AMOK läuft die OMA?
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Leben 363 – Samstag, 03.01.09 AMOK läuft die OMA? … oder für lateinisch Vorbelastete: Ich liebe (amo) Koma? Der Ulf schreibt (mal wieder) in Rätseln. Es geht um Amokoma. Bis jetzt weiß ich nicht, warum dieser Name so ist, wie er ist. Ob das eine tiefere Bedeutung hat. Oder nicht. Ich will was los werden. Zuerst eine kurze Hommage. Und dann noch eine etwas ausführlichere. Es geht um Musik. Da gibt es in einer Nachbarstadt ein ehemaliges Kino, über das ich auch schon berichtete. Das Rex. In Lorsch. Ich weiß nicht, wie die “Veranstalterinnen” das machen, aber sie machen einen Super-Job. Wobei mir von den “Veranstalterinnen” nur das Gesicht und der Name von Margit Gehrisch ein Begriff sind. Sie schafft/en es, das ganze Jahr über ein interessantes Live-Musik-Programm auf die Beine zu stellen. Das so attraktiv ist, dass ich nur gut gefüllte oder ausverkaufte Veranstaltungen kenne. „Original“-Größen wie Spencer Davis Group und Ten Years After durfte ich hier schon erleben und genießen. Auch schon mal ganz besondere Musik wie die 17 Hippies aus Berlin, die für mich einen außergewöhnlich rhythmischen Klangkörper darstellen. Und immer wieder erstklassige Cover-Bands zu einem erschwinglichen Preis. Etwa Still Collins. Ich danke den „Veranstalterinnen“ für Ihr Engagement und wünsche Ihnen weiterhin so ein gutes Händchen bei der Verpflichtung musikalischer Ensembles. Und vor allem einen vollen Saal sowie kostendeckende Einnahmen. Schön, dass ich “meinen Musikgeschmack” immer wieder fast direkt vor meiner Haustür erleben darf. Jetzt die ausführlichere. Hommage. Für: Amokoma. Waren angekündigt als “Black, Funk & Soul-Bands gibt´s heutzutage wie Sand am Meer. Das war nicht immer so! Als AmoKomA aus Mannheim vor über 20 Jahren anfingen, die Musik Ihrer Idole JAMES BROWN, MARVIN GAYE oder PRINCE zu interpretieren, waren sie quasi Pioniere ins Sachen Black Music und somit sofort die Stars jeder Beach-Party, jedes Stadtfestes und in den Clubs.“ Und hielten mehr, als ich erwartet hatte. Ein Synthesizer, zwei E-Gitarren (Lead und Bass), ein Schlagzeug. Soweit zur ausgezeichneten Technik. Dann ein Sänger. Der Chef. Und eine Vokalistin. Und dann noch ein Sänger. Und noch einer. Vier verschiedene Stimmen, volle, ausdrucksstarke Stimmen, ich war total begeistert. Ich hätte so gerne ne CD oder DVD gekauft. In der Pause oder hinterher. Da war kein Stand. Was ich schade fand. Ins Internet. Auch dort keine Tonträger, wie es im Fachjargon heißt. Statt dessen versöhnlicherweise kostenlose Downloads ihrer besten Stücke. Habe ich alle ganz schnell eingesackt und auf meinen Empedreipleija rübergespielt. Fatma Tazegül: Eine volle Stimme, die sich zu recht an die Interpretation von Duffy-, Amy-Winehouse- und Kate-Perry-Titeln ranwagt. Gibt 200%. Macht nie Pause, selbst wenn sie gerade nicht dran ist. Ollie Rosenberger: Stark im Ausdruck, authentisch. Bodenhaftend. Sympathisch. Ich war schon geneigt, ihm eine „farbige“ Stimme zuzusprechen. Zu recht, glaube ich. Aber wenn dann wirklich ein Farbiger auf die Bühne steigt und das Stimmvolumen eines Terry Dean mitbringt. Und sich schließlich