Die „Bananen-Story“
| Leben 462 – Mittwoch, 08.07.09
Was es denn mit der „Bananen-Story“ auf sich habe, wollte Ruth von ihm wissen. Henrys Miene hellte sich ein wenig auf, ein Lächeln huschte über sein Gesicht, und er entgegnete nur: „Sei ehrlich, Du kennst die Geschichte schon, Du willst sie bloß noch mal aus meinem Mund hören!“ „Nein, nein, wirklich nicht. Bloß, weil ich Urlaub hatte, werde ich dumm sterben müssen. Alle Kollegen reden davon, aber nur ich weiß nicht wirklich Bescheid!“ Henry gab sich einen Ruck, trat etwas näher an Ruth heran und fing an, mit leicht gedämpfter Stimme, Ruth in das Geheimnis der Geheimnisse einzuweihen: „Also, wir waren Mittagessen. Die Ricarda, der Werner und ich. Die beiden holen mich in meinem Büro ab. Und frotzeln über die Bananen auf meinem Schreibtisch. Die mehr schwarz als gelb sind. Bei denen ein paar gelbe Sprenkler ahnen lassen, dass es sich hier noch um ein Lebensmittel handeln könnte. Egal. Wir gehen rüber ins Casino. Und treffen dort zufällig den Hans Meier, Du weißt schon.“ „Den Hans Meier, ach, iss ja nett! Habt Ihr bestimmt viel Spaß gehabt!“ „Kannste glauben, und dann mach ich so nen superblöden Ausspruch, dass meine Bananen jetzt bestmmt vollschwarz sind, wenn ich vom Essen zurückkomme. Dass die gelben Sprenkler bestimmt auch schon schwarz geworden sind. Nur. Das glaubt der Hans nicht. Wettet dagegen. Wir wetten um die Ehre. Verabschieden uns nach dem Essen. Ich sage zu, dass ich Beweismittel beschaffen werde. Bezüglich der Bananen. Wir lachen. Gehen getrennter Wege.“ „Und dann? Was hast Du dann gemacht?“ „Ganz einfach. Bin zu meinen Bananen hin. Wette verloren. Die hatten doch noch gelbe ‚Rest‘flecken.“ „Und wie bist Du aus der Geschichte raus gekommen?“ „Gar nicht. Ich hab mir eine Banane geschnappt. Auf den Kopierer-Scanner gelegt. Da ich logischerweise den Deckel vom Gerät nicht runterklappen konnte, das hätte sonst Bananenbrei gegeben, ist wenigstens der Bildhintergrund vollschwarz geworden. Habe also das Bild genommen, und per E-Mail an meine Mittagessenpartner geschickt. Und eingestanden, dass ich die Wette verloren habe.“ „Das ist die Bananen-Story?“ Ein bisschen enttäuscht war Ruth schon von dieser bananen, ahem banalen Begebenheit. „Fast!“ Henry atmet noch mal tief durch. „Also Du musst wissen, in einer größeren Firma wie der unseren, da gibt es nicht nur einen ‚Hans Meier‘“. „Du Scheiße!“ fährt es Ruth heraus, den Rest kann sie nicht mehr artikulieren, nichtendenwollendes Gegluckse verhindert jedwede Wiedergabe in Laut- oder Schreibschrift. © Ulf Runge, 2009 |

Hallo Ulf,
ich bin hier mehr der stille „Mitleser“. Aber jetzt liege ich unter dem Tisch. Vor allem, wenn ich mir das Gesicht des E-Mail-Empfängers vorstelle! Spannung wieder bis zum letzten Satz gehalten – Klasse!!
Gruß,
Jürgen
Lieber Jürgen,
wenn es mir gelingt, einen stillen Genießer aus der Reserve zu locken,
dann freut mich das ungemein. Danke für Deine Kritik.
Liebe Grüße,
Ulf
Lieber Ulf,
schön, dass Du jetzt auch den Weg zu mir gefunden hast. Deine wohltuenden Worte klingen mir noch jetzt lieblich in den Ohren
Heute Morgen habe ich ein Stöckchen beantwortet, das mir Astraryllis zugeworfen hat – nein, nicht vor einem Jahr
Ich habe die drei in den Regeln gewünschten Blogger zwar schon ausgewählt (was mir nicht leicht fiel, bei den vielen klugen Blogs, die ich abonniert habe), würde mich aber riesig freuen, wenn Du Dir die Zeit nimmst, auch etwas dazu zu sagen.
Hier der Direkt-Link: http://www.leben-lernen-lieben.de/bloggend-leben/was-ist-ein-stoeckchen
Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag und freue mich schon auf den nächsten geistreichen und spannenden Eintrag in Deinem Schreibetagebuch,
Jürgen
Lieben Jürgen,
gebahnt hast Du den Weg! Danke. Abgesehen davon, dass Du inhaltlich starke Beiträge auf Deinem Blog veröffentlichst,
ich wäre fröh, mein Blog wäre auch „so schön“. Will sagen, Schrift, Absatzgestaltung, Bilder, und das ganz nach einem konsequenten Gestaltprinzip.
Bei Häusern würde man von Architektur sprechen.
(Wenn ich groß bin und auch mal relaunche, wie der Deutsche sagt, dann, ja dann, …)
Danke, dass Du mir Astraryllis’ Stöckchen auch zurufst. Ich glaube, mein Urlaub ist gerettet…
Wie ich schon Astraryllis zugerufen habe, gib mir etwas Zeit.
