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Wenn…
Leben 1008 – Freitag, 17.05.13
Wenn…
… meine Eltern sich nicht geliebt hätten,
… Fräulein P. nicht die Empfehlung fürs Gymnasium gegeben hätte,
… Herr Dr L. nicht gesagt hätte, „Runge, Du studierst Informatik“,
… ich nicht schon Skiurlaub in St. Jakob in Osttirol gemacht hätte,
… Mike und Karl-Otto mir nicht bei der Jobsuche geholfen hätten,
… ich nicht an einem wunderbaren Wok-Abend teilgenommen hätte,
… wenn die Dame im E-Krankenhaus in D-Stadt mich nicht gefragt hätte, ob sie meine Bewerbungsunterlagen an ihren Mann bei der T-Gesellschaft weitergeben darf,
… Manfred nicht gesagt hätte, „Ey, Ulf, Du kündigst doch sowieso bald, ich hätte da was für Dich, die suchen einen Querdenker“,
… Herr W. nicht große Stücke auf mich gehalten hätte, und Herrn P. gefragt hätte,“Das da ist der Herr Runge, das hier sind seine Unterlagen, sie können ihn jetzt gerne ausfragen, und dann müssen wir zeitnah entscheiden, ob…“ und Herr P. dann nicht „Ja“ gesagt hätte,
… wenn ich aus Weihnachtsgeschenkeinfalllosigkeit nicht zum Schreiben, Slammen und Bloggen gekommen wäre,
… wenn Andreas und Christiane nicht gezeigt hätten, wie wertschätzende Mitarbeiterführung in noch so bedeutsamer Situation funktioniert,
… wenn Du, ja ich meine Dich (sorry, falls wir per „Sie“ sind, das gilt auch für uns beide), meinen Weg nicht so wunderbar bereichernd gekreuzt hättest,
ob wir uns dann kennen würden?
ob wir uns dann nicht gerne zu gemeinsamen Augenblicken zurücksehnen würden?
ob wir uns dann nicht auch gerne weiterhin begleiten wollen würden?
Es gibt noch so viele andere Wenns und „Zufälle“, die ich hier nicht aufzuschreiben vermag.
Ich danke Dir für Deine bisherige Wegbegleitung.
Ich freue mich darauf, dass dieser Weg irgendwie immer wieder einander gebend weitergeht.
Frohe Pfingstfeiertage für Dich und Deine Lieben!
© Ulf Runge, 2013
Aktiver und passiver Journalismus – oder: Mann, hat der Sorgen
Leben 1007 – Donnerstag, 16.05.13
Aktiver und passiver Journalismus – oder: Mann, hat der Sorgen
Mittwoch, 15.05.13. 13:00 Uhr. SWR1 RP. Die Nachrichten. Eine Meldung lässt mich aufhorchen. Die Zafira-Produktion werde nach Rüsselsheim verlegt. Weil das Bochumer Opelwerk dann und dann schließe.
Hallo? Habe ich das richtig gehört. Da geht so ein Werk einfach daher und schließt. Einfach so. Sozusagen ein AKTIVES Opelwerk.
Ich fühle mich unwohl, denke, ich sollte eine E-Mail ins Studio schreiben.
Und dann beschließe ich, darauf zu vertrauen, dass die Journalisten in der Redaktion AKTIV genug sind, laufend ihre eigene Arbeit zu hinterfragen, die Meldungen besser machen zu wollen.
Mittwoch, 15.05.13, 14:00 Uhr. SWR1 RP. Die Nachrichten. Ich lausche gespannt. Die bringen diese tatsachenverdrehende Formulierung bestimmt gleich wieder. Und dann schreibe ich `ne E-Mail. Vielleicht.
Und dann dürfen meine ungläubigen, freudig überraschten Ohren hören, dass die Zafira-Produktion nach Rüsselsheim verlagert wird, weil das Opelwerk in Bochum geschlossen wird.
Danke, liebe AKTIVE Nachrichtenredaktion für diesen so wichtigen PASSIV.
© Ulf Runge, 2013
Linksrheinisch
Leben 1006 – Mittwoch, 15.05.13
Linksrheinisch
Linksrheinisch ist gut. Das habe ich selber schon so empfunden. Obwohl ich als Rechtsrheiner gebürtig bin. Aber ich bin in Köln-Nippes auf der richtigen Seite zur Schule gegangen, und auch die Mainzer Jahre waren absolut nicht verkehrt. Die übrigen Jahre meines Lebens habe ich also auf der falschen Seite gelebt?