mit einer unwiderstehlichen Oberstimme outet. Dann schmilzt man man nur so dahin. Bei Blues, Soul und Funk. Ich mag keinen Rap. Ich hasse Rap. Ich liebe Gesang. Aber doch nicht so ein Sprachgedödel. Bloß, weil die keine Stimme haben und ihnen keine Melodie einfällt, muss ich das Geleiere auch noch gut finden, oder? Als Terry Dean die Bühne für ein paar Titel verlässt, tritt nun eine andere farbige Stimme aufs Podest. Daniel D. Rap. House. Der ist ja so gut. Das ist ja sowas von, mir fehlen die Worte. Ich liebe immer noch keinen Rap. Aber der Ausdruck in der Stimme, die künstlerische Leistung des Sängers haben bei mir einen Gedankenwandel eingeleitet. Die Instrumentalisten mögen mir verzeihen, dass ich sie hier nicht explizit gewürdigt habe. Aber: Auch Ihr wart klasse! Harmonisch. Stimmig. Präzise. Freudig. Ich kann allen, die ehrliche Live-Musik lieben, dringend ans Herz legen, sich mal einen Abend mit diesen überzeugenden Künstlern zu gönnen. © Ulf Runge, 2009 |


hallo ulf,
vielen dank für die liebevolle beschreibung unseres konzerts und unserer sänger.
und es freut mich, dass es dir im rex so gut gefallen
hat.
für uns war das auch wieder ein klasse abend.
das rex hat einfach eine super atmo und das publikum
ist erste sahne. da fällt es einem sehr leicht, einen
guten gig zu spielen.
lg. manu (der bassist)
Leider
kann ich da nicht mitreden, da mir diese Musikgruppe nicht bekannt ist.
Ich selbst höre gerade eine CD von B.B.King und habe es mir mit Kerzenlicht im Halbdunkel am Computer gemütlich gemacht.
Kann ich nur empfehlen und das kommt auch bestimmt mit Musik von Amokoma gut.
Es grüßt
Astraryllis.
Lieber Manu,
sorry, dass ich mich so auf die Vokalisten konzentriert hatte. Ich glaube, das ist das Los der Instrumentalisten, dass sie nicht angemessen gewürdigt werden. Es gibt zwar Torschützenkönige, aber keine Verteidigerkönige…
Habt Ihr wirklich (noch) keinen Tonträger?
Danke für Deinen Kommentar und ich werde wiederkommen, um Eure erstklassige Interpretation und starke Performance wieder zu genießen.
Liebe Grüße,
Ulf
Liebe Astraryllis,
“die” sind von hier, aus Mannheim, Hockenheim und Gorxheimertal, “wo immer das liegt” (Originalzitat).
Aus dem Gorheimertal kommt übrigens der fünfte Vokalist, den ich hier nicht namentlich erwähnt habe.
(Das ist wahrlich ein Insider: Der Keyboarder musste/durfte auch einmal singen.)
B.B. King? you’ve got the blues!
Kerzenlicht? yep!
Liebe Grüße,
Ulf
Lieber Ulf, auch ich habe jetzt den Artikel gefunden. Ein kleines Wunder und ich danke Dir sehr für diese nette Veröffentlichung und das viele Lob. Herzlichst Margit
Liebe Margit,
danke für Deine freundliche Anmerkung.
Das Lob gehört allerdings Dir, bringst Du doch die Originale und erstklassige Cover-Bands und eben auch so eigenständige Formationen immer wieder ins Rex. Du hast für sehr viele Geschmäcker was dabei, egal ob das die 17 Hippies oder Ten Years After, Phil Collins-Coverbands oder Manfred Mann persönlich sind.
Und das zu sehr sozialen Preisen. Danke Dir dafür. Ich habe den Bericht über Dich in der Zeitung gesehen. Leider noch nicht gelesen.
Das werde ich aber bis morgen getan haben. Ohne Dich wär die Region ärmer.
Liebe Grüße,
Ulf