Die Backsteuer

Leben 336– Donnerstag, 06.11.08

Es soll heute nicht darum gehen zu enthüllen, was wohlunterrichtete Kreise längst wissen. Mit welchen neuen Steuern uns die Regierung noch beglücken will. Darum also soll es nicht gehen…

Ich weiß nicht, wie Du Dir merkst, wo links und rechts ist. Entweder Du weißt es. Oder Du schleppst Dein Leben lang ein Problem mit Dir rum.

Falls Du unsicher bist, kannst Du Dir merken, dass links dort ist, wo wir zu schreiben anfangen. Und rechts ist dann anderswo. In China oder Japan funktioniert das nun allerdings nicht unbedingt.

Aber davon wollte ich nicht wirklich schreiben. Sondern eher ein kleines, großes Geheimnis lüften.

Um das Seefahrerische war ich Zeit meines Lebens herumgekommen, bis ich dann eines Tages ziemlich lebensmüde beschloss, noch in hohem Alter von Mitte 40 das Surfen zu erlernen. Surfen ist, wenn man auf ein Schiff geht, auf dem es weder einen einzigen Sitzplatz gibt noch eine Kapitätsglocke noch eine Reeling zum Festhalten. Stattdessen hält man ein Segel in der Hand, das sich selber bei einem festhalten will statt umgekehrt Lebenshilfe zu bieten.

Abgesehen von einer trainierbaren Körperhaltung stand eine mir mich völlig neue Entdeckung von links und rechts auf dem Programm: „Wo ist Backbord, wo ist Steuerbord?“

Nach anfänglichen Schwierigkeiten, oder ehrlicherweise nach mehrfachen vergeblichen Versuchen, das zu kapieren, hat mir dann die damalige politische Großwetterlage weitergeholfen, nämlich die Rot-Grüne Koalition.

Und so erfand ich den für mich eselsbrückenden Slogan, dass die Rot-Grüne Koalition – der man ja alles, also auch dieses nun zutrauen konnte – eine Backsteuer einführen wollte. Die „Rot-Grüne Backsteuer“.

So ein Quatsch, aber es hat bei immer funktioniert. Erst links, dann rechts. Erst rot, dann grün. Erst Backbord, dann Steuerbord.

Welche Eselsbrücken zu links und rechts, rot und grün, Backbord und Steuerbord habt Ihr Euch gemacht?

© Ulf Runge, 2008

  1. 7. November 2008 um 01:13 | #1

    Als Kind war ich paar Mal mit dem Nachbarsjungen und seinem Vater auf einem Stausee segeln. Seitdem brauche ich keine Eselsbrücken. Aber noch ein kleiner Tipp: spuckst du nach Lee, geht´s in die See.
    Seemännische Grüße,
    Holger

  2. Ulf Runge
    7. November 2008 um 01:19 | #2

    Moin, moin, Holger,

    danke für Deine Lebenshilfe zum Spucken.
    Wenn Du diesen Tipp nicht gelernt hättest,
    hätte es nicht heißen müssen:
    Nach Luv da spucke niemals nicht, sonst triffst Dich selber im Gesicht… :-)

    Schot- und Mastbruch,
    Ulf

  3. 7. November 2008 um 09:02 | #3

    Lieber Ulf,

    was links und rechts ist… da habe ich kein Problem. Das weiß ich, ohne nachzudenken. :-) Außer in der Politik. *seufz* Vielleicht weil es mir noch nie einer erklärt hat. Bei Backbord und Steuerbord merke ich mir das so: In “Steuer” ist ein “r” wie rechts, bei “Back” nicht. Und wenn Steuerbord rechts ist, bleibt für Backbord nur links. :-)

    Backsteuer ist allerdings auch nicht schlecht. Man schreibt von links nach rechts. Back links, Steuer rechts. :-)

    Liebe Grüße,
    Martina

  4. 7. November 2008 um 10:43 | #4

    Lieber Ulf,

    als Nichtmatrose suchte ich nach der Erklärung. Bei alten Schiffen, z.B. die alten Wikingerboote, war das Ruder immer hinten rechts – und damit auch der Steuermann.