Seit gestern Abend ist das für mich relativ leicht erklärbar und frei von Widersprüchen. Dr. Manfred Lütz stellt in seinem (zum aktuellen Buch passenden) Vortrag „Bluff!“ gleich mal am Anfang klar, dass es eigentlich nur ein Leben links des Rheines geben kann. Und Bensheim, wo er sich heute Abend aufhalte, sei natürlich auch linksrheinisch, ebenso wie Spanien oder Anatolien, eben weil es sich hier um den Teil der Welt handle, der mit Kultur was am Hut habe. Keinesfalls aber Westfalen, oder gar Ostwestfalen. Und leitet seinen nur vordergründig lustigen und immer unterhaltsamen Vortrag über die Welt(en), in denen wir (zu) leben (glauben), mit der inzwischen allbekannten Bielefeld-Verschwörung ein.
Zwei Stunden und 47 Minuten später, das Buch ist mittlerweile in der kurzen Autogrammstundenpause erworben und signiert, beschließt Dr. Lütz den Abend mit dem Schlussappell aus seinem Buch, sich auf die existenzielle Welt einzulassen, eine Welt voller Liebe, Gefühle, Sinn und Gott. Wir mögen uns die Frage stellen, ob wir uns in den kommenden zwei Wochen unverändert in unseren bevorzugten Milieus, die da sind Wissenschaft ohne Kenntnis der eigenen Grenzen, aufgeschwätzte Phänomene wie Burn-out, Fokussierung auf Medien und Social Media, Überbewertung materieller Werte und spirituelle Scharlatanerie, ob wir uns also auch weiterhin unverändert in diesen Milieus bewegen würden, wenn wir wüssten, dass es unsere letzten beiden Wochen sind.
Bezüglich seiner Einschätzung der „Esoterik“ habe ich vermutlich eine konträre Meinung zu ihm, doch will ich da erst noch einmal in seinem Buch die entsprechenden Stellen nachlesen.
Dr. Lütz plädiert auch, sich doch bitte noch einmal intensiv mit der Kirchengeschichte zu beschäftigen, zumal es das Verdienst des Christentums sei, Mitleid und Nächstenliebe in den Mittelpunkt zu stellen. Diesem Rat zu folgen, tue ich mich schwer, nicht wegen des christlichen Glaubens, sondern alleinig wegen der kirchlichen Institutionen.
Wo ich total konform mit ihm bin, ist seine Antwort auf die Frage, ob denn die Tränen der Tochter wichtiger sind oder die Tagesschau, die gerade von dem traurigen Mädchen gestört wird.
Geradezu köstlich, wenn er darüber berichtet, wie Rheinländer sich neben sich stellen können, wenn sie etwa bei einer Verkehrskontrolle angesprochen werden, sie seien mit dem AUTO in der STADT zu schnell gefahren und hätten MENSCHEN gefährdet: (bitte in Gedanken rheinisch gefärbt mitsprechen und am Ende lang gesprochen die Stimme heben) AUTOOOOO? STADTTTTT? MENSCHENNNNN?
Umwerfend die Schilderung, wie er in Rom auf einer stark befahrenen sechsspurigen Einbahnstraße regelmäßig auf der Busspur verbotenerweise IN GEGENRICHTUNG fuhr. Und eines Tages von einem Polizisten deswegen angehalten wurde. Und diesen Caribiniero mit einer wirklichkeitsumdeutenden Antwort dazu brachte, ihn straffrei weiterfahren zu lassen.
Immer gibt er auch Einblick in seine psychiatrische Praxis, mit der wir alle hoffentlich nie in Berührung kommen. Für alle Fälle verrät er uns die wichtigste Frage, die man sich in der Psychiatrie stellt: „Wie geht’s hier raus?“
Dr. Lütz bringt uns viel zum Schmunzeln und Lachen, und gibt auch immer wieder Augenblicke, da ist es mucksmäuschenstill. Etwa bei der oben berichteten Szene mit den Tränen der Tochter zu Tagesschau-Unzeit.
