Flügelverleihendes Buch

Leben 622 – Freitag, 17.09.10

Da kenne ich einige Menschen in meinem persönlichen Bekanntenkreis, die schon Weiterbildungen zu NLP gemacht haben. NLP = Neurolinguistische Programmierung. Hört sich an, als wenn Informatiker sich jetzt den menschlichen Geist vorgenommen hätten. Oder wie Gehirnwäsche. Egal, zu den drei Buchstaben habe ich noch nicht mal ein Halbwissen. Gehabt. Bisher.

Als ich am Wühltisch einer Londoner Flughafenbuchhandlung stehe, überwältigt mich der Kaufrausch, als ich auf recht interessant erscheinenden Sachbüchern den Aufkleber „4 for 3“ entdecke. Obwohl ich genügend ungelesene Bücher dahim habe, leiste ich mir den Luxus weitere 4 zum Preis von 3en in meinen Besitz wechseln lassen. Wo sie nun seit gut einem Jahr mehr oder minder als Raumzierde und Staubfänger rumstehen und rumliegen.

Es ist fünf vor Schweden. Die Koffer sind gepackt, das Auto ist geladen, und ich gebe mir noch 5 Minuten Zeit meine Urlaubslektüre zu komplettieren. So ungefähr 7 Bücher, die ich nicht lesen werde, sind bereits an Bord, als ich noch schnell einen Blick auf die „Bitte-lies-mich“-Fraktion warte. Ich werde es mal mitnehmen, dieses „Change your life with NLP“ von Lindsey Agness. Die anderen eingepackten Bücher sind ebenfalls Sachbücher, doch dass ich jetzt noch ein englischsprachiges mitnehme, ist der Gipfel. Ich dachte, ich fahre in Urlaub.

Am Ende aber bin ich richtig stolz. Ich habe es komplett durchgelesen im Urlaub. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Obwohl ich ahnte, was es ist: Es ist ein Arbeitsbuch. Ein Buch, das voller Anregungen ist für Übungen, für Reflexionen. Und wenn Du die Übungen machst, spürst Du auf einmal, wieviel Energie von Dir selber ausgeht, wenn Deine Gedanken Dir neue Horizonte eröffnen.

Ich weiß jetzt immer noch nicht, was NLP ist. Will ich auch gar nicht wissen. Lach. Aber ich weiß, dass dieses Buch mir richtig gut getan hat. Und tun wird. Die Autorin hat einen sehr persönlichen Stil, so als würde sie Dir gegenüber sitzen. Wie ein richtiger Coach. Sie bringt eigene Erfahrungen ein. Sie gibt Impulse, aber keinmal spüre ich einen erhobenen Zeigefinger, der mich in eine bestimmte „richtige“ Richtung bringen will.

Das Buch lässt mich recht intuitiv bestimmen, ob ich da bin, wo ich sein möchte, oder ob ich den Wunsch habe, mich weiterzuentwickeln. Zeigt mir die Möglichkeit auf, mich von der „Grauen Zone“ in die „Brilliante Zone“ zu bewegen.

Eine Übung, die ich dann gerne mache, weil ich sie schon vor der Buchlektüre für mich verinnerlicht hatte, aber noch nie explizit in Worte gefasst hatte: Will ich „weg von“ irgendetwas? Oder wäre es hilfreich, wenn ich mir die Frage stellen, ob ich „hin zu“ etwas möchte.

Ich erfahre, wie man Ziele präzise formuliert, was für mich auch nicht neu ist, aber die Darstellung ist kurz, knapp und gelungen.

Das Lebensrad, im Prinzip ein Polardiagramm über die bedeutsamen Bereichen unseres Lebens, gibt Hinweise, wo wir womöglich eine Schieflage haben zwischen dort, wo wir sind, und dort, wo wir uns hinsehnen.

Sehr gut gefällt mir die Aufforderung, für diese Bereiche, bei denen ich mich besonders verändern möchte, meine Ziele präzise auf einen zukünftigen Zeitpunkt zu legen. Und dann von dort rückwärts „zu rechnen“ bis heute. In kleinen Schritten. So dass ich schon morgen, nein heute, den ersten bewussten kleinen Schritt auf mein Ziel gehen kann.

Ich will diese Appetitmachung auf dieses wunderbare, leider noch nicht in deutscher Sprache erhältliche Buch beenden mit einem Tipp, wie ich mich täglich neu auf Situationen vorbereiten kann, die ich als schwierig empfinden könnte. Etwa ein Meeting, bei dem jemand versuchen könnte, mich „rund“ zu machen. Oder ein Beurteilungsgespräch durch meinen Vorgesetzten. Dir fällt bestimmt eine unangenehme Situation ein, die in Deinem Leben eine Rolle spielen könnte.

Diese wunderbare Übung geht so. Such Dir eine Körperstelle aus, die Du im Prinzip jederzeit ohne aufzufallen erreichen kannst. Vielleicht nicht gerade die Nase, nimm vielleicht den Rücken der linken Hand. Übe mit der rechten Hand leichten Druck auf diese Stelle, also auf den linken Handrücken aus. Schließe die Augen. Stelle Dir eine besonders schöne Situation vor. Etwa, als Du zum ersten Mal die Zauberflöte gehört hast. Oder den ersten Halbmarathon gelaufen bist. Den ersten Kuss. Das erste erfolgreiche Bewerbungsgespräch. Was auch immer. Schicke Dir diese positiven Empfindungen täglich für 5 bis 10 Minuten. In diese Körperstelle. Also etwa den Rücken der linken Hand.

