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Archiv für die Kategorie ‘Mein Schreibetagebuch: “Leben”’

Unendlich. Unsterblich.

5. Februar 2014 3 Kommentare

Leben 1103 – Mittwoch, 05.02.14

Unendlich. Unsterblich.

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Ich will nicht langweilen, aber schon wieder fängt ein Blogbeitrag bei mir mit SWR1 RP an. Vorvergangenen Sonntag war Vince Ebert in der Sendung „Leute“ zu Gast bei Hanns Lohmann. (Audio-Download).

Vince Ebert hat neben vielen anderen interessanten und unterhaltsamen Dingen folgendes auf die Frage nach der Unendlichkeit, insbesondere des Universums, – sinngemäß – mit folgendem „Bild“ geantwortet.

Wenn man eine Ameise auf eine Kugel setzt und lässt sie immer geradeaus laufen, dann kommt sie an dem Punkt wieder an, an dem sie losgelaufen ist.

Mit der Unendlichkeit des gekrümmten Weltalls sei das ähnlich. Wenn wir uns im Raum immer „geradeaus“ bewegen würden, kämen wir wieder dort an, wo wir losge“laufen“ seien.

Die Fragen, die ich mir da stelle:

Wieviel Jahre braucht das?

Und: Wer sind wir dann?

Eine Seele, die einmal das Universum „umrundet“ hat, die unendlich viele Erfahrungen gemacht hat, die (unendlich?) viele Menschen- oder auch andere Leben gelebt hat?

Eine unsterbliche Seele in der Unendlichkeit von Raum und Zeit?

Oder:

Auf wieviel Kugeln gleichzeitig sind wir laufende Ameisen?

© Ulf Runge, 2014

Do kanns zaubere

31. Januar 2014 3 Kommentare

Leben 1102 – Freitag, 31.01.14

Do kanns zaubere

Wolfgang Niedecken wird mir nachsehen, dass ich „seinen“ Titel hier als Überschrift verwende…

Ja, es ist an der Zeit, wieder etwas über „meinen“ Weinbergmann zu berichten.

Kurz nachdem ich meinen letzten Bericht über ihn geschrieben hatte, habe ich selbigen ausgedruckt und auf meinem nächsten Weinbergspaziergang mitgenommen. Mein liebenswürdiger Zeitgenosse war zwar anwesend, was ich aus dem abgestellten Moped geschlossen habe, aber er war außer Sichtweite, so dass ich ihn nicht weiter stören wollte. Allein, den Ausdruck rollte ich zusammen und steckte ihn in einen Eimer, der wohl für Transportzwecke dient.

Wir haben uns dann Tage nicht gesehen, aber bei der nächsten Begegnung war „er“ so voller Freude, dass mir das Herz aufging. Zusätzlich zu ein paar lieben Witzen hatte er diesmal auch etwas von seiner Zauberei dabei, die er mit mitzubringen angedeutet hatte. Ich möge mir doch bitte eine Zahl zwischen 0 und 63 ausdenken. Bevor ich weiter erzähle. Es war ihm in diesem Augenblick ein ganz besonderes Vergnügen, dass er nicht nur mich als „Zauberlehrling“ vor sich hatte, nein, auch ein Spaziergängerpaar hatte angehalten und verfolgte das Geschehen mit freudigem Interesse.

Ob ich mir eine Zahl ausgedacht habe, wollte er wissen. Ich nickte. Da holte ein vom vielen Zaubern schon leicht mitgenommenes Blatt Papier heraus auf dem sechs Bereiche mit den Zahlen von 0 bis 63 gefüllt waren. Aber in immer wieder anderer Anordnung. Ich solle mir die sechs Bereiche angucken und auf alle die zeigen, in denen meine Zahl enthalten sei. Gesagt, getan. Und mit verschmitztem Gesicht sprach er dann: „Es ist die 59!“ Ich freute mich für ihn, dass der Trick geklappt hatte und bestätigte liebend gern die von mir gemerkte Zahl.

Wie das funktioniert? Das kann man z.B. hier nachlesen.

