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Archive for März 2012

Warum das Ueei Ueei heißt

31. März 2012 4 Kommentare

Leben 829 – Samstag, 31.03.12

Warum das Ueei Ueei heißt

 

Bei einem Lebensmitteleinzelhandelsgeschäft habe ich jüngst diesen tollen Spruch – sinngemäß – gelesen:

Suche nicht, was Dir fehlt, sondern finde, was Du brauchst.

In diesem Sinn mache ich mir vor dem Einkaufen eine Liste der Dinge, die ich nach Hause bringen möchte.

In einem anderen Supermarkt ist mir nun heute folgendes passiert. Die Jugend begleitet mich, will mir beim Wagenfüllen helfen. Immer wieder benenne ich Artikel, über deren Herbeischaffung ich mich freuen würde. So geht das Ganze schneller und alle sind dafür verantwortlich, dass nachher nichts fehlt.

Doch was ist das, was die Kassiererin da gerade abscannt? Und meine Begleitung nun in das Wägelchen legt?

 

Ich sage laut: “Überrascht durch Überraschungsei!”

Meine Begleitung lächelt.

Der Mann hinter uns in der Schlange lacht und grinst mich an.

Kassiererin hat auch ihren Spaß.

Ich wiederhole: “Überrascht durch Überraschungsei!”

Jetzt weiß ich, warum das Überraschungsei Überraschungsei heißt.

© Ulf Runge, 2012

Die Baustelle

30. März 2012 9 Kommentare

Leben 828 – Samstag, 31.03.12

Die Baustelle

„Die Baustelle war gestern noch nicht hier! Ich bin gestern erst hier lang gefahren, und da gab es sie noch nicht.“ Höre ich den Fahrer sagen. Ein älterer Herr, dem ich dankbar bin, dass er mich zusammen mit einem anderen gestrandeten Eisenbahnpendler ein Stück des Weges mitnimmt.

„So ein Quatsch!“ denke ich, „die Baustelle ist schon seit ein paar Monate so eingerichtet!“ In der Tat ist sie so speziell abgesichert und markiert, dass ein temporäres, etwa nächtliches Verwandeln dieser Verkehrsschikane in einen unmerklichen Gutzustand für mich ausgeschlossen erscheint.

Was würde es mir bringen, wenn ich es ihm jetzt sage, dass er Unrecht hat? Der Wahrheit, was auch immer das ist, wäre zum Durchbruch verholfen. Der Mann allerdings wäre vermutlich sauer auf mich, dass ich ihn, der so nett ist zu mir, einer Lüge oder Unwahrheit bezichtige.

Es könnte auch sein, dass ich ihn, den Älteren von uns beiden, in einen traurigen Zustand bringen würde. Zweifel, ob er denn noch lebens- und verkehrstüchtig genug sei, Zweifel, die womöglich schon länger an ihm nagen, könnten hochkommen, könnten erst recht dazu führen, dass er ab sofort mit der immerpräsenten Angst lebt, nicht mehr tauglich genug zu sein fürs Leben.

Wenn ich mir vorstelle, der Mann wäre so alt wie ich, dann könnte es ja nicht das Alter sein, oder? Dann würde ich ihm zubilligen, dass er einfach voll im Unterbewusstsein hier lang gefahren ist, gestern. Und die Baustelle gar nicht (mit seinem Bewusstsein) sehen  konnte.

Ich glaube, dieses Recht, so „fehlerhaft“ zu sein wie wir Jüngeren, sollten wir auch denen zubilligen, denen man gerne altersbedingt jede Menge Vorurteile zuschiebt.

Ich WEISS, dass die Baustelle gestern da war. Er, besser sein Bewusstsein, WEISS, dass die Baustelle gestern nicht da. Wo liegt das Problem?

© Ulf Runge, 2012

Sitzplatz oder „per Du“? – So funktioniert das Gesetz der Anziehung

29. März 2012 6 Kommentare


Leben 827 – Freitag, 30.03.12

Sitzplatz oder „per Du“? – So funktioniert das Gesetz der Anziehung

Frankfurt am Main, Hauptbahnhof, 18:12
Die Regionalbahn um 18:06 bekomme ich nicht mehr, das mir von vornherein schon klar. Die würde ich später noch einholen, nachdem mein 18:20 Intercity sie überholt haben würde.

Intercity 2295 von Frankfurt am Main nach München HBf, 18:14
Obwohl es noch 6 Minuten bis zur Abfahrt sind, ist der Zug bereits gut gefüllt, zu gut gefüllt. Ich bekomme (nur) noch einen Premium-Stehplatz im Fahrrad-Abteil. Setze mir die Ohrstöpsel auf, höre „Ich mag mein Ding“ von Udo L. Und wünsche mir insgeheim einen Sitzplatz.

