Archiv
Ratlos
| Leben 494 – Freitag, 25.09.09
Schlaflos. Mutlos. Achtlos. Als ich „Schlaflos“ schrieb, hatte ich keine blassen Schimmer davon, dass mir an den zwei folgenden Abenden die Themen „Mutlos“ und „Achtlos“ aus den Fingern fließen würden, direkt in die Tastatur hinein. Und nun sitze ich ratlos da und stelle mir die Frage, worüber ich denn nun schreiben könne. „Atemlos“? „Ratlos“? (Ha!) Oder passend zum 30-Millionen-Jackpot-Mittwoch: „Glück(s)los“? Ich bleibe ratlos. Beschließe gestern, mal nix zu schreiben. Clicke mich bei meinen BlogfreundInnen durch. Und staune nicht schlecht, als ich bei Christa restlos ratlos wurde… © Ulf Runge, 2009 |
Spiegelei
| Leben 464 – Sonntag, 12.07.09
Lieber Freund, Danke, Mich nur ansiehst. Danke. Danke. Lieber Freund, © Ulf Runge, 2009 |
Der Anruf
| Leben 454 – Montag, 29.06.09
Tag um Tag tu ich’s nicht schaffen, Rufen wollt’ ich, und zwar an, Und so tat ich noch was warten, und dann war es Zeit zum Kochen, Nach dem Spülen wollt’ ich’s tun, Anders kommt es, als ich wollte, Messer, Waschvollautomaten, Huch, jetzt hab’ ich mich vergessen, Tagesschau und Wetterkarte, Smsen könnt’ ich und auch mailen, © Ulf Runge, 2009 |
Bürotisches
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Leben 408 – Dienstag, 24.03.09
Ich schreibe ja prinzipiell nichts zu meinem beruflichen Alltag. Wer meinen Blog kennt, weiß das. Wer meinen Blog nicht kennt, ist selber schuld, grins.
Heute breche ich dieses Tabu ein klein wenig. Nenne die nun geschildert werden wollende Begebenheit „Bürotisches“. Und wer weiß, vielleicht ist das ja der Auftakt für eine neue Facette meines Schreibetagebuches.
Ich war neu in der Firma. Und mein Arbeitsplatz war im 11. Stockwerk eines Hochhauses. Dann gab es da noch das 9. und 10. Stockwerk, die mein Betrieb ebenfalls angemietet hatte.
Also. Ich war neu in der Firma. Saß an meinem Großraumarbeitsplatz, ein Gefühl, das ich seit 15 Jahren nicht mehr gehabt hatte. Davor immer nur Einzelhaft oder Zweibett-/Dreibettzimmer. Jetzt also links und rechts Kolleginnen und Kollegen. Und hinter und vor mir auch.
Also. Ich war neu in der Firma. Saß an meinem Großraumarbeitsplatz und erhielt einen Anruf, dass am Empfang, also ganz unten, eine eilige Kurierpost für mich abgegeben worden sei.
Okay, ich zog mir mein Jacket an, überprüfte, dass ich meinen Betriebsausweis dabei hatte, begab mich zum Aufzug, fuhr hinab, begab mich zum Empfang, grüßte freundlich, nahm den Umschlag in Empfang, quittierte und lief zum Fahrstuhl zurück.
Der war auch prompt da, ich drückte die „11“, betrachtete die Absenderadresse auf dem Kuvert und war auch schon auf meiner Etage angekommen, wollte raus, und wurde beinahe von einer stürmischen Dame überrannt, die dann aber doch ein Einsehen hatte, und mich erst aussteigen ließ.
An meinem Arbeitsplatz angekommen öffnete ich den Brief, ein wenig unprofessionell ohne Schere, weil selbige sich wohl von meinem Schreibtisch entfernt hatte. Meinem Kollegen zur Rechten, rief ich, ohne ihn anzugucken, ein kurzes „Bin wieder da!“ zu, überflog das Anschreiben und ging zurück zur vorher unterbrochenen Arbeit.
