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Archiv für die Kategorie ‘4 Gereimtes’

Paprika!

1. Mai 2013 11 Kommentare

Leben 1003 – Donnerstag, 02.05.13

Paprika!

 

Was man so aneinander hat,
das merkt man meistens oft zu spat.

Ich will nicht lange drüber schwätzen,
beizeiten sollte man sich schätzen.

Entdeckt man schmerzhaft den Verlust,
ist man tieftraurig, voller Frust.

Verloren sind jetzt Malz und Hopfen,
wo bist Du nur, mein Spülenpfropfen?

Ich will doch das Geschirr jetzt spülen,
und tu nach Dir im Abfall wühlen.

Ich such Dich hier, ich such Dich da,
auf einmal denk ich: „Paprika!“

Die Reste von dem Schotenputzen,
tu ich als Pfropfersatz jetzt nutzen.

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Hurtig spül ich und geschwind,
auf einmal ich den Pfropfen find.

IMAG0887

Wo kommt der her, der war doch weg?
Hat meine Optik ’nen Defekt?

Dass ich mich täuschte, kann nicht sein,
es muss was Größ’res Ursach‘ sein.

In parallelen, andren Welten,
ich hoffe, dass man das lässt gelten,

da war wohl kurz mal grad mein Pfropfen,
’nen andren Ablauf dort zu stopfen.

© Ulf Runge, 2013

Hier und dort und da

7. Dezember 2012 4 Kommentare

Leben 963 – Freitag, 07.12.12

Hier und dort und da

Ich:

Ich bin wieder hier!
Ich bin wieder da!
Heissa heissa hoppsassa.

Die Vorsehung:

In wenigen Minuten erreichen wir Frankfurt am Main Hauptbahnhof.
Dort (oder heißt es hier?) erreichen Sie alle vorgesehenen Anschlüsse.
(Und genau jetzt würde jeder umsteigewillige Zuggast gerne wissen, was denn die Vorsehung so vorgesehen hat…)

Da da da:

Bald wird hier ein neuer Thai Snack eröffnen:

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Immer, wenn ich an diesem Schaufenster vorbeigehe, denke ich mir, Mensch, die Leute sind doch bestimmt schon (irgendwo) da, nur eben (noch) nicht hier

Heute hier, morgen dort…

© Ulf Runge, 2012

arten

24. Oktober 2012 3 Kommentare

Leben 954 – Mittwoch, 24.10.2012 – 2. Tag der SWR1 RP Hitparade

arten

Ich vermute mal, dass ich einfach nur genervt habe mit meinen vielen Mails ins Studio. Ich vermute, dass die gesamte Redaktion beim Lesen meines Namens „Der schon wieder“ gestöhnt hat.

Obwohl ich um 2 Uhr im Bett gewesen sein wollte, haben zwei Krankheiten mich nicht ins Bett gehen lassen: Das noch wenige Tage andauernde Hitfieber und das mich sporadisch überfallende Reimfieber.

Um 03:28 war das soweit: Ich durfte den total aufgeräumten Moderatoren Steffi Vitt und Michael Lueg mein nachfolgendes Gedicht „arten“ vorlesen:

Karten.

Tu ich drauf warten.

Und wenn die anrufen, bin ich grad im Garten.

Oder in Hinterzarten.

Flugzeuge starten.

Schützen harren in ihren Schießscharten.

Es gibt so viel Pflanzen-, Tier- und Hörerarten.

(Ungefähr ab hier ein ungebremster Lachanfall von Steffi.)

Ich hör SWR1 RP auf allen Fahrten.

Grüße aus Garmisch-Parten.

Narren, die einander narrten.

Die Harten.

In den Garten.

4 Karten.

Tu ich drauf warten.

Danke, dass ich das vorlesen durfte. Danke, dass ich aufs Schiff darf.

© Ulf Runge, 2012

Nässe ist nur schlimm, solange man noch trocken ist

3. Juni 2012 18 Kommentare

Leben 891 – Sonntag, 03.06.12

Nässe ist nur schlimm, solange man noch trocken ist

 

 

Wenn Tröpflein sanft zu Boden schweben,
und meine Kopfhaut tun beleben,
wenn sie die Brille gern benetzen,
dann fang ich an schnell heim zu hetzen.

Doch wenn die Wolken plötzlich brechen,
die Nässestrahlen mich zerstechen,
dann denk ich nicht mehr dies und das,
dann sag ich nur: „Jetzt biste nass!“

 

© Ulf Runge, 2012

Mein Name ist … Kartoffelpü

30. April 2012 15 Kommentare

Leben 842 – Montag, 30.04.12

Mein Name ist … Kartoffelpü

Der einstündige Abendspaziergang mit meinem Hund lag hinter mir, doch ich wollte die laue Abendstimmung noch nicht verlassen. Zog ich mir die Joggingklamotten an und trabte, Udo Lindenberg ins Ohr gestöpselt, davon, Richtung Felder.