Ich danke Justus Keller und seinem Team von Lebenskunst Bensheim, dass er immer wieder so unterhaltsame Menschen, die auch etwas zu sagen haben, in die LINKSRHEINISCHE „Provinz“ holt. Oder ist Provinz nur dort, wo zu wenige Leute zu so einem Vortrag hingehen? Der Bürgersaal in Bensheim war auf jeden Fall erneut bis auf den letzten Platz gefüllt. An einem Dienstag Abend.
Wer wissen möchte, warum der 1. FC Köln für die Bewohner der Domstadt das Antidepressivum Nummer 1 ist und warum man bei Vorstellungsgesprächen das rechte Bein über das linke schlagen sollte, darf sich einen Vortrag von Dr. Lütz nicht entgehen lassen.
© Ulf Runge, 2013
Alter Hund
Leben 1005 – Mittwoch, 08.05.13
Alter Hund
Ich habe einen alten Hund. Er ist jetzt 13 Jahre alt. Ich bin für jeden Tag dankbar, an dem er seine Augen öffnet und mir zur Begrüßung liebevoll die Hand ableckt.
Wir gehen jeden Tag auf den Weinberg hoch. Solange wir das machen, sind zumindest noch ein bisschen fit, sage ich mir. Vergangene Woche hat er das erste Mal gestreikt und hat mir deutlich zu verstehen gegeben, dass der einzige Weg, den er heute noch gehen will, der Rückweg ist. Klar, dass ich das bedenklich fand und finde, aber es war auch ordentlich warm an dem Tag, und ich bin ja auch nicht immer gut drauf. Natürlich sind wir umgekehrt…
Heute war es nicht nur warm, es war auch drückend schwül. Was macht mein Hund? Er trottet neben mir, wie jenes bedenkliche Mal vergangene Woche. Ein alter Hund. Der unter der Hitze leidet. Der Arme…
Plötzlich und unerwartet nähert sich uns von unten her ein Mopedfahrer, der kleidungsmäßig den Eindruck erweckt, als wolle er weiter oben an den Weinstöcken arbeiten. An seiner Seite ein kräftiger Schäferhund. Der den jungen Mann im Galopp begleitet.
Ich lasse meinen Hund Sitz machen, die beiden passieren uns in ordentlichem Tempo.
Und jetzt? Ich kenne meinen Hund nicht mehr. Gefühlte 10 Jahre jünger galoppiert er mir fast davon, dem Geruch des anderen folgend. Alter Hund? Ja. Gebrechlicher Hund? Nicht wirklich. Er ist immer noch vital. Und er ist wie wir. Mal mehr oder weniger motiviert!
Hier ein paar Schnappschüsse von heute, Du siehst, welche Höhe mein „armer“, „alter“ Hund täglich erklimmen darfmuss, in welchem Paradies wir täglich unterwegs sind, was für ein Stück Lebensqualität es bedeutet, einen täglichen Tageslichtspaziergang auf den Weinberg hinauf genießen zu dürfen. Und Du siehst, wieviel Hundespaß Löwenzahn bereiten kann…
Bist Du manchmal auch nicht gut drauf? Dann könntest Du versuchen, Dich selber zu beeinflussen, indem Du Dir eine Antwort auf die Frage nach DEINEM WARUM findest. Es muss ja nicht ein überholender Schäferhund sein…
Und wenn Du diese Antwort hast, dann lass sie Dir nicht kaputt machen.
Wenn Dir etwa jemand sagt, Du bist zu dumm für etwas, zu Mann oder zu Frau, zu jung oder zu alt, dann lass Dich davon nicht runterziehen.
Zum Schluss deshalb diese immer wieder erinnerungswürdige Szene aus dem Film „Das Streben nach Glück“.
© Ulf Runge, 2013
Mein selbstgestalteter Start in den Tag
Leben 1004 – Samstag, 04.05.13
Mein selbstgestalteter Start in den Tag
In der vergangenen Woche habe ich an drei Veranstaltungen teilgenommen, die bei mir tief gehende Impulse gesetzt haben. Meine Berichte hierzu sind noch nicht fertig, aber ich möchte schon einmal aufzeigen, was sich bei mir seitdem geändert und verändert hat.