Drückte Strg-Alt-Entf und wollte mich wieder an meinem PC anmelden, als dieser meine Zugangsdaten nicht annehmen wollte. Hm, dachte ich.
Hm, dachten auch meine Kollegen. Der zur Rechten. Die zur Linken. Alle um mich rum. Die sahen so anders aus!!!
Hochroten Kopfes erhob ich mich von „meinem“ Stuhl, nahm den Brief, murmelte noch was „in der Etage geirrt“ und entschwand wie selten gesehen.
P.S.: Liebe Leserin, lieber Leser meines Blog, hier geht es erst am Wochenende weiter. Ich hoffe, wir lesen uns bald wieder. Herzlichst, Ulf Runge
© Ulf Runge, 2009
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Wie das Wochende war? Teil zwei (Aua aua, Strafe muss sein)
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Leben 227 – Montag, 10.03.08
gewidmet einer verlorenen Silbe,
ERSTENS Da ist kein Schenkel,
ZWEITENS
Call Center Agent,
DRITTENS
Mit 80 Kilo viel zu schwer,
VIERTENS Wochende und Sonnschein,
© Ulf Runge, 2008 |
Abstoß? Befreiungsschlag! (Nein, das ist nicht für Oliver K:-)ahn
Leben 190 – Dienstag, 22.01.08
Nein, das ist nicht für…
… Oliver K:-)ahn,
das ist für mich…
Er fing den Ball, er schlug ihn ab,
die Gegner lachten sich halb schlapp,
sie kamen immer aus der Tiefe,
sie zwangen ihn zur Defensive,
so eben und noch gerade bloß,
hielt er den Ball, dachte: „Abstoß!“
doch Klappe halten tat er nicht,
worauf ihm sprang man ins Gesicht,
den schlag ich ab, wir wolln doch siegen,
doch in die Tasche tat er lügen,
sich,
und frug und frog und fragte sich,
wenn statt dem Abstoß ich mal wag,
nen richtigen Befreiungsschlag?
Und während all die andren lachten
und sich ihr Teil so bei sich dachten,
da lief er an, da holt er aus,
da tritt und traf das Ei der Daus,
es war sein Tag, ganz ohne Frag,
die Zeit war reif: Befreiungsschlag!
© Ulf Runge, 2008
Blödeleien #3: Krankmeldung
Leben 146 – Freitag, 30.11.07
Es wurde schlecht dem Bienenschwarm,
er hatte nämlich…
… Magen-Darm …
© Ulf Runge, 2007
Blödeleien #2: Schleimende Reime #1: Vom und von „asen“
Leben 145 – Freitag, 30.11.07
Als am Stuttgarter Wasen
fünf Hasen
in der Zeitung lasen:
Neues von Vettern und auch ihren Basen,
von ätzenden Säuren und laugenden Basen,
von Moskitostarts auf Flughafen-Basen,
da wollten sie alle mit Mündern und Nasen
auf Wiesen und Rasen gerne mal grasen,
Blümelein pflücken für tönerne Vasen,
und dem Mondlaufe folgen mit all seine Phasen,
und träumen vom Bürgersteigkanten Abfasen,
vom Ritt auf Kamelen zu wüsten Oasen,
von Kreuzworterätsel lösenden Asen,
und vom Dreschen sinnloser Meeting-Phrasen.
© Ulf Runge, 2007
Leben 88 – Donnerstag, 27.09.07 – Blödeleien #1
Quatschkopf
Wer immer ernst und –haftig ist,
beim Witz Pointen gern vergisst,
der kriegt schon gerne so ´nen Touch,
als mög‘ er alles, nur kein‘ Quatsch.
~ ~ ~
Hassliebe
Wer ratlos sitzt vorm Schreibpapier,
meist weiß und dann auch DIN A4,
und will ´nen Liebesbrief verfassen,
der wird schon bald aus Liebe hassen.
~ ~ ~
Angebot
Da ruft wer an, den sie nicht kennt,
und sich Call-Center-Agent nennt,
verkaufen will er, und zwar günstig,
da ruft sie „Nein!“ und zwar inbrünstig!