Und heute? Da stand wieder ein Pärchen bei ihm, das er mit dem schönen Seiltrick verzaubern wollte und dann auch tat, ich kam gerade noch rechtzeitig dazu. Man hat drei Seile, die unterschiedlich lang sind. Und dann legt man die Seile so kunstvoll in eine Hand, dass die sechs Seilende so herausgucken, dass man fast glauben mag, dass die drei Dinger alle gleich lang sind. Ich hoffe, dass die beiden Fotos etwas von diesem freudigen Augenblick „rüberbringen“.

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Und zum Schluss noch einen weiteren Witz vom Weinbergmann:
Weinbergmann-Witz Nummer 3

Ein Mann geht mit seinem Hund spazieren. (Nein, der Witz hat nichts mit mir zu tun…) Da spricht ihn jemand an, dass sein Hund ein so merkwürdiges Fell habe. Das sei wohl wahr, entgegnet das Herrchen, das sei so, weil der Hund ein Polizeihund sei. Der sehe aber gar nicht wie ein Polizeihund aus, meint der andere. „Psssst, das ist Absicht, das ist nämlich ein Geheimpolizei-Hund!“

Und weil’s so schön ist: „Do kanns zaubere“ von Wolfgang Niedecken.

© Ulf Runge, 2014

DANK Numero 21 – Prägnanz

Leben 1101 – Dienstag, 28.01.14

DANK Numero 21 – Prägnanz

Prägnanz. Das ist ein Begriff, den man mit „In der Kürze liegt die Würze“ umschreiben kann. Anlässlich meiner noch unvollendeten Adventskalender-Serie zum Thema „Danken“ ist mir immer wieder ein Gedanke durch den Kopf gegangen, den ich total prägnant finde.

Die Wortwerdung dieses Gedankens in meinem Blog habe ich allerdings für so grenzwertig gehalten, dass ich diesen Gedanken bisher nicht formuliert habe. Und auch nicht als Blogbeitrag veröffentlichen werde. Aber ich habe mir gedacht, ich könnte über das schreiben, was ich nicht veröffentlicht habe.

Vorher ein kurzer Exkurs. Früher waren Kinofilme perfekte Kunstwerke. Und dann hatte jemand die geniale Idee, auch das Material zu verwerten, dass eigentlich peinlicher Natur ist. Versprecher und so. Die wurden dann im Abspann gezeigt. Heute ist es völlig normal, dass diese Ausrutscher auch ans Licht der Öffentlichkeit gelangen. (Bei manchen TV-Produktionen – ja, ja, ich gucke kein Fernsehen – hat man sogar das Gefühl, dass die nur die Peinlichkeiten zeigen, weil auch nur diese der Zweck des Drehs sind.)

Also. Folgender prägnanter Satz war von mir geplant als weiterer Artikel zum Thema „Danke“:

„Danke, dass ich kein Pharisäer bin!“

Und dann habe ich mir gedacht, dass das (vielleicht und oder mit Sicherheit) falsch (bzw. richtig) verstanden wird.

Deshalb habe ich diesen Artikel nie geschrieben.

Stattdessen möchte ich heute mit folgendem Satz enden:

„Danke, dass ich den Artikel <<Danke, dass ich kein Pharisäer bin>> nie geschrieben habe.“

© Ulf Runge, 2014

Vom 8en, Duschen, Bloggen und Twittern – Vier Weisheiten

27. Januar 2014 2 Kommentare

Leben 1100 – Montag, 27.01.14

Vom 8en, Duschen, Bloggen und Twittern – Vier Weisheiten

Weisheit Nummer 1 – Von der 8samkeit

Ein Zen-Weisheit, die es sich immer wieder zu verinnerlichen lohnt, ist die Weisheit von der Achtsamkeit, die ich u.a. bei Zentao gefunden habe:

Ein alter Zen-Meister wurde von seinem Schüler gefragt, wie er es schaffe, dass er immer so wach und präsent sei? Der Meister antwortete mit einem wissendem Lächeln; “wenn ich schlafe, dann schlafe ich, wenn stehe, dann stehe ich, wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich.” „Das tun wir doch alle auch, was machst du denn anders?“ Er antwortete ihm “Nein, das tust Du eben nicht, während Du schlafen solltest, machst Du Dir schon Sorgen, was am anderen Tag geschehen könnte, wenn Du dann stehst, gehst Du bereits weiter, und wenn Du gehst, überlegst Du Dir bereits, was Du essen wirst. Du bist mit Deinen Gedanken ständig irgendwo anders und nicht da, wo Du gerade bist.“

Lieber Zentao, danke für die vielen wertvollen Impulse, die ich schon bei Dir erhalten habe!