Das sind schwerwiegende Fragen. Sowohl ihre. Als auch Deine…
Liebe Grüße,
Ulf
Lieber Ulf,
was das Stöckchen betrifft, da kenne ich ja Deine Deadline
Schreib einfach etwas dazu, wann immer Du Dir Zeit nehmen kannst und willst.
Die Gestaltung hat den Preis, dass meine Beiträge sicher ein wenig mehr Zeit in Anspruch nehmen. Das ist aber auch gewollt. Ich widme mich schließlich Themen, die in zehn Jahren immer noch – vielleicht sogar noch mehr – Bedeutung haben. Es ist vom Grundgedanken auch viel mehr eine Website als ein Blog, da der Tagebuchcharakter völlig fehlt. Ich nutze nur gerne die technischen Möglichkeiten von WordPress und will auch nicht nur statische Seiten erstellen. Ich denke, die Form ist ganz gut. Mit der horizontalen Navigation ganz oben findet man sich auch gut zurecht (hoffe ich) und so wird daraus nach und nach ein regelrechtes Nachschlagewerk für alle Bereiche eines rundum gelungenen Lebens, wenn auch mit einer persönlicheren Note als vielleicht „Zeit zu leben“. Tania Konnerth und Ralf Senftleben sind natürlich meine großen Vorbilder, ihre Seiten sind einfach genial. Aber eine Kopie wäre nicht gut – und das wäre auch nicht ich.
Das Wichtigste im Vergleich zu meiner alten Website ist die Kommentarfunktion – und die wird ja auch fleißig genutzt. Auch die Präsentation der Bilder mit Vergrößerungen und Diashow lag mir sehr am Herzen.
Außerdem wollte ich nicht mehr auf mehreren Hochzeiten tanzen. Jetzt ist alles unter einem Dach. Die Kündigung meines alten Blogs läuft bereits. Die Domain http://www.lebenlernenlieben.de wird dann umgeleitet, so dass es künftig kein Rolle mehr spielt, ob ein Besucher den Namen mit oder ohne Bindestriche eingibt.
Wenn Du irgendwann eine Umgestaltung Deines Schreibetagebuchs ins Auge fasst, kannst Du Dich ja gerne melden. Vielleicht habe ich den einen oder anderen hilfreichen Tipp.
Ich wünsche Dir einen schönen Freitag und ein angenehmes Wochenende,
Jürgen
Lieber Jürgen,
danke für Deine ausführlichen Anmerkungen.
Derzeit setze ich die Priorität noch mehr auf Texte,
statt auf so ein erstklassiges Design…
Liebe Grüße,
Ulf
Lieber Jürgen,
meine erste Antwort an Dich war ein bisserl kurz. Hinsichtlich Länge. Und Sprache. Sollte so nicht gemeint sein.
Wollte nur sagen, dass bei „die Sachen“ oft genug „raus“ müssen, viel zu oft spontaner Natur sind.
Wo ich mir gar nicht die Zeit lassen will, zumindest im Augenblick nicht, noch ein schönes Bildchen herauszusuchen.
Oder gar warten, bis ich selbiges geschossen hätte…
Tania Konnerth und Ralf Senftleben. Never heard before. Was ich gelobe zu ändern.
Liebe Grüße,
Ulf
Lieber Ulf,
das ist bei mir schon so angekommen, wie Du es gemeint hast. Wenn ich so eine „Schreibe“ hätte wie Du, würde ich mir über Design auch keine Gedanken machen: Die Leserinnen und Leser Deiner herrlichen Geschichten kommen doch genau deswegen. Und mit Lachtränen in den Augen würden sie sowieso kaum noch ein Foto erkennen
Deine Spontaneität und Dein Witz fehlen mir leider. Dafür bin ich mehr der geborene Philosoph. Deshalb können meine Texte auch länger reifen – wirken dadurch aber lange nicht so frisch wie Deine. Was das Internet so interessant macht, ist ja gerade die Vielfalt. Wir sind alle Eins – und jeder trägt seinen Teil zum bunten Puzzle des Lebens bei.
Es stellt sich sowieso die Frage, wie viele der Leser auf das Aussehen einer Seite achten. Ich persönlich abonniere Seiten, deren Inhalt mir gefällt auch per RSS-Reader. Manchmal fällt mir dann gar nicht auf, dass sich das Layout inzwischen geändert hat, weil ich die Originalseite nur dann besuche, wenn ich einen Kommentar hinterlassen möchte.
Morgen – äh, heute – ist übrigens ein guter Tag, um Tania und Ralf kennenzulernen. Sonntags erscheint regelmäßig der Newsletter von Zeit zu leben.
Ich wünsche Dir einen schönen Tag,
Jürgen
PS: Wie ich selbst in den Tag starte, erfährst Du heute auf meinem Blog.
Lieber Jürgen,
danke für Deine ausführliche Anmerkung.
Das sind wahrlich wunderschöne Komplimente,
die Du mir da zuteil werden lässt…
Zeitloser ist definitiv Dein Ansatz.
Um den ich Dich sozusagen ein bisserl beneide.
Ich melde mich Anfang August wieder. Bis dahin ein gute Zeit.
Liebe Grüße,
Ulf