Und wenn dann diese fürchterliche, unangenehme Situation kommt, dann fahre unmerkbar für Dritte über Deinen linken Handrücken. Und auf einmal wird die Kraft der Zauberflöte, des Halbmarathons, des Kusses, der erfolgreichen Bewerbung Dich durchströmen, Du wirst lächeln, Du wirst für andere erkennbar die Person sein, die die Situation im Griff hat.

Ich habe noch nie Red Bull getrunken. Ich weiß nur, dieses Buch verleiht Flügel

© Ulf Runge, 2010

  1. 17. September 2010 um 10:51

    Lieber Ulf, ich war ja schon so gespannt auf genau diesen Beitrag:-) Ich freu mich für Dich, dass Du aus dem Buch soviel für Dich selber nehmen konntest, ja so habe ich NLP auch erlebt. Es geht um Möglichkeiten, Handlungsfreiheit, Ziele und noch soviel mehr…Und die Technik, die Du hier gut beschreibst, nennt sich “ankern” und das machen wir doch sowieso täglich mit Gerüchen, mit Musik, mit der Natur…Und nun bin ich gespannt, wie es für Dich damit weitergeht… Liebe Grüsse Andrea

  2. 17. September 2010 um 12:36

    Lieber Ulf, das liest sich unheimlich gut an. Ich freue mich für Dich, dass Dir etwas so gut getan hat – vor allem die Übung ist toll und sicherlich oftmals hilfreich.
    So findet irgendwann jeder von uns das, was ihm am meisten gut tut, womit er sich weiterentwickeln und ent-falten kann. Für mich ist es das Ultramind ESP System. Absolut. Das Schöne ist, dass ich trotzdem auch noch ganz viele andere Dinge tun kann, die mich weiterbringen. Aber eben auf der Alpha-Ebene. Das ist dann das Sahnehäubchen obendrauf sozusagen.
    Viele liebe Sonnengrüße
    von Dori :-)

  3. 17. September 2010 um 18:14

    Lieber Ulf,

    ich habe schon Red Bull getrunken, und ich kann Dir sage: NLP ist tausendmal besser! Wie Du vielleicht mitbekommen hast, absolviere ich gerade den 8-Wochen-Kurs von André Loibl. Und darin geht es genau um die von Dir in dem Buch entdeckten Dinge. Der Kurs enthält viele Elemente aus dem NLP und noch weit mehr.

    Ein Buch ist gut, ein Audio-Kurs ist besser, doch die Krönung ist sicher ein Praxisseminar und eine gezielte Ausbildung, wie sie zum Beispiel Andrea, Babsi und Elisabeth schon gemacht haben. So etwas steht auf meiner Wunschliste ganz oben.

    Alles Liebe,
    Jürgen

  4. Mo
    19. September 2010 um 01:13

    Na toll.

  5. Mo
    19. September 2010 um 01:18

    *..wie ich mich täglich neu auf Situationen vorbereiten kann, die ich als schwierig empfinden könnte.*

    Ich habe lange nicht mehr so einen Blödsinn gelesen.

  6. 19. September 2010 um 06:26

    @Mo
    Es hat mich schon in den Fingern gejuckt, jetzt einfach zu schreiben: Dann lies doch mal Deine eigenen Kommentare ;-) Stattdessen frage ich Dich aber lieber, was wirklich Deine Intention ist. Was bezweckst Du mit dem, was Du hier schreibst? Und warum bist Du so feige, Deine Frechheiten nur anonym abzusondern? Hast Du so viel Angst vor dem Echo?

    Ulf ist viel zu nett, um Dir das zu sagen. Und ich bin es normalerweise auch. Doch ich tue es trotzdem: DU NERVST!

    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag.

  7. Ulf Runge
    20. September 2010 um 01:07

    Hallo Mo,

    Jürgen hat recht,
    ich werde zukünftig keine Kommentare mehr von Dir zulassen.

  8. Ulf Runge
    20. September 2010 um 23:44

    Liebe Andrea,

    ich werde Euch auf dem Laufenden halten.
    Es ist einfach nur spannend…

    Liebe Grüße,
    Ulf

  9. Ulf Runge
    20. September 2010 um 23:48

    Liebe Dori,

    schade, dass ich dieses Jahr das Thema Ultramind so hoch priorisiert hatte, wie ich es mir vielleicht im nachhinein wünschen würde.

    Für 2011 bin ich mir sicher, dass ich meinen Horizont diesbezüglich erweitern will.

    Liebe Grüße,
    Ulf

  10. Ulf Runge
    20. September 2010 um 23:54

    Lieber Jürgen,

    ich finde es bemerkenswert, wie sich André Loibl entwickelt hat.
    Eine positive Erscheinung war er immer schon,
    er hatte auch immer schon etwas zu sagen,
    aber ich hatte noch keinen Draht zu ihm.
    Sein aktuelles Angebot finde ich einen Quantensprung nach vorn.

    Ich freue mich darauf, von Dir etwas über Deine Erfahrungen lernen zu dürfen.
    Gespannt bin.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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