Weisheit Nummer 2 – Vom Duschen

Mein lieber Blogger-Freund Jürgen Tesch, hat mir heute die zweite Folge seines aktuellen Projekts „Liebevolle Achtsamkeit“ zugeschickt. Heute geht es um die Achtsamkeit, den eigenen Körper z.B. beim Duschen achtsam wahrzunehmen. Und mitten in den Text eingestreut ist ein für meinen Blog folgenschwerer Hinweis, der genau zu diesem aktuellen Artikel geführt hat, den Du gerade liest: „Wenn ich dusche, dann dusche ich.“ Und daneben steht der Social Media Hinweis mit dem blauen Vögelchen: „Diesen Artikel twittern“. (Nein denke ich mir, ich dusche doch!!!)

Lieber Jürgen, auch Dir herzlichen Dank für die vielen wertvollen Impulse, die ich schon bei Dir erhalten habe!

Weisheit Nummer 3 – Vom Bloggen

Genau das tue ich jetzt. Bloggen. Wenn ich blogge, dann blogge ich.

 

Weisheit Nummer 4 – Vom Twittern

Und dann werde ich auf Teufel komm raus twittern.

Vom Duschen.

Vom Bloggen.

Und zuguterletzt werde ich twittern: „Wenn ich twittere, dann twittere ich.“

 

© Ulf Runge, 2014

U3LF – Ist mein E-Mail-Account auch geknackt?

21. Januar 2014 2 Kommentare

Leben 1099 – Dienstag 21.01.14

U3LF – Ist mein E-Mail-Account auch geknackt?

 

16 Millionen E-Mails Accounts geknackt. So heißt es in den Nachrichten.

Warum ist es wichtig, dass Du Dich schlau machst, ob Du auch betroffen bist?

Nehmen wir mal an, Du heißt „Rudi Ratlos“ und hast bei jahuu.de den Account rudi.ratlos@jahuu.de. Als Kennwort verwendest Du etwa „Kommtkeinerdrauf-2014“.

Selbst wenn Dein Provider jahuu.de dafür sorgt, dass nicht bei ihm eingebrochen werden kann, so gibt es womöglich den einen oder anderen Internet-Shop, bei dem Dich möglicherweise auch mit rudi.ratlos@jahuu.de registriert hast.

Sehr gefährlich ist es, wenn Du dort ebenfalls das Kennwort „Kommtkeinerdrauf-2014“ verwendet hast. Wenn jetzt jemand die Daten bei dem Internet-Shop klaut, kann er dort nicht nur unter Deinem Namen bestellen und bezahlen, wenn Du etwa Deine Kontonummer oder Kreditkarte hinterlegt hast, nein, er kann auch wegen des identischen Kennworts auf Deine E-Mails bei Deinem E-Mail-Provider zugreifen und unter Deinem Namen alle möglichen Dinge treiben.

Etwa Deine Bekannten anschreiben, Du seist in einer Notlage und sie mögen Dir doch bitte dringend Geld überweisen auf das Konto, das in der E-Mail angegeben sei… Das ist schon vorgekommen.

Ob Du betroffen bist, erfährst Du hier bei der extra vom BSI, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, eingerichteten Seite:

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Du brauchst vermutlich etwas Geduld, weil gerade viele Internet-Anwender ebenfalls hier unterwegs sind…
Unten auf dieser Seite gibst Du Deine E-Mail-Adresse ein und setzt auch das Häkchen bei der Datenschutzklausel…

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Als Antwort erhältst Du einen vierstelligen Buchstaben-/Zahlen-Code, etwa hier im Beispiel U3LF.

