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Archive for the ‘Lyrik’ Category

Der Hitze-Blues

27. Juli 2013 4 Kommentare

Leben 1031 – Samstag, 27.07.13

Hinweise:

Traurig zu singen. Ein Blues halt.
Wer mitsingen will, sollte die Silben nach dem ` Zeichen betonen.
Die jeweils ersten zwei Zeilen mit melancholischer Melodie singen,
die jeweils dritte Zeile nach Belieben kämpferisch oder tieftraurig intonieren.

Der Hitze-Blues

Ich `leide `unter `Sommer`hitze, `schwitze, `bin zu `gar nichts `nütze,
`leide `unter `Sommer`hitze, `schwitze, `bin zu `gar nichts `nütze,
selbst `Fächeln `kühlt nur `kaum die `Luft, und `Schweiß hat `keinen `edlen `Duft!

Das `Denken `fällt mir `immer `schwerer, mein `Wortschatz, `der wird `immer `leerer,
`Denken `fällt mir `immer `schwerer, mein `Wortschatz, `der wird `immer `leerer,
selbst `Reimen `wird zur `hohen `Kunst, es `pfeift das `Schwein, der `Eber `grunzt.

Ich `leide `unter `Sommer`hitze, `schwitze, `bin zu `gar nichts `nütze,
`leide `unter `Sommer`hitze, `schwitze, `bin zu `gar nichts `nütze,
auf  `Hoch folgt `Tief, auf `Tief folgt `Hoch, es `ist so `heiß, wie `lange noch?

© Ulf Runge, 2013

Paprika!

1. Mai 2013 11 Kommentare

Leben 1003 – Donnerstag, 02.05.13

Paprika!

 

Was man so aneinander hat,
das merkt man meistens oft zu spat.

Ich will nicht lange drüber schwätzen,
beizeiten sollte man sich schätzen.

Entdeckt man schmerzhaft den Verlust,
ist man tieftraurig, voller Frust.

Verloren sind jetzt Malz und Hopfen,
wo bist Du nur, mein Spülenpfropfen?

Ich will doch das Geschirr jetzt spülen,
und tu nach Dir im Abfall wühlen.

Ich such Dich hier, ich such Dich da,
auf einmal denk ich: „Paprika!“

Die Reste von dem Schotenputzen,
tu ich als Pfropfersatz jetzt nutzen.

IMAG0882

Hurtig spül ich und geschwind,
auf einmal ich den Pfropfen find.

IMAG0887

Wo kommt der her, der war doch weg?
Hat meine Optik ’nen Defekt?

Dass ich mich täuschte, kann nicht sein,
es muss was Größ’res Ursach‘ sein.

In parallelen, andren Welten,
ich hoffe, dass man das lässt gelten,

da war wohl kurz mal grad mein Pfropfen,
’nen andren Ablauf dort zu stopfen.

© Ulf Runge, 2013

Nässe ist nur schlimm, solange man noch trocken ist

3. Juni 2012 18 Kommentare

Leben 891 – Sonntag, 03.06.12

Nässe ist nur schlimm, solange man noch trocken ist

 

 

Wenn Tröpflein sanft zu Boden schweben,
und meine Kopfhaut tun beleben,
wenn sie die Brille gern benetzen,
dann fang ich an schnell heim zu hetzen.

Doch wenn die Wolken plötzlich brechen,
die Nässestrahlen mich zerstechen,
dann denk ich nicht mehr dies und das,
dann sag ich nur: „Jetzt biste nass!“

 

© Ulf Runge, 2012

Zug-Entzug – oder Vorschlag für eine Bahnpendler-Hymne

23. März 2012 5 Kommentare

Leben 823 – Freitag, 23.03.12

Zug-Entzug – oder Vorschlag für eine Bahnpendler-Hymne

 

 

Das nachstehende Gedicht ist eigentlich ein Liedtext.

Zu singen nach Reeperbahn 2011 (What it’s like).

Vielleicht hörst Du Dir erst das Original an. Aber auch wiederkommen!!!

„Mein“ Text ist natürlich dem Original nachempfunden:

http://www.udo-lindenberg.de/reeperbahn_2011_what_it_s_like.100971.htm

 

Jetzt aber. Am besten, Du versuchst den Text zum Lied mitzusingen…

Viel Spaß!

 

 

 

Freitag Abend, Freitag Nacht,

abgerockt und viel gelacht,

doch immerzu bin ich’n bisschen traurig.

 

Und dann ist Schluss, ist ausgeschwooft,

Sonnabend wird ausgepooft.

immer bin ich irgendwie so traurig.

