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Archive for Dezember 2010

Siebenundsiebzig

Leben 659 – Samstag, 04.12.10

Paul hat einen neuen Kollegen in seinem Büro. Den Egon.

Als der Udo den Raum betritt und laut „Zweiundzwanzig!“ sagt. Paul und Udo lachen sich kaputt, während der Egon dumm aus der Wäsche guckt.

Der Bodo kommt hinzu und raunt den Kollegen ein „Einunddreißig!“ zu. Die klatschen sich auf die Schenkel, gröhlen und lachen Freudentränen. Nur Egon nicht, der nichts kapiert.

Als Egon mit Paul wieder alleine ist, fragt er ihn, was denn da gerade eben passiert sei.

„Ganz einfach!“ sagt der Paul, „weil das Witzeerzählen oftmals nicht leicht ist und wir schon mal die Pointe vergessen, haben wir unsere Witze durchnummeriert. Dann reicht es, nur noch die Nummer des Witzes zu rufen und schon lachen alle. Das spart auch einen Haufen Zeit!“

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Beziehungsgeschichte

3. Dezember 2010 9 Kommentare
Leben 658 – Freitag, 03.12.10

Er dachte bei sich, dass es diesmal etwas anders sein würde. Während die früheren Trennungen plötzlich und unerwartet kamen, der Verlust mit jäher Wucht spürbar geworden war, ist es diesmal wohl anders. Der Abschied wird planvoll vonstatten gehen, man konnte ja zu sehen, wie es täglich weniger und weniger wurde.

Ja, und anders als sonst hat er diesmal sozusagen „just in time“ für Ersatz, oder besser gesagt für angemessene Nachfolge gesorgt. Es geht jetzt nur noch darum, die alte Sache mit Würde zu beenden. Um sich danach mit ganzer Passion auf das Neue einzulassen.

Natürlich nicht ohne Gummi!

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Prozentrechnung

2. Dezember 2010 10 Kommentare
Leben 657 – Donnerstag, 02.12.10

Heftiges Gespräch, welche der möglichen Alternativen man denn nun auswählen solle.

Eberhard ist für den Hyperligator und betet dessen Vorzüge ein ums andere Mal runter.

Der Friedrich dagegen lobt das Akkutrimaton über den grünen Klee, das habe bereits jetzt 92% erfüllt!

„Von was?“ will der Eberhard wissen.

Worauf der Friedrich, nur einen Wimpernschlag später, erwidert: „Von 100 natürlich!“

© Ulf Runge, 2010

 

Lautsprechermann

1. Dezember 2010 6 Kommentare
Leben 656 – Mittwoch, 01.12.10 


Ein Sonnenschein, um nicht zu sagen ein Strahlemann, betritt nach einem harten, langen Tag, wie man jetzt noch nicht unbedingt vermuten möchte, den gut besetzten Feierabendzug, im Schlepptau eine Begleitperson, die sich im weiteren Verlauf als seine Mami herausstellen wird.

Die beiden finden noch einen Platz in einem benachbarten Viererabteil, also nicht weit entfernt von mir, präziser ausgedrückt in meinem engeren Hörbereich, ohne den es diese Zeilen nicht geben würde.

Die beiden sprechen miteinander. Der Kleine hat viele Eindrücke vom Tage, die er nun heraussprudelt. Ab und zu kommt auch Mami zu Wort. An Schlaf ist für den Rest der kopfhörerfreien Fahrgäste nicht wirklich zu denken, der Kleine spricht zu laut, als dass man nicht auf seine Stimme fixiert wäre.

In einer Luftholpause darf Mami nun sogar einen ganzen Satz sprechen. Einen Satz, den sie für die Dauer der verbleibenden Fahrt aufrichtig bedauern wird. „Schatz, wir haben ja das Brot zu Hause liegen gelassen.“

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