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Zwanzig Uhr Siebenundfünfzig
Leben 839 – Montag, 23.04.12
Zwanzig Uhr Siebenundfünfzig
„Ihr glaubt es nicht, ich habe ja gedacht, der Tag ist gut gelaufen, ich kann gleich Feierabend machen, da habe ich doch heute noch ein kleines Wunder vollbringen müssen. Habe ich den Hugo, der glücklicherweise nicht zu schnell fuhr und recht konzentriert auf die regennass glänzende Fahrbahn fokussiert war, dazu gebracht, eine Vollbremsung hinzulegen, als die riesige braune Katze aus der Dunkelheit auf die Fahrbahn gesprungen ist.“ Sprach Hugos Schutzengel, immer noch ganz blass im Gesicht.
„Wann war das? So um 20:57 Uhr?“
„Ja, das war exakt um 20:57 Uhr!“
„Jetzt möchtest Du wissen, woher ich das weiß. Ich sag es Euch! Ich habe ja gedacht, der Tag ist gut gelaufen, ich kann gleich Feierabend machen, da habe auch ich heute noch ein kleines Wunder vollbringen müssen. Habe ich die Mollie, die glücklicherweise voll konzentriert der Maus aufgelauert hatte, und dann mit einem kräftigen Satz zu ihr hingesprungen ist, dazu gebracht, das Scheinwerferlicht des Autos als Gefahr zu erkennen, und mit einem Riesensatz in die Dunkelheit zurückzuspringen.“ Sprach Mollies Schutzengel, immer noch ganz blass im Gesicht.
„Und Du?“ wollten Hugos und Mollies Schutzengel vom dritten Schutzengel in ihrem Kreis wissen, „was hast Du heute erlebt?“
Der saß neben ihnen mit versteinertem Blick, Tränen im Gesicht.
„Lass mich raten, Du hast um 20:57 Uhr nicht aufgepasst, und die Minnie Maus ist unter die Autoräder gekommen!“
„Oder hast Du um 20:57 Uhr nicht aufgepasst, und meine Mollie hat nicht nur ihr Leben gerettet, sondern auch ihr Abendessen?“
„JA, IHR HABT RECHT, ICH HABE IN DER TAT NICHT AUFGEPASST UM 20:57 UHR. ICH HATTE AUCH GEDACHT, DER TAG IST GUT GELAUFEN; DA MACH ICH MAL FEIERABEND, ABER ICH SAG EUCH NOCH WAS, MEINE TRÄNEN SIND TROTZDEM FREUDENTRÄNEN. WEIL NICHT IMMER IM LEBEN BRAUCHT MAN SEINEN SCHUTZENGEL, MINNIE WAR VOLL KONZENTRIERT, ALS SIE DIE AUTOSTRASSE ÜBERQUEREN WOLLTE. UND SIE HAT ES AUCH OHNE MICH GESCHAFFT, EURER MOLLIE UND EGONS AUTOREIFEN AUSZUWEICHEN.“
Worauf sich die drei Schutzengel freudestrahlend in den Arm nahmen…
© Ulf Runge, 2012


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