| Leben 454 – Montag, 29.06.09
Tag um Tag tu ich’s nicht schaffen,
um am Ende blöd zu gaffen,
auf den Zettel, den ich machte,
als ich jüngst mal an Dich dachte.
Rufen wollt’ ich, und zwar an,
ich war schon am Hörer dran,
doch dann blickt’ ich auf die Uhr,
so früh würd’ ich stören nur.
Und so tat ich noch was warten,
trug den Kompost in den Garten,
räumte auf und saugte Staub,
zog am Kochtopf fest ne Schraub’,
und dann war es Zeit zum Kochen,
wie sie oft die letzten Wochen,
und dann war es Zeit zum Essen,
nein, ich hab’ Dich nicht vergessen.
Nach dem Spülen wollt’ ich’s tun,
doch ich weiß, jetzt wirst Du ruh’n,
so um vier, da ruf ich an,
hoffentlich denk’ ich dann dran.
Anders kommt es, als ich wollte,
als Aufmerksamkeit ich zollte,
dem, was da zu sehen war,
in dem TV-Kaufbasar.
Messer, Waschvollautomaten,
ohne Zins, nur 80 Raten,
Gläser, Flaschen, Thermoskannen,
Lebenshilfe, Bratepfannen.
Huch, jetzt hab’ ich mich vergessen,
ist nun Zeit für’s Abendessen.
Und da will ich ungern stören,
vielleicht tust Du Radjo hören.
Tagesschau und Wetterkarte,
Tatortkrimi, ich noch warte,
kurz vor zehn, da ruf ich an,
doch Du gehst schon nicht mehr ran.
Smsen könnt’ ich und auch mailen,
doch viel lieber Deine Nummer wählen,
Deine Stimme möcht’ ich hören,
nur nicht eins: ich will nicht stören.
© Ulf Runge, 2009 |
Lieber Ulf, sehr amüsant und auch schon erlebt. Der „Zufall“ wollte es, dass in den von mir abonnierten Blogbeiträgen unter diesem von Dir, einer von einem Blog stand, der die Überschrift „just do it“ hatte und das ist auch das, was ich am Ende Deines Gedichtes gedacht habe, RUF EINFACH AN:-)
lächelnde Grüsse Andrea
Lieber Ulf,
herrlich,
aber ehrlich es gibt den richtigen zeitpunkt
und das ist eben immer der, wo du dann WIRKLICH den Hörer in die Hand nimmst und anrufst.
Und wenns für den anderen auch der richtige ist, dann wird er oder sie auch dasein und abheben.
Ich glaube an diese richtigen zeitpunkte.
elisabeth
lieber ulf, wem ging es schon nicht so
der richtige zeitpunkt ist schwer zu finden. noch schwieriger, das richtige zu tun.
meine haare hätte ich nicht schneiden lassen sollen, trotz just-do-it-feeling. nun traue ich mich kaum mehr ausser haus. dafür habe ich nun einen sehr guten freund angeschrieben, damit man sich mal wieder trifft. das tat wiederum sehr gut
liebe grüsse,
aprikose
Lieber Ulf,
so habe ich das „früher“ auch gehandhabt. Heute greif ich sofort zum Hörer, sobald der Gedanke aufkommt. Meistens hat diejenige Person dann auch schon an mich gedacht oder versucht, mich zu erreichen.
Schön hast Du das geschrieben, lieber Ulf.
Fröhliche Sommersonnengrüße
Dori
Liebe Andrea,
das Thema „Der Anruf“ mir am Sonntag so präsent gewesen, dass ich einfach nicht anders konnte als in Reimform darüber zu berichten…
Und das nächste Mal, ja, da rufe ich einfach an, maile, smse, irgendwas halt.
Liebe Grüße,
Ulf
Liebe elisabeth,
wie recht Du hast. In die Hand nehmen, wählen, sprechen….
Auf den Anrufbeantworter.
Oder mit dem Menschen, den man dran haben wollte…
Liebe Grüße,
Ulf
Liebe aprikose,
ich wollte Dir gerade antworten. Aber ich lass das jetzt sein. Meine Antwort ist die Begebenheit „Der Prozess“, die Du als nächste hier auf dem Blog finden wirst. Danke Dir für Deine Inspiration.
Und dass Du den Hausarrest dazu genutzt hast, mit einem sehr guten Freund zu kommunizieren, das ist doch prima!
Liebe Grüße,
Ulf
Liebe Dori,
das mit dem Anrufen praktiziere ich heute auch so wie Du.
Früher gab es da die etikette-bedingten Sperren.
Danke für Dein Komplient.
Ebenso schöne Sommersonnengrüße zurück.
Und weiterhin ein gutes Händchen, wann immer es die Reifen zu wechseln gilt.
(Das ist definitiv ein Insider
Liebe Grüße,
Ulf