Archiv
Es geschah am hellichten Abend
|
Leben 295– Sonntag, 17.08.08
Ich wollte gerade mit meinem Hund zum Spaziergang aufbrechen, als ich meinen Augen nicht traute, was ich da schräg gegenüber sah: Zwei Eindringlinge bedrohten jemanden mit der Pistole, schlugen ihm ins Gesicht, drohten ihrem blutüberströmten Opfer, es aus dem Fenster ins Freie zu werfen. Sie waren so in Rage, dass sie keine lautstärkemäßige Zurückhaltung übten, so dass ich aufgrund der Wortfetzen eine Ahnung davon bekam, dass sie von ihm wohl irgendeine wichtige Adresse haben wollten. Ich war schockiert und empört über die Brutalität der beiden Verbrecher, als ich hörte, dass da jemand anrief, der Bedrohte aber das Telefon nicht bedienen durfte. Der Anrufbeantworter sprang an, man hörte die Ansage, dass man jetzt eine Nachricht hinterlassen solle, und dann … … ja dann, vernahm ich diese Stimme und wusste, alles wird gut! Am anderen Ende der Leitung meldete sich: MATULA! Jetzt würde alles gut werden, wusste ich. Matula sprach eine Nachricht auf den Anrufbeantworter, und im Display erschien beim Rechtsanwalt auch seine Handynummer. Und jetzt sah man auch, dass Matula die gesuchte Dame bei sich versteckt hatte. Da in einer so wichtigen Szene Matula immer aufs Klo oder was essen holen muss, damit die Geschichte weitergeht, ging er also mal eben was zum Beißen holen. Profi, wie er ist, lässt er sein Handy der Dame da, damit diese prompt ans Telefon gehen kann, als die Verbrecher die Nummer im Display zurückrufen. Und was tut die blöde Tussy? Meldet sich! Die Haare stellen sich mir senkrecht! Wobei sie macht es ja nur, weil der Drehbuchautor es so will. Und überhaupt. Ist doch alles nur Kintopp! Tipp1: Wenn Du Detektiv bist, nimm immer Dein Handy mit. Und alles wird gut. Tipp2: Wenn Du Dich versteckst, geh nicht ans Telefon, sondern lass mal die andere Partei was „aufs Band sprechen“. Ich nahm die Leine, und wir hatten einen schönen Spaziergang. Ich wusste, in der Zwischenzeit würde Matula es schon richten. Bis wir wieder zu Hause wären, würde sich alles auf wundersame Weise zum Guten gewendet haben… © Ulf Runge, 2008
|


Angemerktes