Immer noch der gleiche, gleich volle Zug, kurz hinter Darmstadt, gegen 18:42.
Ein Sitzplatz wurde frei, den habe ich der Dame neben mir gelassen. Wir werden langsamer, obwohl wir auf offener Strecke unterwegs sind. Auf jeden Fall haben soeben den oben genannten 18:06 überholt, in den ich dann Bensheim umsteigen werde.

Bickenbach, außerplanmäßiger Halt, gegen 18:45.
Auf dem Nachbargleis steht der 17:35, der hier wohl mit gut 40 Minuten Verspätung rumsteht. Die Informationslage ist und bleibt bescheiden bahntypisch bescheiden, ich rufe Mitpendler im 18:06 an, bei dem bereits jetzt von einem Oberleitungsschaden gesprochen wird, während der Fernverkehr noch ein bisschen länger desinformiert gehalten wird.
Die Türen werden zum Beinevertreten geöffnet, ich nutze die Chance, in den Regionalzug nebenan downzugraden, finde einen Sitzplatz mit (viel zu kalt eingestellter) Klimaanlage. Erlebe also eine massive Erhöhung meiner augenblicklichen Lebens- und Beförderungsqualität. (Und bin dazu noch im 17:35, was will ich mehr.)

Sitzplatz? Nein, Ulf, sage nicht, dass Du das alles nicht gewollt hast. Dass da ein Lastwagen einen Strommasten umfährt und damit die Oberleitung schrottet. Bloß damit Du einen Sitzplatz bekommst. Sei ehrlich.

Mein Ego beschließt, jeglich Aussage zu verweigern…

Und wenn Du, liebe Leserin, lieber Leser, Dir mal wieder wünschst, ein bisschen sitzen zu dürfen, dann pass’ nur auf, dass es nicht hinter schwedischen Gardinen ist…

Wünschen will präzise gewünscht sein…

Übrigens: Der Rest ist nicht weiter spannend. Strecke gesperrt. Schienenersatzverkehr. Wenig Taxis. Viele Privatchauffeure und spontane Mitfahrgemeinschaften. Und mit einem Mitpendler bin ich jetzt „per Du“. (Oder war es das, was ich mir seit Jahren gewünscht hatte?)

©Ulf Runge, 2012

Die Aufschwung

27. März 2012 4 Kommentare

Leben 826 – Mittwoch, 28.03.12

Die Aufschwung

Zum sechsten Mal fand gestern die „Aufschwung“ statt. Richtig. Nicht „der“ Aufschwung. Sondern „die“. Für mich zum dritten Mal.

Aufschwung, das ist die interessante Mischung aus Tagung und Messe für Unternehmensgründer in Frankfurt am Main, nun zum zweiten Mal auf dem Campus der Universität ausgerichtet wurde.

Ich habe mir insgesamt 6 Vorträge von 8 Referenten angehört, bei denen ich kurz auf drei besonders bemerkenswerte eingehen möchte.

Imponiert hat mir die Präsentation der 23jährigen Ina Rosiak, die als Hochzeitsberaterin im Raum Hannover unterwegs ist. Sie hat sich von einiger Zeit die Frage gestellt, wie sie vermeiden kann, dass ihre Konkurrenz ihr das Wasser abgräbt.

Und die Antwort ist erstaunlich: Sie hat die Konkurrenz zu ihren PartnerInnen gemacht, indem sie eine Agentur gegründet hat, die HochzeitberaterInnen mit Mehrwerten versorgt. Weitergabe mit Lieferanten ausgehandelter günstiger Konditionen an die ehemalige „Konkurrenz“, gemeinsame Durchführung von Schulungen, Kommunikation aktueller Informationen aus den hochzeitsbegleitenden Behörden und und und.

Was mir auch gefallen hat, dass Frau Rosiak transparent gemacht hat, welcher Anteil am Hochzeitskuchen ihrer Agentur zufällt und wie viel die eigentlichen HochzeitsberaterInnen verdienen, und welcher zeitliche Aufwand hierfür nach ihren Erfahrungen zu erbringen ist. Das ist ein toller Ansatz, die eigene Arbeitskraft mehrwertig zu skalieren. Hut ab!

Mal wieder Inventur zu machen in meiner Werte-Visionen-Ziele-Landschaft, hierzu hat mir die Präsentation von Corinna Leitold wertvolle Impulse gegeben.

Sie hat Ihre Berufung als Coach gefunden, indem sie ihren KundInnen Methoden und Impulse an die Hand gibt, zu dem zu finden, was in einem steckt, und was womöglich ein erfüllenderer Beruf sein kann als der Job, den man derzeit eventuell nicht so gerne ausübt. Mehr dazu auf ihrer Internet-Präsenz.

