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Wenn – Dann

21. April 2009 10 Kommentare

Leben 416– Dienstag, 21.04.09


Gesundheit bekommt man
nicht im Handel, sondern
durch den Lebenswandel

Sebastian Kneipp

Gesundheit! Wünsche ich allen meinen Leserinnen und Lesern. Die Osterpause ist beendet und Sebastian Kneipp spricht hier stabreimig aus, was viele von gar nicht so lustig empfinden werden. Weil, in der Schule, oder besser noch in Mathe, da habe ich Wenn-Dann-Beziehungen gelernt. Wenn ich 100 D-Mark mit 5% Zins anlege, dann habe ich nach einem Jahr 105 D-Mark. Klaro, oder?

Nun die D-Mark ist dem Euro gewichen. Und mit der Gesundheit ist es leider nicht so, dass ich mich bloß richtig – was auch immer das sein mag – ernähren muss und angemessen meinen Kreislauf herausfordern und was für meine Beweglichkeit tun (was beides nicht unbedingt das Gleiche ist), und schon bin, bleibe, werde ich gesund.

Aber so einfach hat sich Sebastian Kneipp das sicherlich auch nicht machen wollen. Will sagen, mit dem Wort „Lebenswandel“ meint er, dass wir Menschen die (verdammte) Pflicht (uns selber und unseren Lieben gegenüber) haben, alles in unserer Macht stehende zu tun, dass wir gesund sein können.

Der Umkehrschluss ist wohl leider nicht erlaubt. Wenn Unfälle oder gar schlimme, womöglich unheilbare Krankheiten über uns oder nahe bei uns hereinbrechen, dann mag der Lebenswandel hilfreich, ja sogar Voraussetzung sein für eine Genesung. Ich glaube, dass in diesen besonderen Lebenslagen noch zwei weitere wichtige Faktoren hinzukommen: Dass man Zuversicht hat, dass man unverzagt ist, dass man Sinn entdeckt im vermeintlich Sinnlosen. Und dass es Menschen gibt, die einen trostvoll, liebevoll, herzlich und ebenso zuversichtlich begleiten.

Also: Verabschieden wir uns vom Wenn-Dann-Denken bei der Gesundheit. Hoffen wir, dass wir so viel wie möglich tun und getan haben, um unseren Beitrag zu leisten. Und hoffen wir dann schließlich noch auf das, was die einen Gottes Fügung nennen, und was für die anderen Schicksal, Kismet, wasauchimmer ist.

Anmerkung 1:

Oben habe ich von „richtiger“ Ernähung gesprochen. Ich für mich habe nach der Lektüre des Buches „Stopp! Die Umkehr des Alterungsprozesses“ von Andreas Campobasso entschieden, dass eine möglichst ausschließlich pflanzliche, rohkostbasierte, basische Ernährung es einen Versuch Wert ist, die von Sebastian Kneipp geforderten selbstinitiativen Voraussetzungen für ein gesundes Leben zu schaffen.
Nach acht Wochen hat meine Umgebung akzeptiert, dass ich da einen Langzeitversuch ernsthaft durchziehe, ohne deshalb anderen aufzuoktroyieren, was ich für richtig halte. Ich habe allerdings sehr wohl Freude daran, dass bei uns (noch) mehr Salat, Gemüse und Obst gegessen wird als bisher.

Anmerkung 2:

Ich empfinde es als Luxus, dass ich mir über die Begriffe Massentierhaltung oder Legebatterie nicht mehr vergleichbar viel Gedanken machen muss wie bisher.
Ich empfinde es als Glück, endlich wieder frühlingshafterweise abends in den Sonnenuntergang hineinjoggen zu dürfen.

Ich bin angetan, dass sich mein Gewicht und Wohlbefinden in der von Campobasso antipizierten Art positiv verändert haben.
Ich bin dankbar, diese Gedanken hier formulieren zu dürfen.

© Ulf Runge, 2009

P.S.: Ich bedanke mich beim Bellaprint-Verlag , Hinterbrühl, Österreich, für die freundliche Genehmigung, den Sinnspruch des Original-Leitspruch-Wochenkalenders als Thema für Beiträge in meinem Blog verwenden zu dürfen. Der Original-Leitspruch-Kalender wird in Deutschland vertrieben von der Impuls-Kalender GmbH .

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