Als ich mir dachte, es geht noch eine Nummer anspruchsvoller, drehte ich mich zum Weinbergpanorama, zum steilen Anstieg am Friedhof entlang, wo man 12 Minuten ohne Unterbrechung steil und immer steiler hochlaufen, hochtraben, an manchen Stellen auch nur hochgehen kann. Dann bin ich sowas von außer Atem, genieße den leicht abschüssigen Weg durch hochgewachsenen Oden-Wald, um nach weiteren 10 Minuten einen herrlichen Ausblick Richtung Oberrheintal und Pfälzer Wald zu genießen. Die Abendsonne im Gesicht, strahlt mein Blick zwischen Biblis und Philippsburg hin und her.

Diesen Weg bin ich seit mindestens einem Jahr nicht mehr gelaufen. Und als er dann wieder vor mir lag, wusste ich auch wieder, warum ich diesen Weg so lang nicht mehr gegangen war. Ein mächtiger Baumstamm mit mindestens 60 cm Stammdurchmesser liegt der Länge nach gespalten quer zu dem Hohlweg, keine Passage zulassend. Ein Foto von dem Kabensmann zu schießen habe ich leider versäumt.

Zurücklaufen. Aufgeben? Nicht ich. „Nicht Du!“, sagte ich zu mir. Ich krabbelte den steilen und sehr lockeren Waldboden nach oben, immer wieder abrutschend, immer wieder auf allen Vieren Halt suchend, um dann endlich durch dichten Wald Orientierung suchend und den nächsten Schritt findend durch unwegsames Unterholz, über stachligen Brombeer und vermutlich zeckenlauernden Farn die Gewissheit zu finden, dass ich mal wieder so eine „Ich schaff das!“ Herausforderung gesucht und gebraucht habe.

Oh, war das ein schönes Gefühl, als ich endlich wieder auf barrierefreiem Waldweg unterwegs war.

Und da wartete die erste Belohnung auf mich. Zwei Ohren, zwei Augen, ein Kuschelgesicht. Das muss der Kopf eines Rehs sein, denke ich mir, schalte die Kamerafunktion meines Handys an, schaue Richtung Reh. Weg ist es.  Laufe weiter. Langsam. Vorsichtig. Und darf erleben, wie das Reh hinter der nächsten Wegkurve keine 20 Meter von mir entfernt über den Waldweg quert. Wow. (Ich konnte noch ein Suchfoto schießen. Ob das Reh da drauf ist, weiß ich nicht wirklich. Deshalb ist ja auch ein Suchfoto.)

Ich verlasse den Wald, will gerade Blickkontakt mit dem Horizont aufnehmen, als Belohnung Nummer zwei auf mich wartet. Keine 10 Meter von mir entfernt wartet ein Feldhase auf mich, wir können uns leider nicht auf den Preis für ein Hasenfoto einigen, so dass er schneller davonstürmt, als ich ihn ablichten kann.

Und ab jetzt genieße ich nur noch die Weite des Blicks. Und dass der verbleibende Heimweg fast nur noch anstrengungsfrei bergab führen wird.

Den Blick in die Weite habe ich nicht mit der Kamera eingefangen, aber einen letzten Rest vom versäumten Sonnenuntergang…

Gut, dass ich nicht aufgegeben hab.
Nicht schlimm, dass ich immer wieder hingefallen bin.
Wichtig, dass ich immer wieder aufgestanden bin.

Der Titel. Was ist mit dem Titel? Willst Du wissen.

Mein Name ist Hase. Okay?

Und den Vornamen vom Reh kennst Du bestimmt auch schon. Kartoffelpü.

© Ulf Runge, 2012

Zug-Entzug – oder Vorschlag für eine Bahnpendler-Hymne

23. März 2012 5 Kommentare

Leben 823 – Freitag, 23.03.12

Zug-Entzug – oder Vorschlag für eine Bahnpendler-Hymne

 

 

Das nachstehende Gedicht ist eigentlich ein Liedtext.

Zu singen nach Reeperbahn 2011 (What it’s like).

Vielleicht hörst Du Dir erst das Original an. Aber auch wiederkommen!!!

„Mein“ Text ist natürlich dem Original nachempfunden:

http://www.udo-lindenberg.de/reeperbahn_2011_what_it_s_like.100971.htm

 

Jetzt aber. Am besten, Du versuchst den Text zum Lied mitzusingen…

Viel Spaß!

 

 

 

Freitag Abend, Freitag Nacht,

abgerockt und viel gelacht,

doch immerzu bin ich’n bisschen traurig.

 

Und dann ist Schluss, ist ausgeschwooft,

Sonnabend wird ausgepooft.

immer bin ich irgendwie so traurig.

 

Ich fahr herum, hab’ eingeparkt:

erst mal zu Jenny, dann zum Markt

und trotzdem bin ich irgendwie so traurig.

 

Ich weiß nicht, warum ich nicht so richtig happy bin, doch nach `ner

Weile kommt’s mir wieder in den Sinn:

 

Eisenbahn – komm doch an,

Du rot Lackierte, Du machst mich an.

Eisenbahn – alles klar,

roll in den Sackbahnhof, dann sind wir wieder da!

