Bürotisches

Leben 408 – Dienstag, 24.03.09

Ich schreibe ja prinzipiell nichts zu meinem beruflichen Alltag. Wer meinen Blog kennt, weiß das. Wer meinen Blog nicht kennt, ist selber schuld, grins.

Heute breche ich dieses Tabu ein klein wenig. Nenne die nun geschildert werden wollende Begebenheit „Bürotisches“. Und wer weiß, vielleicht ist das ja der Auftakt für eine neue Facette meines Schreibetagebuches.

Ich war neu in der Firma. Und mein Arbeitsplatz war im 11. Stockwerk eines Hochhauses. Dann gab es da noch das 9. und 10. Stockwerk, die mein Betrieb ebenfalls angemietet hatte.

Also. Ich war neu in der Firma. Saß an meinem Großraumarbeitsplatz, ein Gefühl, das ich seit 15 Jahren nicht mehr gehabt hatte. Davor immer nur Einzelhaft oder Zweibett-/Dreibettzimmer. Jetzt also links und rechts Kolleginnen und Kollegen. Und hinter und vor mir auch.

Also. Ich war neu in der Firma. Saß an meinem Großraumarbeitsplatz und erhielt einen Anruf, dass am Empfang, also ganz unten, eine eilige Kurierpost für mich abgegeben worden sei.

Okay, ich zog mir mein Jacket an, überprüfte, dass ich meinen Betriebsausweis dabei hatte, begab mich zum Aufzug, fuhr hinab, begab mich zum Empfang, grüßte freundlich, nahm den Umschlag in Empfang, quittierte und lief zum Fahrstuhl zurück.

Der war auch prompt da, ich drückte die „11“, betrachtete die Absenderadresse auf dem Kuvert und war auch schon auf meiner Etage angekommen, wollte raus, und wurde beinahe von einer stürmischen Dame überrannt, die dann aber doch ein Einsehen hatte, und mich erst aussteigen ließ.

An meinem Arbeitsplatz angekommen öffnete ich den Brief, ein wenig unprofessionell ohne Schere, weil selbige sich wohl von meinem Schreibtisch entfernt hatte. Meinem Kollegen zur Rechten, rief ich, ohne ihn anzugucken, ein kurzes „Bin wieder da!“ zu, überflog das Anschreiben und ging zurück zur vorher unterbrochenen Arbeit.

Drückte Strg-Alt-Entf und wollte mich wieder an meinem PC anmelden, als dieser meine Zugangsdaten nicht annehmen wollte. Hm, dachte ich.

Hm, dachten auch meine Kollegen. Der zur Rechten. Die zur Linken. Alle um mich rum. Die sahen so anders aus!!!

Hochroten Kopfes erhob ich mich von „meinem“ Stuhl, nahm den Brief, murmelte noch was „in der Etage geirrt“ und entschwand wie selten gesehen.

P.S.: Liebe Leserin, lieber Leser meines Blog, hier geht es erst am Wochenende weiter. Ich hoffe, wir lesen uns bald wieder. Herzlichst, Ulf Runge

© Ulf Runge, 2009

  1. 24. März 2009 um 08:51

    Lieber Ulf,
    was für eine amüsante Geschichte!
    So ähnlich hab ich mich vermutlich vor einiger Zeit gefühlt, als plötzlich der Schlüssel zu meinem Auto nicht mehr passte. Will heißen: Ich habe versucht in ein Auto gleicher Bauart eines anderen Besitzers einzudringen. Nicht auszudenken, wenn der Schlüssel “zufällig” auch noch gepasst hätte…!
    Festgestellt habe ich den Irrtum damals übrigens nur, weil mir “mein” Auto so merkwürdig sauber vorkam…aber vier Parklücken weiter hinten stand mein eigenes Fahrzeug, verdreckt wie eh und je ;-).
    Vielen Dank für das Lächeln und die Erinnerung, die Du mit Deiner hübschen Geschichte hervor gezaubert hast.
    Sonnig-verschneite Grüße aus dem Isartal,
    besser und besser,
    Gaba

  2. 24. März 2009 um 09:36

    Lieber Ulf,
    deine Geschichte hat mir wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert – Gaba´s Geschichte auch! DANKE euch beiden dafür!!! :-)
    Wer weiß, was sich im Büro weiter ergeben hat/hätte!? Waren die “neuen” Kollegen etwa bürotische Damen? ;-)
    Alles Liebe und Sonnenschein von Elisabeth

  3. 24. März 2009 um 11:43

    Lieber Ulf, vielen Dank für ein fettes Grinsen am Vormittag:-) Wie schön, dass Du über Dich selber lachen kannst, sonst hättest Du diese Begebenheit sicher nicht mit uns geteilt… Aber das wusste ich ja auch vorher schon… das mit dem Lachen- als “Kenner” Deines Blogs. Liebe Grüsse und eine schöne Zeit, Andrea