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Danach bekommst Du vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hoffentlich keine E-Mail. Das ist supergut, denn dann bist Du nicht betroffen.

Oder Du bekommst eine E-Mail mit Deinem Code im Betreff, im Beispiel muss also auch „U3LF“ im Betreff stehen. Die solltest Du öffnen und den Hinweisen und Vorschlägen folgen. (Was drin steht weiß ich zum Glück nicht, das ich wohl nicht betroffen bin.)

Oder Du bekommst eine E-Mail ohne diesen Code. Dann ist das sehr wahrscheinlich eine Fälschung, die Du besser nicht öffnest.

Abschließend noch die Frage, wie so etwas passieren kann?

Der Internet-Shop war nicht sicher genug eingerichtet. Da kannst Du nichts gegen tun. Es ist auf jeden Fall sehr ratsam, in jedem Internet-Shop ein anderes Kennwort zu verwenden. Auf keinen Fall das Kennwort Deines E-Mail-Accounts.

Oder Dein PC ist nicht sicher genug. Du solltest auf jeden Fall einen Virenscanner, eine Firewall und einen Spy-Schutz haben. Da empfehle ich die Hinweise von heise security.

Viel Erfolg! Ich drücke Dir die Daumen, dass Du nicht betroffen bist.

© Ulf Runge, 2014

Heute nicht – 2. Versuch

Leben 1098 – Montag, 20.01.14

Heute nicht – 2. Versuch

 

Heute nicht – 1. Versuch findet sich hier.

 

Er kommt immer wieder zu Besuch. Bisweilen auch zum Essen. Er isst eigentlich immer, was „auf den Tisch“ kommt. Nur Salat, den mag er nicht.

Höflicherweise wird er immer wieder gefragt, ob er denn nicht auch etwas von dem Salat versuchen wolle.

Immer und immer wieder ist seine Antwort dieselbe: „Nein danke, heute nicht.“

© Ulf Runge, 2014

Magnum

19. Januar 2014 1 Kommentar

Leben 1097 – Sonntag, 19.01.14

Magnum

 

Wir schreiben den Spätsommer 2012, es ist schon spät am Abend. Ich schaue noch mal kurz auf mein Smartphone und entdecke, dass da gerade eben eine E-Mail hereingekommen ist.

Die CSC Akademie in Wiesbaden, die mich bei meiner Zertifizierung zum IPMA-/gpm-Projektmanager begleitet hatte, lädt ein. Wie jedes Jahr zum Absolvententreffen Ende Oktober. Ein Termin, den man sich nicht entgehen lassen sollte, da dort überwiegend hochkarätige Praxis-Berichte zum Thema Projektmanagement vorgetragen werden.

Ich bestätige die Einladung und mache für heute Schluss mit E-Mails.

Das schöne an diesem Termin ist u.a., dass man ihn nur in seinen Terminkalender eintragen muss. Nicht selber was vorbereiten. Einfach nur hingehen.

Vor Beginn der eigentlichen Veranstaltung warten bereits belegte Brote und Suppe auf die Gäste. Man trifft Gesichter wieder, die man schon länger nicht gesehen hat, erzählt, hat Freude am Wiedersehen.

Dann bittet Peter Felske, der immer gut gelaunte Gastgeber des Absolvententreffens, man möge doch bitte seinen Platz im Vortragsraum einnehmen, welcher sich nun sehr schnell mit erwartungsfrohen Mienen füllt.

Peter begrüßt uns Teilnehmer und legt am Beamer die Agenda auf. Er macht uns Appetit auf das Programm des Nachmittags. Dann hält er kurz inne und sagt sinngemäß, dass er sich bei allen Anwesenden für Ihr Kommen bedankt, vor allem aber bei einem, bei Ulf Runge, weil dieser…

Adrenalinstoß! Der Peter hat meinen Namen gesagt. Und kommt auch schon auf mich zu. Ich höre ihn weitersprechen: „Weil eine Veranstaltung nur dann zustande kommt, wenn es einen allerersten gibt, der sich anmeldet.“ Ich erhebe mich und nehme freudig eine Magnum-Flasche edelsten Rheingau-Sektes entgegen und bedanke mich ganz herzlich.

