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Nie wieder Weight Watchers?
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Leben 366 – Freitag, 09.01.09
Ich bin zu Gast. In einem anderen Bürogebäude. „Mag noch jemand ein belegtes Brötchen?“ ruft uns eine liebenswürdige Kollegin zu, ich nenne sie mal Meike, tritt an unseren Schreibtisch, zwei Plastikbeutel schlenkernd, mit Wurstbrötchen drinnen. Ich halte mich zurück, zwei wohl mittagessenverzichtethabende Kollegen strecken ihre Finger, greifen nach der überraschenden Zwischenmahlzeit, bedanken sich herzlich.
„Die waren noch übrig in der Cafeteria, und die freundliche Dame von da vorne hat sie mir mitgegeben. Die kann man ja morgen nicht mehr essen.“ Und lächelt uns an, die liebenwürdige Kollegin.
Während sich Meike darüber freut, die beiden Brötchen „gerettet“ zu haben, während die beiden Kollegen genüsslich vor sich her mampfen, stelle ich eine meiner Lieblingsfragen, nämlich, ob denn hier bekannt sei, warum die meisten Männer an Herzinfarkt sterben? (Liebe Leserin, lieber Leser, es soll jetzt mal egal sein, ob das heute noch stimmt, aber es gab mal ein Früher, da haben die Statistiken das angeblich hergegeben.)
Natürlich weiß keiner von den Dreien die Antwort und so lassen sie mich fortfahren: „Ganz einfach!“ sage ich, „früher haben die Menschen in einer Großfamilie gelebt, und da gab es eigentlich auch immer ein Hausschwein, dem man die Reste gefüttert hat. Und heute …“ mache ich eine Pause, um dann völlig überraschungsfrei fortzufahren, „heute müssen die Männer die Reste aufessen.“
Während ich noch über meine vermeintlich gelungene olle Kamelle grinse, entgegnet mir Meike, die recht kräftig gewachsen ist und für die ihr Gewicht kein Problem fürs Selbstbewusstsein oder Selbstwertgefühl darstellt, man müsse sich als Mann ja nicht so ne gertenschlanke Partnerin aussuchen. Dann brauche man auch nicht alles aufessen.
Eine weitere Kollegin betritt den Raum, hat die Szene nicht mitbekommen und wird von Meike mit den Worten „abgeholt“ „Du, pass auf, Du brauchst nie wieder zu Weight Watchers!“ Um sie dann zur Seite zur nehmen und ihr kichernderweise das soeben Erlebte zu erzählen.
© Ulf Runge, 2009
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