    Liebe Grüße
    Sabine

  5. 7. November 2008 um 19:57 | #5

    Lieber Ulf, WAS für eine Eselsbrücke, da ist es ja fast einfacher, sich “links” und “rechts” zu merken:-) Schöner Wortwechsel letztens: “Du musst links rum. LINKS… das ANDERE LINKS…”:-) und die Person, die links nicht kannte, war … ein MANN, grins. Liebe Grüsse Andrea

  6. 8. November 2008 um 01:22 | #6

    In Steuerbord ist ein e wie in rechts, bei Backbord nicht. Marina ist mit dem r ja auf dem selben Weg. Bei mir ist es aber das e, eeehrlich. Außerdem klingt Steuerbord auch viel rechter als links.
    Backsteuer ist aber auch nicht schlecht. :-)
    Wie steht’ mit luv und lee?

  7. 8. November 2008 um 07:07 | #7

    Hallo Ulf,

    deine Eselsbrücke ist klasse, die werde ich übernehmen, hatte bislang keine eigene dafür.

    An die vier Vorkommentator(inn)en. Es geht hierbei nicht “nur” um rechts oder links.
    Dies trifft nur zu wenn man vom Heck zum Bug schaut, (in Fahrtrichtung).
    Wenn man vom Bug zum Heck schaut (gegen die Fahrtrichtung) ist Backbord rechts und Steuerbord links. Auf großen Schiffen weiß man aber nicht unbedingt sofort ob man “in” oder “gegen” die Fahrtrichtung schaut. Die Farben Rot für Backbord und Grün für Steuerbord bleiben aber unabhängig von der Blickrichtung, deshalb ist Ulfs Eselsbrücke so toll. Sie verknüpft nämlich die Farben mit den richtigen Seiten unabhängig von der Blickrichtung.

    Glück auf! :–)

  8. 8. November 2008 um 14:22 | #8

    @ corax: Dass das Ganze vom Heck zum Bug aus gesehen wird, das hatte ich vorausgesetzt, war für mich irgendwie logisch. :-)

  9. 9. November 2008 um 17:53 | #9

    Hallo Ulf,

    als ich in der Chemie eine Prüfung hatte, musste ich das Periodensystem der chemischen Elemente auswendig lernen. Ich merkte mir all das mit Hilfe von Eselsbrücken.

    Hier die vierte Hautptgruppe:
    Sie besteht aus
    C (Kohlenstoff)
    Si (Silizium)
    Ge (Germanium
    Sn (Zinn)
    Pb (Blei)

    Der Merkspruch dazu lautet:
    “Kohl
    (regiert in )
    silly
    Germany
    (- ohne)
    Sinn
    (mit)
    bleiernem
    (Verstand)”.

    (Damals war dieser Merkspruch auch noch politisch aktuell.)

    Liebe Grüße,
    Astraryllis.

  10. 9. November 2008 um 20:25 | #10

    Lieber Ulf,
    tja, obwohl ich aus dem herrlichen meerumschlungenen Norden komme, brauche auch ich eine Eselsbrücke für dieses ganze Richtungs- und Farbengedöhns. Ich stelle mir einfach die Wörter vor und bündele dann nach der optischen Wortlänge. Rot, links und “Back-” sind kürzer, Grün, rechts und “Steuer-” etwas länger. So weiß ich genau, was zusammengehört. Und das räumlich Vorstellungsvermögen, um das ganze auch gegen die Fahrtrichtung benennen zu können, habe ich zum Glück auch. :-)
    Liebe Grüße,
    Mareike

  11. Ulf Runge
    15. November 2008 um 00:35 | #11

    Liebe Martina,

    ja, über Deine Eselsbrücke könnte ich auch gehen.
    Wenn in beiden Wörtern zu meiner Verwirrung nicht noch ein weiteres “r”
    drin wäre…

    Liebe Grüße,
    Ulf

  12. Ulf Runge
    15. November 2008 um 00:38 | #12

    Liebe Sabine,

    Du musst zugeben, das ist wahnsinnig logisch, was Du da schreibst.
    Und deshalb VIIIEEEEEL zu leicht…
    könnte ich mir als Mann nicht merken, oder?