~ ~ ~
Durchblick
Wenn Deine Brille ist verschmutzt,
und Du sie mit dem Tuche putzt,
dann meide besser prickelnd Sekt,
sonst ist sie gleich wieder verdreckt.
© Ulf Runge, 2007
Leben 28 – Freitag, 08.06.07 – Traummänner
Ich bin müde. Lege mich schlafen. Da kommen sie schon, die zwei Männer. Sie hecken etwas aus, bereden ihren Plan. Kaum dass ich eine Ahnung bekomme von ihrem Vorhaben, dämm´re ich weg. Die beiden Männer bleiben. Sie unterhalten sich angeregt. Diskutieren heftig. Fuchteln mit den Händen. Sie werden lauter, blicken zu mir ´rüber und verstummen. Kurz darauf reden sie weiter, noch gedämpfter als vorher. Ich verstehe nur wenig. Spüre aber, dass es wichtig ist, am Ball zu bleiben. Vielleicht kann ich ´was Schlimmes verhindern. Die beiden sehen immer wieder zu mir her, flüstern sich zu. Jede Menge Einzelheiten, die auf mich einstürmen. Wortfetzen, die ihren Sinn noch bekommen sollen. Ich muss unbedingt wach werden, aufschreiben, was ich höre, eine Idee bekommen, was sie vorhaben.
Hellwach und todmüde zugleich schleiche ich mich ins Nachbarzimmer. Ich fühle, wie die Augenstrahlen der beiden mich verfolgen. Mit zitternder Hand greife ich zum Stift, beginne zu schreiben. Merke, wie meine Erinnerung mich verlässt. Kritzel, krakel. Bis auf ein paar Striche bleibt der Zettel leer. Die Namen sind weg, ich weiß keine Orte, gesichtslose Gestalten huschen in mir vorbei.
Muss es denn immer ´was Unrechtes sein, wenn zwei sich konspirativ unterhalten? Überhaupt, müssen es immer zwei Männer sein, wenn von Bösewichten die Rede ist? Lassen wir den einen Mann eine Frau sein. Vielleicht hatten diese Beiden gerade Kenntnis bekommen, dass zwei andere Männer, äh, eine andere Frau und ein anderer Mann, ein Verbrechen vorbereiten wollten. Und waren gerade dabei, sich abzustimmen, wie dies zu verhindern sei. Just als sie in meine Gegenwart traten.
Aber warum gerade in meinem Traum? Warum mich nicht schlafen lassen? Und wenn schon im Traum erscheinen, dann doch bitte so, dass ich daraus eine Geschichte machen kann! Nicht den Schlaf rauben! Bitte nicht!
Nun sitze ich hier im Morgengrauen. Frau und Mann sind verschwunden. Die Guten. Und vielleicht auch die Bösen. Was bleibt, sind ein geraubter Schlaf, ein leeres Blatt Papier und ein müder Ich, der sich noch mal hinlegt. Kreisende Gedanken. Es haben wohl nur Sekunden gefehlt, dann hätte ich den Plan der beiden verstanden. Dann wär der Traum ausgeträumt gewesen, und ich hätte meine Story. Ich schnarche gerade ein, als der Wecker ich unsanft daran erinnert, dass normale Menschen jetzt ausgeruht und freudig aus der Koje springen, gut gelaunt den Tag begrüßen und beim Frühstück beim Kaffeeschlürfen beim Zeitunglesen beim Bissenrunterschlucken spontan ausrufen: „Du, ich hab´ heute Nacht vielleicht was geträumt! Zwei Männer, Du glaubst es nicht. Hatten sich verschworen, einem dritten den Schlaf zu rauben! Dann hat sich der eine in eine Frau verwandelt, abstrus! Und ehrlich gesagt, den Rest weiß ich nicht mehr!“
Mit letzter Kraft drücke ich die Nachwecktaste.
© Ulf Runge, 2007


Angemerktes