Mein Name ist … Kartoffelpü
Leben 842 – Montag, 30.04.12
Mein Name ist … Kartoffelpü
Der einstündige Abendspaziergang mit meinem Hund lag hinter mir, doch ich wollte die laue Abendstimmung noch nicht verlassen. Zog ich mir die Joggingklamotten an und trabte, Udo Lindenberg ins Ohr gestöpselt, davon, Richtung Felder.
Als ich mir dachte, es geht noch eine Nummer anspruchsvoller, drehte ich mich zum Weinbergpanorama, zum steilen Anstieg am Friedhof entlang, wo man 12 Minuten ohne Unterbrechung steil und immer steiler hochlaufen, hochtraben, an manchen Stellen auch nur hochgehen kann. Dann bin ich sowas von außer Atem, genieße den leicht abschüssigen Weg durch hochgewachsenen Oden-Wald, um nach weiteren 10 Minuten einen herrlichen Ausblick Richtung Oberrheintal und Pfälzer Wald zu genießen. Die Abendsonne im Gesicht, strahlt mein Blick zwischen Biblis und Philippsburg hin und her.
Diesen Weg bin ich seit mindestens einem Jahr nicht mehr gelaufen. Und als er dann wieder vor mir lag, wusste ich auch wieder, warum ich diesen Weg so lang nicht mehr gegangen war. Ein mächtiger Baumstamm mit mindestens 60 cm Stammdurchmesser liegt der Länge nach gespalten quer zu dem Hohlweg, keine Passage zulassend. Ein Foto von dem Kabensmann zu schießen habe ich leider versäumt.
Zurücklaufen. Aufgeben? Nicht ich. „Nicht Du!“, sagte ich zu mir. Ich krabbelte den steilen und sehr lockeren Waldboden nach oben, immer wieder abrutschend, immer wieder auf allen Vieren Halt suchend, um dann endlich durch dichten Wald Orientierung suchend und den nächsten Schritt findend durch unwegsames Unterholz, über stachligen Brombeer und vermutlich zeckenlauernden Farn die Gewissheit zu finden, dass ich mal wieder so eine „Ich schaff das!“ Herausforderung gesucht und gebraucht habe.
Oh, war das ein schönes Gefühl, als ich endlich wieder auf barrierefreiem Waldweg unterwegs war.
Und da wartete die erste Belohnung auf mich. Zwei Ohren, zwei Augen, ein Kuschelgesicht. Das muss der Kopf eines Rehs sein, denke ich mir, schalte die Kamerafunktion meines Handys an, schaue Richtung Reh. Weg ist es. Laufe weiter. Langsam. Vorsichtig. Und darf erleben, wie das Reh hinter der nächsten Wegkurve keine 20 Meter von mir entfernt über den Waldweg quert. Wow. (Ich konnte noch ein Suchfoto schießen. Ob das Reh da drauf ist, weiß ich nicht wirklich. Deshalb ist ja auch ein Suchfoto.)
Ich verlasse den Wald, will gerade Blickkontakt mit dem Horizont aufnehmen, als Belohnung Nummer zwei auf mich wartet. Keine 10 Meter von mir entfernt wartet ein Feldhase auf mich, wir können uns leider nicht auf den Preis für ein Hasenfoto einigen, so dass er schneller davonstürmt, als ich ihn ablichten kann.
Und ab jetzt genieße ich nur noch die Weite des Blicks. Und dass der verbleibende Heimweg fast nur noch anstrengungsfrei bergab führen wird.
Den Blick in die Weite habe ich nicht mit der Kamera eingefangen, aber einen letzten Rest vom versäumten Sonnenuntergang…
Gut, dass ich nicht aufgegeben hab.
Nicht schlimm, dass ich immer wieder hingefallen bin.
Wichtig, dass ich immer wieder aufgestanden bin.
Der Titel. Was ist mit dem Titel? Willst Du wissen.
Mein Name ist Hase. Okay?
Und den Vornamen vom Reh kennst Du bestimmt auch schon. Kartoffelpü.
© Ulf Runge, 2012





Lieber Ulf,
Reh-spekt !
schöner Beitrag , aber eins merk Dir : Mein Name ist Hase. Okay?
Schunzel
Erika
P.S. einen schönen ersten Mai und höre SWR 1 ! die spielen den ganzen Tag nur Nummer- eins-Hits……………. schön …… Partyerinnerungen !!!!!!!!!!!!!!!!
Schade das ich das Reh auf dem Bild nicht finden kann, man sieht die schönen Tiere so selten. Ich wünsche noch einen schönen Feiertag
Liebe Erika,
reh-gungslos nehme ich zur Kenntnis, dass “Hase” ja DEIN Name ist. oh oh oh
Ja, super Musik auf SWR1 heute…
Liebe Grüße,
Ulf
Liebe Regina, ich glaube, das Reh ist gar nicht mehr drauf, so schnell war es… Dir ebenfalls einen schönen Resterstermai. Bemerkenswerter Blog, den Du schreibst.
Liebe Grüße,
Ulf
Lieber Ulf,
hoffentlich hast Du Dich wieder reh-generiert inzwischen. Die Musik war super gestern,
noch eine kleine freche Anmerkung von mir :
wenn Regina das Reh erkannt hätte, wäre sie dann eine Reh-gina ?
liebe Grüße
Erika
Lieber Ulf, das hast Du mich wieder mal zu einigem ange-reh-gt:-) Zum Nachdenken, zum Schmunzeln und -hoffentlich bald – zum Eröffnen meiner Jogging-Saison:-) Ich glaube, der helle Fleck im oberen Bildrand rechts ist das “Schlusslicht” vom Reh… Liebe Grüsse Andrea
Oh, liebe Erika, das ist sehr grenzwertig, ich hoffe, dass Regina Dir diese Albernheit nachsieht…
Liebe Grüße,
Ulf
Liebe Andrea,
was man mit Wortspielen so an Lächeln produzieren kann…
Und ich hab mal nachgeschaut, weil ich mir sicher war, dass es dafür einen ganz bestimmten Begriff gibt: Das Schlusslicht vom Reh heißt “Spiegel”. (Wobei Rückspiegel noch passender wäre, lach.)
Liebe Grüße,
Ulf
Liebe Regina,
bitte entschuldige meine Albernheit.
liebe Grüße
Erika
lieber Ulf,
ich hoffe, Du verzeihst mir meine Fastgrenzüberschreitung. Es kam so spontan über mich. So schnell, wie das Reh verschwand.
Liebe Grüße
Erika
@ Erika, für alles alberne bin ich immer zu haben
das Leben ist ernst genug..
@ Ulf, danke Dir, ich verfolge Dich und Deinen Blog, nicht erschrecken, ist nur schriftlich gemeint
Regina, da bin ichja jetzt beruhigt. Danke für Deine Reh-tour-Antwort
Ein schönes Wochenende
lg Erika
Liebe Erika, wer könnte Dir nicht verzeihen? Lächel.
Liebe Grüße,
Ulf
Liebe Regina, danke für Deine schriftliche Verfolgung. Lächel.
Liebe Grüße, Ulf