Uwe Hiltmann hielt einen für mich inhaltlich sehr interessanten Vortrag, bei dem er wertvolle Tipps gab, wie man das Gefundenenwerden im Netz zum eigenen Nutzen beeinflussen kann, ohne großartige Wunder vollbringen zu müssen.

Einige dieser Tipps werde ich bestimmt mal versuchen und dann beobachten, ob der Suchmaschinenverkehr z.B. auf meinem Blog zunimmt. Wie wichtig „Suchmaschinenoptimierung“ für Gewerbetreibende ist, insbesondere im Umfeld „Social Media“ und „Mobile Computing“, ist mir durch diesen anschaulichen, mit Praxisbeispielen illustrierten Vortrag deutlich geworden.

DIE nächste Aufschwung kommt bestimmt. DER nächste Aufschwung für die Veranstalter und Teilnehmer der Aufschwung 2012 mit Sicherheit auch.

© Ulf Runge, 2012

Magnifique

25. März 2012 8 Kommentare

Leben 825 – Sonntag, 25.03.12

Magnolien find ich “magnifique”.

Hier drei Fotos, die beweisen, dass der Frühling umununumkehrbar ist:

Sonntag, 18.03.12:

Dienstag, 20.03.12:

Freitag, 23.03.12:

© Ulf Runge, 2012

Griff ins Klo

25. März 2012 4 Kommentare

Leben 824  – Sonntag, 25.03.12

Griff ins Klo

Endlich mal wieder ein Beitrag mit Bildern wirst Du jetzt sagen. Auch wenn sie etwas überraschend, darf  ich überraschend sagen, für Dich aussehen mögen.

Wenn Du irgendwann einmal eine Plastikschüssel reinigst, in der ein kleines Propolis-Fläschlein ausgetropft ist, dann nimm nicht Deine Finger. Oder Spülmittel.

Was richtig gut hilft, ist Handwaschpaste. Weil, solche Bilder wollen wir doch nicht mehr sehen…

© Ulf Runge, 2012

Zug-Entzug – oder Vorschlag für eine Bahnpendler-Hymne

23. März 2012 5 Kommentare

Leben 823 – Freitag, 23.03.12

Zug-Entzug – oder Vorschlag für eine Bahnpendler-Hymne

 

 

Das nachstehende Gedicht ist eigentlich ein Liedtext.

Zu singen nach Reeperbahn 2011 (What it’s like).

Vielleicht hörst Du Dir erst das Original an. Aber auch wiederkommen!!!

„Mein“ Text ist natürlich dem Original nachempfunden:

http://www.udo-lindenberg.de/reeperbahn_2011_what_it_s_like.100971.htm

 

Jetzt aber. Am besten, Du versuchst den Text zum Lied mitzusingen…

Viel Spaß!

 

 

 

Freitag Abend, Freitag Nacht,

abgerockt und viel gelacht,

doch immerzu bin ich’n bisschen traurig.

 

Und dann ist Schluss, ist ausgeschwooft,

Sonnabend wird ausgepooft.

immer bin ich irgendwie so traurig.

 

Ich fahr herum, hab’ eingeparkt:

erst mal zu Jenny, dann zum Markt

und trotzdem bin ich irgendwie so traurig.

 

Ich weiß nicht, warum ich nicht so richtig happy bin, doch nach `ner

Weile kommt’s mir wieder in den Sinn:

 

Eisenbahn – komm doch an,

Du rot Lackierte, Du machst mich an.

Eisenbahn – alles klar,

roll in den Sackbahnhof, dann sind wir wieder da!

 

Ich spüle ab und putz das Klo,

hör dabei Westradio,

und wieder bin ich irgendwie so traurig.

 

Ich mag Musik von Udo L

Ich find sie sensationell

immer bin ich irgendwie so traurig.

 

Sonntag Abend, Sonntag Nacht,

Pendlerherz, nun wieder lacht,

und auf einmal bin ich fröhlich

 

Oh Mann – ich sag`:

Ich weiß jetzt, warum ich wieder richtig happy bin, am Sonntag Abend

kommt’s mir wieder in den Sinn:

 

Eisenbahn – komm doch an,

Du rot Lackierte, Du machst mich an.

Eisenbahn – alles klar,

roll in den Sackbahnhof, dann sind wir wieder da!

 

Eisenbahn – komm doch an,

Du rot Lackierte, Du machst mich an.

krieg von Dir nie genug

roll in den Sackbahnhof, ich hasse Zug-Entzug

 

© Ulf Runge, 2012
© Originaltext von Reeperbahn 2011: Udo Lindenberg und Jan Delay

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