  4. 24. März 2009 um 14:17

    Lieber Ulf,
    ein Besuch auf Deinem Blog ist wie eine entspannende Kaffeepause voller Seelenfreude. Danke!
    Liebe Grüße
    seelenworte

  5. 24. März 2009 um 14:55

    *lach* Ulf ist das schääää, dass es noch mehr so “Doofe” gibt. Ich suchte mal in der Tiefgarage des Mannheimer Maritim Hotels mein Auto. Fand es nicht – gestohlen – und haben die Polizei alamiert. Auch ich hatte mich in der Etage geirrt. Peinlich. Und da bewahrheitet es sich wieder: Die schönsten Geschichten sind die,die das Leben schreibt.

    Viele Grüße
    Christa

    P.S. Jetzt bin ich gespannt wie ein Flitzebogen, was passiert, wenn ich auf “submit” drücke. Wenn ich alles richtig gemacht habe, müsste ich jetzt auf deiner Seite ein Gesicht haben. Auf die Plätze, fertig… submit

  6. 24. März 2009 um 14:56

    Ich bin stolz auf mich *freu* Darfst den ruhig löschen. Aber ich freu’ mich richtig

  7. Ulf Runge
    25. März 2009 um 00:39

    Liebe Gaba,

    schön, dass Du auch von so einer Begebenheit zu berichten weißt.
    Ich hätte wahrscheinlich aus dem gleichen Grund wie Du doch noch rechtzeitig,
    dass das da gar nicht mein Auto sein kann… :-)

    Wenn Du das nächste Mal lieben Menschen diese Deine Geschichte erzählst,
    dann wirst Du womöglich an meine denken.
    Und sie vielleicht als “Zugabe” erzählen.

    Ist es nicht schön, wie sich hier bisher disjunkte Erinnerungen neu miteinader verküpfen?

    Liebe Grüße,
    Ulf

  8. Ulf Runge
    25. März 2009 um 00:46

    Liebe Elisabeth,

    schön, dass Dir’s mal ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat.

    Ob die Damen Damen waren? Und ob sie bürotisch waren?
    Bleibt mein Geheimnis :-)

    Liebe Grüße und frühlingssonnige (was auch immer das sein mag) Grüße,
    Ulf

  9. Ulf Runge
    25. März 2009 um 00:57

    Liebe Andrea,

    rückgrins. Fett.

    Liebe Grüße und ebenfalls eine schöne Restwoche.
    (Mittwoch ist bei Dir Sonntag? Oder ist es der Donnerstag?)

  10. Ulf Runge
    25. März 2009 um 01:00

    Liebe seelenworte,

    das hast Du schön ausgedrückt! Danke.

    Liebe Grüße,
    Ulf

  11. Ulf Runge
    25. März 2009 um 01:12

    Liebe Christa,

    hammerhart, was Du da schilderst. Könnte aber wirklich jeder und jedem passieren, finde ich…
    Haben die Polizisten “Finderlohn” verlangt? :-)

    Du hast so recht: Augen auf. Ohren auf. Das ist das Leben.
    Und die anderen Sinne ebenfalls einschalten.

    Und. Ich bin ja begeistert. Du jetzt hier mit Foto.
    Kommt gut! :-)

    Liebe Grüße,
    Ulf

  12. Ulf Runge
    25. März 2009 um 01:13

    nö, den lösch ich nicht. :-)
    warum sollte ich?
    Wenn sich jemand so herzlich freut,
    dann darf man das ruhig nachlesen dürfen!

    Liebe Grüße,
    Ulf

  13. 25. März 2009 um 07:10

    Donnerstag ist Sonntag, und Woche ist schon Dienstag Samstag gewesen, weil ich heute Skihelme einkaufen fahre für die nächste Saison:-) Liebe Grüsse Andrea

  14. 25. März 2009 um 11:49

    Lieber Ulf

    Sehr amüsant diese Szene aus deinem Büro-Tagebuch! Gern gelesen. Gerne mehr davon!
    Und ich hab mich auch sofort an ein diesbezügliches eigenes Missgeschick erinnert, bei dem es mir ebenso wie Gaba erging: ich fummelte mit meinem Autoschlüssel an einem fremden Auto rum. Erst ein längerer Blick ins Innere des Wagens, der in mir Erstaunen hervorrief, weil die Autositze auf einmal nicht mehr grau, sondern blau gepunktet bezogen waren, brachte in meinem Hirn, sehr langsam, zum Dämmern, dass hier mehr nicht richtig war, als dass der Schlüssel urplötzlich nicht mehr ins Schloss passte. – Oh, wie war mir das peinlich! Und wie groß war die Angst, jemand hätte mich beobachtet und würde annehmen ich wäre ein Autoknacker oder sowas, hätte schon die Polizei gerufen und … :shock:

    Aber im Nachhinein kann man dann herzhaft darüber lachen. So, wie du sicherlich später auch über dein Missgeschick gelacht hast :-)

    Liebe Grüße,
    von Wally

  15. 25. März 2009 um 11:53

    Lieber Ulf,
    die Geschichte mit dem Auto ist mir auch schon einmal passiert. Nur mit dem Unterschied (zu Gaba), dass ich es auch noch aufschließen konnte. Ich habs dann aber gleich gemerkt, weil sich eine Sporttasche auf dem Rücksitz befand. Auf meinem Rücksitz befand sich damals ein Kindersitz ;-)

    Sonnige Grüße

    Dori :-)

  16. 25. März 2009 um 12:19

    Lieber Ulf,
    ich liebe Geheimnisse – sie beflügeln meine Fantasie :-) Ich danke dir dafür und wünsche dir noch einen bürotischen Tag! ;-)
    Herz-lichst Elisabeth

  17. 25. März 2009 um 16:25

    Lieber Ulf,

    mir erging es einmal ähnlich.
    Mit einigen Freunden waren wir auf einem Jahrmarkt. Diese Freunde hatten ein neues Auto. Wir verabredeten uns am Auto, für den Fall, dass wir getrennt werden würden.
    Nun: Wir wurden getrennt und ich wartete am Auto. Schließlich kam eine Gruppe junger Leute und öffnete das Auto. Etwas verärgert, weil es so lange gedauert hatte, ließ ich mich auf den Rücksitz fallen und fand mich in einem falschen Auto wieder, das dem alten Auto meiner Freunde glich, unter völlig fremden, leicht verdutzt drein schauenden Leuten wieder.
    Ich entschuldigte mich und stieg wieder aus. Nach einigem Suchen fand ich das neue Auto meiner Freunde doch noch. Zum Glück hatten sie auf mich gewartet.

    Liebe Grüße,
    Astraryllis.

  18. Ulf Runge
    28. März 2009 um 00:24

    Oops,

    liebe Andrea, ich muss sagen, das ist recht verwirrend.
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.
    Wann immer Du es denn haben wirst. :-)

    Liebe Grüße,
    Ulf

  19. Ulf Runge
    28. März 2009 um 00:42

    Liebe Wally,

    ist es nicht schön, dass wir von derartigen Begebenheiten berichten dürfen?
    Wenn es nicht so schöne Verwechslungen gäbe,
    von was sollten wir dann erzählen?
    Wie sollten wir denn dann unsere Lieben zum Schmunzeln, Lachen und Schütteln bringen?

    Liebe Grüße,
    Ulf
    P.S.: Schön, dass Du uns Deine Auto-Story hier zum Besten gegeben hast. Danke.

  20. Ulf Runge
    28. März 2009 um 00:49

    Liebe Dori,

    der Schlüssel hat gepasst? Hammerhart. Wenn man erst beim Einsteigen merkt,
    dass das nicht das gewünschte Auto ist.

    Danke für Deine Schilderung.

    Liebe Grüße,
    Ulf

  21. Ulf Runge
    28. März 2009 um 00:54

    Liebe Elisabeth,

    Du liebst Geheimnisse?

    Deine eigenen? Oder die der anderen, die dann keine Geheimnisse sind, wenn Du sie weißt?

    Mach bitte kein Geheimnis draus!

    Liebe Grüße,
    Ulf

  22. Ulf Runge
    28. März 2009 um 00:58

    Liebe Astraryllis,

    das ist einfach schön. Am falschen Auto warten und dann auch noch als Erste hinten reinsetzen.

    Habt Ihr denn wenigsten darüber lachen können?

    Liebe Grüße,
    Ulf

  23. 28. März 2009 um 07:33

    Lieber Ulf, reine Gewöhnung…:-) Zur Aufklärung, normalerweise ist Mittwoch/Donnerstag mein Wochenende, nur diese Woche war es eben Dienstag/Donnersta…Und es schneit schon wieder- jetzt am Wochenenede der “anderen” Menschen, wie blöd… Liebe Grüsse Andrea

  24. Ulf Runge
    28. März 2009 um 22:34

    Liebe Andrea,

    da sage ich einfach nur staunend: “Aha!”
    Und grinse voll fett.

    Schnee? Sicher? Ich sehe auch Schnee. Glöckchen. :-)

    Liebe Grüße,
    Ulf

  25. 29. März 2009 um 01:24

    Ja,
    wir haben darüber nach lange gelacht.

    Liebe Grüße,
    Astraryllis.

  26. Ulf Runge
    29. März 2009 um 01:40

    Liebe Astraryllis,

    ist es nicht schön, dass man eines Tages, mal ferner, mal näher, darüber lachen kann,
    über das was einen betrübte, was einem missgeschickte, was einem peinlich war?

    Liebe Grüße,
    Ulf

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