Wie schon früher in meinem Leben, mehrmals und immer wieder neu, habe ich mir Ziele gesetzt. Schriftlich formuliert. Was ich in 6 Monaten, 2 Jahren und in 5 Jahren erreicht haben möchte. Das ist jetzt nichts Umwerfendes, ich weiß. Neu ist bei mir, dass es mir Spaß bereitet, mir morgens und abends diese Ziele anzusehen. Dass ich in der Frühe überlege und plane, welche Schritte ich heute denn in Richtung dieser Ziele unternehmen will und werde. Dass ich am Ende des Tages darüber nachdenke, wieviel ich davon umgesetzt habe, und wie ich es morgen gegebenenfalls besser machen kann.
Und überhaupt der Morgen. Während ich bisher kaum erwarten konnte, meinen Lieblingssender SWR1 RP einzuschalten, und einen Blick in die Tageszeitung zu werfen, so spielt sich jetzt bei mir folgende Szene bei Tagesanbruch bei mir ab: Ich schaue mir meine CDs an, und suche mir eine aus, mit der ich meinen Tag musikalisch beginnen lassen möchte. Und ich werfe einen Blick auf meine Bücher und suche mir eines aus, aus dem ich mindestens einen Gedanken auf mich einwirken lassen will, bevor irgendwelche Katastrophennachrichten aus dem Radio erklingen.
Hier mal eine kleine Zusammenstellung, was ich mir bewusst zugeführt habe in den vergangenen drei Tagen:
Mittwoch.
Gehört: Forest Gump Suite von Alan Silvestri
Gelesen: Ulrich Schaffer, Im Fluss der Zeit: Been there, done that, got the T-shirt – hier geht es darum, immer wieder neu offen zu sein für Neues und Anderes…
Donnerstag.
Gehört: Bruce Springsteen, Streets of Philadelphia
Gelesen: Dr. med. Lothar Hollerbach, Der Quanten Code: u.a eine Textpassage mit einem Zitat von Wilhelm Busch:
Wenn einer etwas vorausgedacht,
so wird er zuerst ausgelacht,
begreift man die Erfindung endlich,
so nennt sie jeder selbstverständlich.
Freitag.
Gehört: Joo Kraus, Painting Pop: Smooth Operator
Gelesen: Ulrich Schaffer, Im Fluss der Zeit: Der Gott meines Alters – hier geht es darum, wie sich Ulrich Schaffers Vorstellung von Gott im Lauf der Jahre geändert hat…
Eine bisher schon seit vielen Jahren gerne geübte Gewohnheit behalte ich natürlich bei: Im Posteingang den Chancen-Impuls von Edith Neu lesen. Das ist für mich der einzige „Newsletter“, den ich niemals abbestellen würde. Wenn Du auch täglich so einen wunderbaren Impuls erhalten möchte, lass mich das einfach wissen. (Wenn Du hier einen Kommentar einstellst, wirst Du ja gebeten, Deine E-Mail-Adresse zu hinterlassen, ohne dass diese für andere sichtbar ist.) Dann bekommst Du Ediths täglichen Chancen-Impuls sozusagen als Geschenk von mir.
Ich wünsche Dir noch ein wunderbar inspirierendes Restwochenende und freue mich, von Dir zu erfahren, wie Du Deinen Morgen und Deinen Abend kreierst, um selbstgestalteter zu leben.
© Ulf Runge, 2013
Paprika!
Leben 1003 – Donnerstag, 02.05.13
Paprika!
Was man so aneinander hat,
das merkt man meistens oft zu spat.
Ich will nicht lange drüber schwätzen,
beizeiten sollte man sich schätzen.
Entdeckt man schmerzhaft den Verlust,
ist man tieftraurig, voller Frust.
Verloren sind jetzt Malz und Hopfen,
wo bist Du nur, mein Spülenpfropfen?
Ich will doch das Geschirr jetzt spülen,
und tu nach Dir im Abfall wühlen.
Ich such Dich hier, ich such Dich da,
auf einmal denk ich: „Paprika!“
Die Reste von dem Schotenputzen,
tu ich als Pfropfersatz jetzt nutzen.
Hurtig spül ich und geschwind,
auf einmal ich den Pfropfen find.
Wo kommt der her, der war doch weg?
Hat meine Optik ’nen Defekt?
Dass ich mich täuschte, kann nicht sein,
es muss was Größ’res Ursach‘ sein.
In parallelen, andren Welten,
ich hoffe, dass man das lässt gelten,
da war wohl kurz mal grad mein Pfropfen,
’nen andren Ablauf dort zu stopfen.
