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Archive for 16. Juli 2012

Provençalische Splitter – Darf man sowas zeigen?

16. Juli 2012 2 Kommentare

 Leben 907 – Montag, 16.07.12

Provençalische Splitter – Darf man sowas zeigen?

 

Nordlich des Luberon-Gebirges gibt es (mindestens) zwei sehr interessante Orte, an denen man wunderbunte Ockerfelsen sehen und durchlaufen kann. Bekannter ist vermutlich Roussilion westlich von Apt, heute will ich mal auf Colorado östlich von Apt hinweisen.

Ehrlicherweise habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, warum Colorado (in den USA) Colorado heißt. Aber es ist natürlich offensichtlich, dass die Buntheit der Landschaft Patin für den Namen gewesen ist.

Bestimmt auch für die Felsen nahe Rustrel, auf die ich hier hinweisen möchte:

Aus diesem Boden werden ganz besonders eindrucksvolle Kreiden gewonnen, mit denen wiederum äußert farbintensive Bilder komponiert werden können. Auf dem samstäglichen Markt in Apt gibt es einen Stand, auf dem diese Kunstwerke betrachtet und gekauft werden können.

Zurück nach Rustrel. Ich fotografiere die unterschiedlichen Felsformationen und Farbverläufe, bis ich auf einmal auf Vandalismus der besonderen Form stoße und mich – nur für wenige Sekunden – frage: Darf man sowas fotografieren? Darf man sowas zeigen?

 

 

Bild 929

 

© Ulf Runge, 2012

Provençalische Splitter – Deutsche Fetzen

16. Juli 2012 3 Kommentare

 Leben 906 – Montag, 16.07.12

Provençalische Splitter – Deutsche Fetzen

Fetzen.

Fetzen ist zum einen eine Form des Streitens.

Fetzen sind zum anderen Bruchstücke.

Das mal zuvorderst.

Der nette deutsche Nachbar, der gestern mit seiner Begleitung im Nachbarhaus Quartier bezogen hat und dann auch gleich am Abend den ganzen Häuserblock mit – zugegebenermaßen wohlklingender – Klaviermusik unterhalten hat, spricht uns auf der Straße an.

Er würde uns gerne um einen Gefallen bitten. Ob wir unser Fenster, das sich zu seiner Wohnung öffne, doch am Abend geschlossen halten könnten.

Wenn wir Portugiesisch sprechen würden, dann wäre das nicht weiter schlimm. Aber die – noch dazu unvollständigen – deutschen Sprachfetzen… Er guckt uns wissend an. Seine angepasst wirkende Begleitung auch…

Er wolle vermeiden, fährt er fort, dass sich Gräben bilden und sei froh, dass man sich mit uns unterhalten könne…

Ich schreibe jetzt mal nicht, was ich so spontan gedacht habe.

Ich freue mich auf die nächste Begegnung mit unseren neuen, netten, deutschen Nachbarn.

Auf dass sich keine Deutschen wegen deutscher Fetzen fetzen.

© Ulf Runge, 2012

P.S.: Welche Handlungsoptionen ergeben sich jetzt? Das Begehr des Fensterschließens ignorieren? Nur noch auf Portugiesisch unterhalten (okay, müsste erst gelernt werden). Ihn fragen, ob er auch die laute Klaviermusik gestern gehört habe? Vermutlich noch mal nachdenken, wo man etwas mehr Rücksicht nehmen kann. Und das alles nicht so wichtig nehmen. Lächeln. Fetzenfrei lächeln.

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