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Annäherungen an den Schlemmerlachs
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Leben 388 – Sonntag, 22.02.09
Erste Annäherung: Ich bin auf dem Weg, eine Packung Viennetta zu holen, aus dem Tiefkühlschrank. Ich öffne dessen Tür und neben dem Speiseeis erkenne ich eine Verpackung tiefgefrorenen Fisches, auf der in roter Schrift „Schlemmerlachs“ geschrieben steht. Ich nehme den Nachtisch. Schließe die Tür. Der Fisch bleibt drin.
Zweite Annäherung: Bei zusammengesetzten Hauptwörtern ist ja nun üblich, dass das erste einen attributiven Charakter bezüglich des zweiten beschreibt, will sagen, eine Eigenschaft des zweiten illustriert. Es geht also bei jener Packung in der Tiefkühltruhe um einen Lachs von der Gattung „Schlemmer“.
Ein schlemmender Lachs also. Nun fahnde ich also nach weiteren Informationen über diese Spezies. Da die Pflanzen und Tiere alle Latein sprechen, wenn man mehr über sie erfahren will, dank Darwin – richtig wir haben ja Darwin-Jahr – hinterfrage ich in einem Online-Latein-Lexikon den Begriff „schlemmen“ und erhalte als Übersetzung „abligurrio“ für „verschlemmen“. „Schlemmend“ sollte dann „abligurrens“ sein. Oder „abligurriens“. Hoffe ich mal.
Wikipedia verrät mir, dass der atlantische Lachs sich „Salmo salar“ schimpft. Andere Lachse heißen schon mal „Stenodus irgendwas“ oder „Oncorhynchus irgendwas“. Lustig ist der Name des Donaulachs: „Hucho hucho“. Wahrscheinlich, weil sich einSchwabe, Bayer oder Österreicher beim Erstkontakt ganz heftig erschreckt haben muss: „Huch, ich habe Kontakt mit einem Donaulachs!“ Nein, eine Salmo abligurrens geschweige eine der anderen denkbaren Varianten verweigert mir das Netz. Von wegen „Das Netz weiß alles.“. Aber warum heißt dieser Fisch nun Schlemmerlachs?
Dritte Annäherung: Backofen auf Umluft bei 180°C vorheizen. Schlemmerlachs auf ein mit Dauerbackfolie bedecktes Backblech legen und 40 Minuten auf mittlerer Schiene heizen.
Warum er Schlemmerlachs heißt, weiß ich immer noch nicht…
© Ulf Runge, 2009
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