© Ulf Runge, 2013
Unbedacht
Leben 1002 – Dienstag, 23.04.13
Unbedacht
An dieser Stelle möchte ich um Nachsicht bitten für die Beiträge, die zu Recht oder auch zu Unrecht unbedacht gewirkt haben mögen. Wer schreibt und sich möglicherweise auch zeitnah zu Vorgängen oder Eindrücken äußert, der geht das Risiko ein, unbedacht zu wirken.
Heute Abend habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass es nicht nur unbedachte Äußerungen gibt…
Roussillon-Splitter: Das Urteil
Leben 1001 – Sonntag, 21.04.13
Das Urteil
Wie gesagt, der Bruno war im Urlaub. Und hat mir auch die nachfolgende Geschichte mitgebracht:
«Du weißt ja, dass ich ein Fernsehmuffel bin. Setz‘ mich vor die Glotze, und ich schlaf‘ ein.
Also, ich bin beim Packen und richte mir auch ein paar Musik-CDs für die Fahrt, Phil Collins, Kenny G. und Fats Domino. Da fällt mir diese DVD in die Hand, dir mir vor vielen Jahren mal ein Kollege geschenkt hat, „einfach so“… „Bruno!“, hat er gesagt, „Bruno, die wird Dir gefallen!“. Ich habe mich damals höflich bedankt, aber nie den Drive gehabt, mir die DVD auch mal anzusehen. Mein Kollege hatte auf die (Sicherheits…) Kopie mit blauem Filzschreiber „Das Urteil“ geschrieben. Jahrelang hatte die DVD nun ihr Dasein gefristet, ohne jemals angeguckt worden zu sein.
Denk‘ ich mir, „Diesen Urlaub muss es sein, ich schau sie mir an!“.
An einem der Urlaubsabende ist es also so weit. Ich packe meinen Laptop aus, lege die DVD ein und ein total spannender Film läuft da ab! Da treffen sich zwei Männer zufällig auf dem Flughafen, der eine bekommt eine Nachricht, er möge doch bitte erst einen Flieger später weiterreisen, er bekäme zum Dank auch ein seltenes Buch. Interessanterweise lässt sich dieser auf den Deal ein. Der ganze Film fokussiert sich auf diese beiden Männer und deren Gespräch, dessen Verlauf dem Zuschauer immer klarer macht, dass hier nicht nur Zufall am Werk ist, sondern dass hier jemand bezweckt, den Hauptzeugen in einem Mordprozess zu beeinflussen oder vielleicht sogar „unschädlich“ zu machen.
Spannung pur. Von Einschlafen auf dem Sofa kann bei mir keine Rede sein. Ich bin total gefesselt von diesem Thriller, der äußerlich als Kammerspiel daher kommt, der aber knistert aufgrund der hervorragend gespielten Dialoge. Ich stehe noch nicht mal auf, um mir was zum Trinken zu holen.
Also pass auf, der Film ist bei ungefähr Minute 58 von 90, ich kann es kaum abwarten zu erfahren, wie sich die Handlung weiterentwickelt, als mein PC mir mitteilt, dass die DVD nicht lesbar sei. „Ist nicht wahr?!“ denke ich. Ich nehme die DVD aus dem Laptop-Schacht, ich sehe keine Kratzer oder so, hauche die Scheibe an, fahre mit einem weichen Tuch über die Oberfläche, lege die widerspenstige Scheibe wieder ein, positioniere auf Minute 56, und? Nix und! Das gleiche.
„Was tun, sprach Zeus?“, denke ich mir. Nun hatten die Vermieter auch einen Fernseher mit DVD-Recorder, das könnte meine Rettung sein. Fernseher eingeschaltet, DVD eingelegt, auf die Taste mit dem Dreieckssymbol gedrückt, worauf die DVD gleich wieder ausgeworfen wurde. Nochmal versucht. Ein kurzer Blick auf die gesamte Anlage machte mir klar, dass ich gerade dabei war, dem CD-Spieler eine DVD unterzujubeln.
Also: DVD in DVD-Recorder eingelegt. Der fing auch gleich an, die DVD abzuspielen. Ohne es mir zu zeigen. Das Drücken sämtlicher Tasten sämtlicher Fernbedienungen brachte gar nichts. Nur ab und zu einen anderen französischen Sender auf das TV-Gerät.
