EISENbahn

Leben 321– Samstag, 04.10.08

In der Hoffnung, ohne Komplikationen anzukommen an meinem Zielbahnhof und in überschaubarer Zeit daheim zu sein, verweile ich gegen die Fahrtrichtung sitzend auf meinem Nahverkehrsplatzangebot.

Als mich das Handyfonat meiner Auf-der-anderen-Seite-des-Ganges-Nachbarin aufschreckt und mir den Verdacht aufgibt, dass sie auch schon bemerkt hat, was ich schon länger vermutet hatte, nämlich dass wir EISENbahn fahren:

„Hallo Schatz, ich habe einen ehernen Zug bekommen und bin schon um halb Acht zu Hause…“

P.S.: Unter http://de.wiktionary.org/wiki/ehern findet sich als Bedeutung für “ehern”:


Bedeutungen:

[1] aus Erz (Bronze)

[2] unwandelbar

[3] stählern

© Ulf Runge, 2008

  1. 4. Oktober 2008 um 01:04 | #1

    Lieber Ulf,

    *smile* ja, so ist das mit der deutschen Sprache. Kleine Veränderungen im Wort – große Veränderung in der Bedeutung. :D

    Liebe Grüße,
    Martina

  2. Ulf Runge
    7. Oktober 2008 um 00:33 | #2

    Liebe Martina,

    ich habe mich bremsen müssen, aber das kommt wohl auch noch,
    über “abbene” Beine (welch befremdliche Attributierung für amputierte Gliedmaßen)
    oder über “zuene” Türen meinen Senf dazu zu geben…

    Liebe Grüße,
    Ulf

  3. Mo
    12. Oktober 2008 um 14:07 | #3

    Ich weiß nicht lieber Ulf,
    man muss vorsichtig sein mit Interpretationen, gerade wenn man “unfreiwillig” Gespräche mit anhört.
    Es wäre doch möglich :
    Deine Mitfahrerin wollte ihrem Gesprächspartner mit dem Wörtchen “ehern” humorvoll mitteilen, dass sie mit der Eisenbahn anreist (“ehern” steht dann für “stählern” und stählern für Eisenbahn in diesem Fall), was besagen könnte, eben weil sie “ehern” (also stählern = Eisenbahn) anreist, dass sie schon früher als ursprünglich vermutet eintreffen wird. Vielleicht war ja ein ganz anderes Verkehrsmittel vorgesehen.
    Gerade Ehepaare zum Bespiel, entwickeln und bedienen sich im Laufe der Jahre einer eigentümlichen Wortwahl in ihren Sätzen, die nur sie selber untereinander verstehen.
    Man kann also den Satz Deiner Mitfahrerin unterschiedlich bewerten als Außenstehender.

    Liebe Grüße,
    Mo

  4. Ulf Runge
    15. Oktober 2008 um 00:19 | #4

    Liebe Mo,

    danke, dass Du meine einseitige Wahrnehmung der Wirklichkeit
    womöglich jetzt “gerade gerückt” hast…

    Ja, Du hast recht, Ehepaare entwickeln einen reduzierten
    Kommunikations-Code, der für Außenstehende nicht unbedingt
    nachvollziehbar ist.

    Liebe Grüße,
    Ulf

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