 

Ich fahr herum, hab’ eingeparkt:

erst mal zu Jenny, dann zum Markt

und trotzdem bin ich irgendwie so traurig.

 

Ich weiß nicht, warum ich nicht so richtig happy bin, doch nach `ner

Weile kommt’s mir wieder in den Sinn:

 

Eisenbahn – komm doch an,

Du rot Lackierte, Du machst mich an.

Eisenbahn – alles klar,

roll in den Sackbahnhof, dann sind wir wieder da!

 

Ich spüle ab und putz das Klo,

hör dabei Westradio,

und wieder bin ich irgendwie so traurig.

 

Ich mag Musik von Udo L

Ich find sie sensationell

immer bin ich irgendwie so traurig.

 

Sonntag Abend, Sonntag Nacht,

Pendlerherz, nun wieder lacht,

und auf einmal bin ich fröhlich

 

Oh Mann – ich sag`:

Ich weiß jetzt, warum ich wieder richtig happy bin, am Sonntag Abend

kommt’s mir wieder in den Sinn:

 

Eisenbahn – komm doch an,

Du rot Lackierte, Du machst mich an.

Eisenbahn – alles klar,

roll in den Sackbahnhof, dann sind wir wieder da!

 

Eisenbahn – komm doch an,

Du rot Lackierte, Du machst mich an.

krieg von Dir nie genug

roll in den Sackbahnhof, ich hasse Zug-Entzug

 

© Ulf Runge, 2012
© Originaltext von Reeperbahn 2011: Udo Lindenberg und Jan Delay

poe Du

20. März 2012 5 Kommentare

Leben 821 – Dienstag, 20.03.12


poe Du

 

Ich wär‘ so gern poe Du mit Dir,

ich glaub, ich werd‘ das nie,

ich und die Poesie.

 

© Ulf Runge, 2012

Zum Tag der Poesie am 21. März …

 

Jetzt

9. Februar 2011 6 Kommentare
Leben 678 – Mittwoch, 09.02.11

 

 

Ich bin…

… Jetzt.

 

Ich bin nicht Gestern.

Nicht Morgen.

Ich bin nicht Heute.

Weil Heute morgen Gestern ist.

Ich bin nicht Heute.

Ich bin Jetzt.

 

Ich bin auch nicht der Augenbiick, der soeben vorbei gegangen ist.

Nicht der Moment, der da noch kommen möge.

 

Ich vermute, meine Gedanken zu sein.

Meine Gedanken von gestern, die meine Kleidung von heute Gestalt haben werden lassen.

Meine Gedanken von gestern, die zu Zeugnissen, Lebensläufen und Fotos geworden sind.

Bin ich meine Gedanken?

Bin ich meine jetzigen Gedanken?

 

Ich vermute, meine Gefühle zu sein.

Meine Gefühle von gestern, die meine Erinnerung mit Kaffeegeruch, Pianoklängen und Kachelofenwärme gefüllt haben.

Meine Gefühle von gestern, die mich in Freude und Panik versetzt haben.

Bin ich meine Gefühle?

Bin ich, was ich gerade spüre?

 

Ich bin…

… Jetzt.

Durch Dich, durch Dein Lesen, bin ich jetzt auch Dein Jetzt. Wann immer Du willst…

© Ulf Runge, 2011

Wiedergeboren

24. Juni 2010 6 Kommentare
Leben 589 – Donnerstag, 24.06.10

All-erster Blick und erster Gedanke,
erstes Gefühl, und das heißet „Danke!“
Der erste bewusste Einatmenzug,
das wär‘ mir zum Leben fast schon genug.

Wiedergeboren und wiedererwacht,
aus ganz tiefem Schlaf, und nach sehr langer Nacht,
erhofft, nicht gewusst, und dann doch eingetreten,
manchmal hilft nichts, und bisweilen hilft beten.

Dein erstes Lächeln verzaubert die Welt,
beim Wiederdasein denkst Du nicht erst ans Geld,
Du spürest das Leben tief in Dir drin,
einfach nach Sein nur ist Dir’s grad im Sinn.

Doch dann kommt zurück das Gestern und Morgen,
die Fehler, der Alltag, das Leid und die Sorgen,

Und schnell, viel zu schnell, ist verflogen der Zauber,
Der Tag, eben jung noch und rein nur und sauber,
der welket dahin, will erledigt nur sein,
was eben noch groß schien, wird hässlich und klein,

und Du hoffst nun auf Morgen, auf ein nächstes Erwachen,
auf noch ´ne Geburt, um’s anders zu machen.
Man möge Dir nochmal ein Morgen geben!
Warum denn ein Morgen? JETZT ist Dein Leben!

© Ulf Runge, 2010

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