Es ist eine schöne Tradition bei dieser Veranstaltung, die/den ersten dafür zu belohnen, dass sie/er sich als erste/r angemeldet hat.

Manchmal machen wir uns gar nicht auf den Weg. Obwohl wir uns selber doch am meisten dadurch belohnen könnten, dass wir die Komfortzone verlassen haben und unterwegs sind.

Ohne den ersten Schritt kommt kein Läufer ins Ziel…

Und ab dem zweiten Schritt ist man schon unterwegs, selbst wenn man vermeintliche Umwege beschreiten muss oder sogar das Ziel neu definieren.

 

© Ulf Runge, 2014

Heute nicht

19. Januar 2014 14 Kommentare

Leben 1096 – Sonntag, 19.01.14

Heute nicht

Gestern wollte ich einen Blogbeitrag geschrieben haben. Allein. Das Leben war wichtiger. Der Alltag. Und auch das Außergewöhnlich von gestern. Nur den Blogbeitrag habe ich nicht geschrieben.

Nicht weiter schlimm. Dann schreibe ich heute einen.

Das habe ich gestern auch schon gesagt. Und am Tag davor ebenfalls.

Genau genommen sage ich das seit einer Woche.

Ich hätte doch wenigstens einen kurzen Artikel schreiben können, dass ich „heute“ nichts schreibe. Egal warum.

Ich hätte ja nichts begründen müssen. Dass der Alltag mich auffrisst. Oder das Außergewöhnliche. Oder dass mir nichts (mehr) einfällt.

Hätte ich nicht.

Einfach nur sagen: Heute nicht. Oder besser: Heute ausnahmsweise nicht. So wie gestern ausnahmsweise nicht. Oder so.

Und dann sehe ich ein Video im Netz. Und das Video sagt mir: Du schreibst gerade nicht nur nicht Deinen Blog. Du bist auch dabei, gerade nicht Dein Leben zu schreiben.

Moment, Link folgt in wenigen Sekunden.

Vorher noch ein letzter Gedanke. Es ist der 19. Tag des neuen Jahres. Und ich frage mich: Habe ich einen Plan für dieses Jahr? Bin ich mir über meine Ziele sicher? Weiß, ich warum und wie ich sie erreichen möchte? Ich glaube, ich muss dringend meine Hausaufgaben machen. Das Leben, der Alltag, das Außergewöhnliche, sie sind keine Entschuldigung dafür, keine Ziele, keinen Plan zu haben.

Ich danke Julia Ellermann für Ihren tiefsinnigen und wachrüttelnden Poetry Slam Vortag.

© Ulf Runge, 2014

Tradition

Leben 1094 – Mittwoch, 08.01.14

Tradition

English translation see below

Beim Begriff „Tradition“ habe ich immer ein leichtes Grummeln im Bauch. Weil Tradition mich an Dinge erinnert, die man tut, ohne zu wissen, warum. So etwas mag ich nicht.

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Eine schöne Tradition ist es, jedes Jahr am 1. Advent-Wochenende auf den schwedischen Weihnachtsmarkt in Frankfurt zu gehen. Um dort etwa mit Lachs gefüllte Tunnbröd-Rollen zu essen, weihnachtlichen Klängen aus Skandinavien zu lauschen, einen „Glögg“ genannten Glühwein zu genießen. Als Nachtisch Ostkaka aus Frödinge, dem vermutlich leckersten Käsekuchen auf dem ganzen Globus. Schwedische Lebensmittel (Gesalzene Butter, Anna-Kekse) ergattern, wunderbare Glaskunst zu bestaunen und Handarbeiten aus Rentierleder als außergewöhnliches Geschenk zu ergattern.

Der schwedische Weihnachtsmarkt ist allerdings NICHTS ohne den Erwerb des Sverigealmanackan, des Wandkalenders für das kommende Jahr. Für jeden Monat ein typisches Motiv aus einer anderen Provinz (Län) im typischen Sverigealmanacken-Stil.