    Liebe Grüße,
    Ulf

  13. Ulf Runge
    15. November 2008 um 00:52 | #13

    Liebe Andrea,

    schön, was Du da schreibst: das ANDERE Links.
    Ich kenne das so ähnlich mit “das FALSCHE Links”.

    Ein MANN? Mit LRS? Mit Links-Rechts-Schwäche?
    oh oh oh…

    Liebe Grüße,
    Ulf

  14. Ulf Runge
    16. November 2008 um 01:26 | #14

    Lieber Christian,

    Du bist also ein eSeLSBRÜCKeR? Und MarT(!)ina eher eine ESELSBrÜCKErIN?
    Schön, dass Du der Meinung, dass sich Wörter eher rechts als links anhören,
    oder auch umgekehrt.

    Das geht wohl auch mit Farben, denke ich, und das erinnert
    mich wiederum an einen sehr schönen Dilbert-Strip (Homepage von Dilbert: http://www.dilbert.com),
    dessen Text ich hier wiedergefunden habe:
    http://www.schweizerindex.ch/admin/witze/computer.html
    (Einfach nach “Chef” suchen, da ist er dann schon.)

    Zu “Luv” siehe meine Antwort an Holger. :-)

    Liebe Grüße,
    Ulf

  15. Ulf Runge
    16. November 2008 um 01:35 | #15

    Lieber Corax,

    Du machts mich ja nun wirklich richtig glücklich!
    Mir scheint es doch, als habest nur Du die Tragweite meiner
    Brücke, über die nicht nur Esel laufen sollen, erkannt…

    Um all den anderen eine Chance zu geben,
    was Corax gemeint hat, hier ein anderes Beispiel:
    Nehmen wir mal an, die Seefahrt müsste immer die Farben der
    größten beiden Regierungsparteien verwenden.
    Das hätte heute schon die (rein farblich) unangenehme Folge,
    dass die roten Bojen durch schwarze und die grünen durch rote ersetzt werden müssten.
    (Ein wahres Konjunkturanheizprogramm…)
    Und nehmen wir mal den ebenso wie einen Druckverlust in 10000 Meter Höhe
    unwahrscheinlichen Fall einer Rot-Roten-Koalition an:
    Dann wäre in allen Flüssen links rot und rechts rot,
    egal ob man von hinten, von vorne, von links oder von rechts guckt.

    Lieber Corax, ich danke Dir! :-)

    Liebe Grüße,
    Ulf

  16. Ulf Runge
    16. November 2008 um 01:41 | #16

    Liebe Martina,

    vom Heck zum Bug…

    Jetzt bräuchten wir nur noch eine Eselsbrücke,
    mit deren Hilfe wir uns merken können,
    was Heck ist und was Bug :-)

    Liebe Grüße,
    Ulf

  17. Ulf Runge
    16. November 2008 um 01:44 | #17

    Liebe Astraryllis,

    das ist wahrlich der Hammer.
    Ich würde mal sagen, dass das politische Chemie ist,
    was Du da gelernt hast.

    Ich hätte nicht vermutet, dass Naturwissenschaftler so eine
    dichte Beziehung zur Politik entwickeln können. :-)

    Liebe Grüße,
    Ulf

  18. Ulf Runge
    16. November 2008 um 01:51 | #18

    Liebe Mareike,

    das ist ja die reinste Wortanalytik, die Du da betreibst.
    Ist es nicht verrückt, wie wir alle unterschiedliche Strategien entwickeln,
    um zum gleichen Thema eine Lösung, eine Vorgehensweise parat zu haben,
    damit wir unterbewusst richtig wahrnehmen und handeln?

    Liebe Grüße,
    Ulf

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