu ein nichtendenwollendes (belangloses, aua, aua, ich nehm das zurück) Teeny-Telefonat geführt wurde, so ist durch die Erfindung des Modems diese „für Wichtiges“ freigehaltene Telefonleitung abgeschafft worden zu Gunsten ewig langer Intersetsitzungen, bei denen man jedes Bit aus der Leitung tropfen sehen konnte. Was ja dann mehr oder minder parallel zur Erfindung von Mobilfunk und DSL geführt hat, um mehrere Telefonate gleichzeitig zu führen. Und nebenher noch zu chatten. Lassen wir das. Ein stolzer Telekom-ISDN-Nutzer hat nicht nur zwei Leitungen, sondern auch drei Nummern. Mit denen er machen kann, was er will. Bei uns steht etwa die erste Nummer im Telefonbuch. Die zweite Nummer kennt, wer uns kennt. Und die dritte Nummer ist unserem Faxgerät zugeordnet. Ich weiß, das ist schon ein recht langer Exkurs. Aber es reicht leider noch nicht. Weiter geht’s! An dieser Stelle sei jetzt verraten, dass es mir wie auch immer irgendwann mal gelungen ist, die erste Telefonnummer anders klingeln zu lassen als die zweite. Das hat erhebliche Vorteile. Wir gehen einfach nicht mehr ran an die „offizielle“ Nummer. Dadurch bleibt uns der Telefoncomputer- und Call-Center-Spam erspart, weil sowohl die maschinellen als auch die menschlichen Berufsbelästiger (noch?) nicht die Frechheit besitzen, durch eine Ansage auf dem Anrufbeantworter um Rückruf zu bitten. Und wer uns erstmalig telefonisch kontaktieren möchte, der ist herzlich eingeladen, seine Identität und Rückrufnummer nach dem Piepston zu hinterlassen. Sonntag Abend. Das Telefon klingelt. „Offiziell“. Warum ich – entgegen unserer Usancen – den Hörer abnehme, das wissen die Geier. Intuition? Eine männliche Stimme meldet sich, freundlich, und während ich darüber zu sinnieren beginne, woher mir dieser fremde Name doch so vertraut vorkommt, gibt er sich als einer der beiden Adressaten der morgendlichen E-Mail zu erkennen. Einer meiner Bundestagsabgeordneten nimmt mich ernst! Ruft mich zurück! Ich bin hin und weg! Und dann sprudelt es aus ihm nur so heraus über die Zusammenhänge der Gesundheitsreform. Das liest er nirgendwo ab, das hat er verinnerlicht. Er kennt sich aus, das spüre ich. Er würde gerne helfen, wenn er Fakten hätte. Noch kein Arzt, den er angesprochen habe, hätte ihm Einsicht in die individuelle Einkommenssituation gegeben. Statt dessen sei ihm, meinem MdB, nur der Durchschnittsverdienst eines niedergelassenen Arztes in Höhe von Euro 120.000 pro Jahr bekannt, und da seien sämtliche Betriebskosten bereits abgezogen. Natürlich sei bei Durchschnittswerten Vorsicht geboten, aber niemand der von ihm angesprochenen Ärzte sei bisher bereit gewesen, sich in die Karten gucken zu lassen. Er freue sich über meine Anfrage, und diese zeige ihm, dass er mal wieder ein paar Informationsveranstaltungen zum Thema Gesundheit in der Region organisieren müsse. Egal, wann er diesen Termin dann ansetze, werde man ihm vorwerfen, dass es ihm nur um Wahlkampf gehe. Oder dass er damit bis nach der Wahl gewartet habe. Ich bedanke mich über sein promptes Feedback. Ob das eine Auswirkung auf meine demnächst anstehenden Wahlentscheidungen haben wird? Ich weiß es nicht. Aber ein Volksvertreter, der einem das Gefühl gibt, für einen da zu sein und die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger aufzugreifen, der hat was! Und deshalb berichte ich an dieser Stelle hierüber. Um dem gerne geäußerten Vorurteil über inkompetente und bürgerferne Politiker ein bisschen Einhalt zu gebieten. Es heißt, dass es schwer ist, einen guten Ruf aufzubauen. Und ganz leicht, einen guten zu ruinieren. Ich glaube, dass wir in der Lage sind, durch Beständigkeit und Aufmerksamkeit täglich etwas für unseren eigenen Ruf zu tun und für den Ruf all der „Leute“, die mit uns „über einen Kamm geschoren“ werden. Für den Ruf der Menschen, die in der gleichen Branche arbeiten wie wir, die den gleichen Beruf ausüben, die das gleiche Verkehrsmittel benutzen, das gleiche Geschlecht haben, die ähnlich alt sind wir wir, den gleichen Familienstand, den gleichen Sender hören, egal was. Den Namen des umtriebigen, engagierten MdBs werde ich hier auch gerne veröffentlichen, sobald ich seine Zustimmung diesbezüglich vorliegen habe. Nachtrag 30.05.09: © Ulf Runge, 2009 |
Junges Jahr
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Leben 369 – Sonntag, 18.01.09 Achtzehn Tage ist dieses Jahr noch jung. Ein Jahr mit Veränderungen und Weichenstellungen. Ein Jahr, dass mir jetzt schon sehr deutlich zeigt, dass das „Gesetz der Anziehung“ auch für mich wirkt. Ich will nicht sagen, dass mir in diesen knapp drei Wochen alles gelungen ist, beileibe nicht. Aber es sind Dinge aufgegleist, die bereits im vergangenen Jahr eingeleitet wurden. So wollen wir jeden Monat ein „Projekt“ machen. Haken dran ans erste: Die Küche ist neu gestrichen! Was für ein schönes Gefühl. Und die nächsten zwei „Projekte“ sind in Planung. Aufbruchsstimmung! Und unsere Kontakte zu lieben Freunden und Bekannten wollen wir mehr pflegen. Haken dran an den ersten Termin. Und der zweite ist schon festgelegt. Über meine regelmäßige Master Key System Lektüre hatte ich schon etwas berichtet. Jetzt steht das dritte Kapitel an. Endorphinanregend! Eine gute Nachricht hat mich erreicht. Der den Original-Leitspruch-Kalender gestaltende und herausgebende Bellaprint Verlag in Hinterbrühl in Österreich hat mir gestattet, die wöchentlichen Sinnsprüche aufzugreifen und durch einen eigenen Artikel in meinem Blog zu begleiten. Hier schon einmal herzlichen Dank. Ich mache mich umgehend an die Arbeit! Ein weiteres Projekt hat vor wenigen Tagen das Licht der Blog-Welt erblickt. Blogbibliothek. Ich wurde von einem der Mitgründer, Thinkabout pseudonymt er sich, angesprochen, meinen Beitrag „Ununbekannte“ dort zu veröffentlichen. Und Zentao war so freundlich, meine „Klorollengedanken“ vorzuschlagen. Da sage ich ebenfalls noch einmal „Danke!“. Diese positiven Wellen und Strömungen verspüre ich übrigens nicht nur im privaten Umfeld. Auch hier kann ich das „Gesetz der Anziehung“ unerwartet startk spüren. Ja, ich weiß, die vergangenen drei Tage habe ich nicht geschrieben, nichts veröffentlicht, nur die Seele baumeln lassen. Meine lieben Leserinnen und Leser mögen mir das verzeihen, will ich doch in den nächsten Tagen und Wochen hier um so kreativer zu lesen sein! © Ulf Runge, 2009 |


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