Plötzlich ist der Fernseher wieder dunkel, statt dessen leckt mich die warme Zunge meines Hundes, dessen linke Vorderpfote auf der Fernbedienung steht.
Okay, nächster Versuch.
Kabel! Ich überprüfe die Kabel. Und natürlich ist die Verbindung zwischen DVD-Recorder und TV unterbrochen, das Scart-Kabel war vermutlich beim letzten Wohnungsputz entstöpselt worden.
Ja, ja, ja! „Das Urteil“ ist jetzt auch auf dem TV zu sehen. Ich näherte mich Minute 58. (Seit einer Stunde warte ich auf Minute 59).
Ja, ja, ja! Ich bin Minute 60 angelangt, der Film läuft weiter, mein Laptop ist einfach zu alt.
Bei Minute 64 verschwindet der Ton, bei Minute 66 wird aus einem 25 Bilder pro Sekunde Film eine Diashow, ca. 1 Bild alle 25 Sekunden.
Ich sage mal so: Die Spannung hält bis heute an, weil ich das Ende vom Film immer noch nicht kenne. Ich weiß nur das eine: Der Film ist GUUUUUUT!
Ich habe folgendes gelernt daraus:
Pralinenschachteln sollte man bald öffnen. Sonst schmeckt ihr Inhalt irgendwann ranzig. Und man kann sich zeitnah nicht nur für das Geschenk, sondern auch für den Genuss bedanken.
Originale sind Originale. Sicherheitskopien nicht…»
© Ulf Runge, 2013
1000 Dank
Leben 1000 – Mittwoch, 17.04.13
1000 Dank
Heute fehlen mir – zum Glück nur fast – die Worte.
Als ich vor fast sechs Jahren Beschloss, meinen ersten Beitrag zu posten und damit diesen, „meinen“ Blog zum Leben zu erwecken, da war es ein Experiment. Bis zum 6. Geburtstag sind es noch ein paar Tage, aber dass ich irgendwann einmal 1000 Beiträge geschrieben haben würde, habe ich mir damals ehrlich gesagt nicht wirklich vorstellen können.
Heute und in den kommenden Tagen werde ich versuchen, ein bisschen über diese 1000 Beiträge zu reflektieren.
Ich beginne mit zwei Gedanken über das Anfangen:
Laotse wird die Weisheit Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt zugesprochen. Egal, ob es sich um das Bloggen handelt oder um einen anderen Weg, es ist ein befreiender erster Schritt, wenn wir der Idee auf einmal das Handeln folgen lassen. Wenn wir zum Gestalter werden. Ein wunderbares Gefühl.
Und Hermann Hesse hat das wohl wunderbarste Gedicht geschrieben, das mir zum Thema Anfangen und Lebensreise bekannt ist. Aus Gründen des Copyrights zitiere ich nur die beiden mich hier besonders inspirierenden Zeilen aus dem Gedicht „Stufen“:
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Ich danke allen meinen Leserinnen und Lesern, die mich durch die bisherigen 1000 Beiträge begleitet haben, durch Lesen und auch immer wieder durch Kommentare. Ich genieße diese Form des wertschätzenden Miteinanders ganz besonders.
P.S.: Zum Abschluss noch eine Anlehnung an Sepp Herberger: Der nächste Post ist der schwerste. (Das ist der Zauber beim Bloggen…)
© Ulf Runge, 2013
Winterhund
Leben 999 – Dienstag, 16.04.13
Winterhund
Ich möchte kein Winterhund sein. Du willst jetzt wissen, warum ich das nicht sein möchte. Und was ein Winterhund ist. Zu letzterem: Er ist ein armes „Schwein“ mit Riesenblase…
Du bist jetzt bestimmt irritiert. Ich wäre das auch beim Lesen dieser Zeilen. Smile…
Kam heute im Radio. Generationenkonfliktsbedingt war ich zugegenermaßen auf SWR3 unterwegs. Und es lief ein Spot mir frühlingsbegeisterten Hörerstimmen.
Original-Ton: Endlich wieder Gassi gehen, mit meinem Hund.
Wie gesagt. Er muss ein armes „Schwein“ sein, der Hund, wenn er so viele Monate nicht „draußen“ war… Oktober, November, Dezember, Januar, Februar, März, April, Riesenblase… Ich will es mir gar nicht vorstellen…
© Ulf Runge, 2013








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