Leider fiel der letzte Besuch des schwedischen Weihnachtsmarktes aus. Das bedeutet: Eine Jahr ohne diesen stimmungsvollen Kalender stand vor der Tür. Eine leere Fläche an der Küchenwand in den kommenden 12 Monaten.

Internetseidank klingelte es heute an der Haustür. Die Post. Globalisierungseidank traf das vor Weihnachten bei Sommarbackens Ullbod bestellte Päckchen endlich ein, auf dem deutschsprachigen Lieferschein sogar handschriftlich signiert von der verantwortlichen Mitarbeiterin „Mvh Angelica“ (Med vänliga hälsnignar = mit freundlichen Grüßen).

Dass dieses wunderbare Stück Fernweh auch dieses Jahr wieder in der Küche hängt, ist eine schöne Tradition!

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© Ulf Runge, 2014

life 1094 – Wednesday, 01/08/14

tradition

Regarding the term ” tradition ” I always have a slight rumbling in the abdomen. Because tradition reminds me of things that you do, without knowing why. This is something I do not like.
A beautiful tradition is to go to the Swedish Christmas market in Frankfurt every year’s first Advent weekend. To eat Tunnbröd roles filled with salmon, to listen to Scandinavic Christmas music, and just to enjoy a “glögg”, a mulled wine. For dessert Ostkaka from Frödinge, probably the most delicious cheesecake on the globe. To snatch Swedish food ( Salted butter, Anna biscuits ), to admire wonderful glass art, and to get hold of handicrafts made of reindeer leather as an exceptional gift.

The Swedish Christmas Market , however, is NOTHING without the purchase of the Sverigealmanackan , the wall calendar for the coming year . For each month, a typical motif from another region (Län) in the typical Sverigealmanacken style.
Unfortunately, the last visit of the Swedish Christmas market fell out. This means: A year without this lively calendar was at the door. An empty space on the kitchen wall for the next 12 months.
Internetthanks today it rang at the front door. The Post(wo)man. Globalizationsthanks the shortly before Christmas at Sommarbackens Ullbod ordered present finally arrived. With a German language delivery form. And even handwritten signed by the responsible employee: “Mvh Angelica” (Med vänliga hälsnignar = sincerely).
The fact that this wonderful piece of wanderlust again is hanging in the kitchen this year, is a beautiful tradition!

© Ulf Runge, 2014

Ausnahmezustand in Niedersachsen

Leben 1093 – Montag, 06.01.14, Heilige Drei Könige

Ausnahmezustand in Niedersachsen

Bisher waren es Meteoriten. Oder Weltraummüll. Bisweilen auch verunglückte Flugzeuge. Aber jetzt ist alles anders. Diesen Monat, und der Tag ist höchstrichterlich sogar auf den 21. Januar prognostiziert, heißt es in Niedersachsen, und vermutlich besonders in Hannover: Augen auf, Augen nach oben, denn da kommt etwas gefallen, was dem einen oder anderen womöglich nicht gefallen mag.

Bei Experten sagt man mitunter schon einmal, dass sein oder ihr „Urteil“ schwer wiege. Was aber wiegt ein Landgerichtsurteil? 5 Kilogramm? 10? Gar 100? Das erinnert mich an die Scherzfrage, was denn schwerer ist: eine Kilo (Bett-)Federn oder ein Kilo Eisen? Und die „dumme“ Antwort, dass man den Unterschied merkt, wenn einem das auf dem Kopf fällt.

Ich schließe: Liebe Landsleute im hohen Norden: Zieht den Kopf ein am 21. Januar, denn wie meine Lokalzeitung, der Bergsträßer Anzeiger am 03.01.2014 titelt, wird das Wulff-Urteil noch im Januar fallen. Und ich gönne niemandem, dass sie oder er die Person ist, die sich zufällig dort verweilt, wo es zum Touch-Down kommt.

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Ach ja: Und wenn jemandem gefällt, dass Urteile gefällt werden, dann freut mich ein „Gefällt mir“.

© Ulf Runge, 2014

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