 

Ich spüle ab und putz das Klo,

hör dabei Westradio,

und wieder bin ich irgendwie so traurig.

 

Ich mag Musik von Udo L

Ich find sie sensationell

immer bin ich irgendwie so traurig.

 

Sonntag Abend, Sonntag Nacht,

Pendlerherz, nun wieder lacht,

und auf einmal bin ich fröhlich

 

Oh Mann – ich sag`:

Ich weiß jetzt, warum ich wieder richtig happy bin, am Sonntag Abend

kommt’s mir wieder in den Sinn:

 

Eisenbahn – komm doch an,

Du rot Lackierte, Du machst mich an.

Eisenbahn – alles klar,

roll in den Sackbahnhof, dann sind wir wieder da!

 

Eisenbahn – komm doch an,

Du rot Lackierte, Du machst mich an.

krieg von Dir nie genug

roll in den Sackbahnhof, ich hasse Zug-Entzug

 

© Ulf Runge, 2012
© Originaltext von Reeperbahn 2011: Udo Lindenberg und Jan Delay

poe Du

20. März 2012 5 Kommentare

Leben 821 – Dienstag, 20.03.12


poe Du

 

Ich wär‘ so gern poe Du mit Dir,

ich glaub, ich werd‘ das nie,

ich und die Poesie.

 

© Ulf Runge, 2012

Zum Tag der Poesie am 21. März …

 

Figur der Weltliteratur

15. September 2010 9 Kommentare
Leben 621 – Mittwoch, 15.09.10

Ich habe sie ihm schon öfter zugerufen, die Frage, ob er wisse, dass er eine Figur der Weltliteratur sei? Was er dann regelmäßig mit einem freundlichen Lächeln beantwortet.

Nun, diesmal konnte ich es nicht mehr bei dieser Frage belassen. So schritt ich zur tat, druckte sie aus, meine, oder besser, „unsere“ „Falschrum“-Geschichte, umd sie dem verblüfften Herrn in die Hand zu drücken.

Ja, die Rede ist von meinem Brötchenmann.

Das war an einem Freitag Morgen, dass ich ihm den Lesestoff in die Hand gedrückt hatte. Er solle sich den Text mal am Wochenende „antun“.

Weiterlesen…

Sehr-früh-Vogel-Lied

23. Mai 2010 27 Kommentare
Leben 583 – Sonntag, 23.05.10

Ohn‘ Mondenschein,
ohn‘ Kerzenschein,
ohn‘ Thomas Alva Edison,
da gäb’s nur Grund zu heulen,
für all der Nacht ihr Eulen.

Der frühe Wurm sehr glücklich ist,
weil er die Nachteul‘ gern vermisst,
denn jene schreibt und liest, ist nett,
bevor sie wurmlos geht dann doch ins Bett.

Die Nachtigall, die Lerche nicht,
es ist die Nachteul‘, die hier dicht,
die letzte nicht, sie ist die erste,
und darauf reimt sich Hafergerste.

Die Nachteul‘ kann auch kurz sich fassen,
die episch‘ Breite breit sein lassen,
und wenn es sein muss,
sagt sie: „Schluss!“

© Ulf Runge, 2010

Liebeserklärung

5. September 2008 22 Kommentare

Leben 305– Freitag, 05.09.08

Eberesche 57° 40′ N, 14° 58′ O

Eberesche 57° 40′ N, 14° 58′ O

Dich zu blicken und zu schauen,
darf ich meinen Augen trauen?
Wann ich je Dich wiederseh,
und Dir komme in die Näh,

dann hüpft mein Herz, und mit ihm ich,
fühl mich reif, jung, ewiglich.

Dich zu kennen und zu wissen!
Möcht‘ Dich niemals wieder missen!
Kommt der Abschied, fließen Tränen,
möcht‘ mich hier zurück schon wähnen.

Seh Dich wachsen und gedeihen,
möcht’ Dir diese Verse weihen,
ach, wenn Du nur mit mir kämest,
das Getrenntsein uns jetzt nähmest,

doch dann wärst Du nicht mehr Du,
alles anders wär im Nu.

Dich zu fühlen und zu spüren,
Dich nie wieder zu verlieren,
ist mein Drängen und Verlangen,
will nie wieder um Dich bangen.

Doch ich weiß, Du wirst hier bleiben,
Dir die Zeit allein vertreiben,
auf mich warten, bis erfreut
wir uns sehen dann erneut.

© Ulf Runge, 2008

P.S.: Seit 2002 kennen “wir” uns, will sagen, kenne ich Dich. Seitdem besuche ich Dich einmal im Jahr, ergötze mich an Dir, und nehme Dich in meinem Herzen und in meinen Vorstellungen mit nach Hause. Und versuche ein bisschen von diesem erhabenen Augenblick, vor Dir zu stehen, festzuhalten, indem ich das eine oder andere Foto von Dir mache. Dies hier ist mein schönstes von Dir. Danke, liebe Eberesche, dass Du mir Jahr um Jahr das Gefühl gibst, dass wir beide älter werden dürfen, und zugleich doch einen Hauch von Die-Uhren-stehen-still vermittelst.

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