Fragen und Antworten

Leben 286 – Donnerstag, 31.07.08

Wieder ist ein lieber Mensch von uns gegangen. Uns voraus gegangen. Wieder stellen sich Fragen. Brauchen wir Antworten…

Warum wir sterben müssen.

Weil wir Platz machen müssen für die, die nach uns kommen.

Weil der menschliche Körper für maximal 200 Jahre ausgelegt ist.

Weil Leben Veränderung bedeutet, wachsen und schrumpfen.

Weil der Sinn des Lebens ist, dass uns gibt, damit es die nach uns gibt.

Warum wir leben dürfen.

Weil vor uns Menschen gelebt, geliebt, gelitten haben. Und gestorben sind. Für uns.

Weil wir alle ein Wunder biogenetischer Regeneration sind.

Damit wir immer wieder neue Erfahrungen machen dürfen. Schöne und schmerzhafte.

Weil unsere Eltern und Großeltern einander geliebt haben.

Warum wir uns Gedanken machen über Leben und Tod.

Weil wir das Geschenk haben, fühlen zu dürfen, denken zu dürfen.

Weil mit jedem lieben Menschen, den wir kennen lernen, das Risiko steigt, einen lieben Menschen zu verlieren.

Weil wir nicht wissen, wie es nach dem Tod weitergeht. Und unsere Wissgier unerschöpflich ist.

Weil wir am Leben hängen.

Weil wir wissen möchten, warum nicht alles gerecht zugeht in der Welt. Weil wir wissen möchten, warum wir nicht verstehen, ob es gerecht zugeht in der Welt. Weil wir wissen möchten, warum es nicht gerecht zugehen sollte in der Welt.

Weil wir jeden Tag erneut die Antwort finden müssen.

Weil Wasser und Brot unseren Körper ernähren, unsere Seele aber von der Hoffnung lebt.

© Ulf Runge, 2008

  1. 30. Juli 2008 um 23:35

    Lieber Ulf,
    schöne und wahre Gedanken zu einem traurigen Anlass.
    Vielen Dank dafür.
    Alles Liebe,
    Gaba

  2. Ulf Runge
    30. Juli 2008 um 23:41

    Liebe Gaba,

    danke für Deine spontane Antwort.

    Liebe Grüße, Ulf

  3. 31. Juli 2008 um 09:07

    “Sterben ist kein ewiges Getrenntwerden,
    es gibt ein Wiedersehen an einem helleren Tag.”

    Lieber Ulf, mein herzliches Beileid. Die Gedanken, die Du Dir aus diesem Anlass gemacht hast, sind wunderschön.
    Liebe Grüsse Andrea

  4. 31. Juli 2008 um 10:09

    Lieber Ulf,

    wir Menschen sind immer so traurig, wenn jemand von uns geht. Ich habe mich oft gefragt: ist derjenige dann auch traurig oder lässt er in diesem Augenblick dieses Leben hier los?

    Diese Frage beschäftigt mich sehr, aber ich werde es erst wissen, wenn ich selbst “an der Reihe” bin.

    Mein herzliches Beileid für Dich.

    Dori

  5. 31. Juli 2008 um 10:27

    Lieber Ulf,

    wunderschöne Zeilen. Besonders gut gefällt mir das: “Weil Wasser und Brot unseren Körper ernähren, unsere Seele aber von der Hoffnung lebt.” Da bekomme ich eine Gänsehaut.

    Es stimmt mich immer traurig, wenn ein Mensch so endgültig geht, obwohl ich ihn nicht kannte. Mein herzliches Beileid, lieber Ulf.

    Liebe Grüße,
    Martina

  6. 31. Juli 2008 um 20:56

    Weil wir an das andere Ufer übersetzen, in eine uns unbekannte, unvorstellbare Lebensform.
    Lieber Ulf, ich drücke dich und mein herzliches Beileid.
    Holger

  7. Ulf Runge
    31. Juli 2008 um 22:43

    Herzlichen Dank Euch allen für die mitfühlenden Worte.

    @Andrea: Danke für den Denkspruch, danke für Dein Feedback.

    @Dori: Die Frage, die Du stellst möchte ich noch weiter fassen:
    Inwiefern erleben wir mit dem Bewusstsein,
    diesen Übergang der Seele woandershin.
    Wenn uns irdischen Menschen die vier Komponenten
    Körper, Ratio, Gefühl und Seele ausmachen,
    was “überlebt” dann?
    Ausschließlich die Seele?
    Und warum wollen wir das eventuell vorher wissen?
    Danke.

    @Martina: Danke für Dein Feedback.
    Das mit dem Schauer ging mir auch so beim Schreiben.

    @Holger: Danke für DEIN “Weil …” und Dein “hugging”.

    Liebe Grüße, Ulf

  8. Mo
    1. August 2008 um 04:11

    Guten Morgen lieber Ulf.

    Wie schreibst Du doch so schön : *Weil wir am Leben hängen.*

    Ja genau das ist es : Weil wir am Leben hängen.
    Und das lässt uns eine Menge ertragen.

    Die Toten mögen ihren Frieden finden, das wird immer gesagt.
    Die Menschen sollten ihren Frieden finden und Frieden machen, mit sich und anderen – zu Lebzeiten, weil er ihnen nach dem Tode nichts mehr nützt.
    Wir sollten uns alle viel öfter darauf besinnen, weil wir leben, während wir Leben, weil wir so am Leben hängen – weil uns Menschen so viel bedeuten.

    Ich wünsche Dir alles Liebe und Kraft lieber Ulf – Euch allen wünsche ich das.

    Liebe Grüße, Mo

  9. 1. August 2008 um 14:57

    Lieber Ulf,

    fühl Dich auch von mir ganz herzlich gedrückt!

    Bis vor ein paar Monaten war für mich das Thema “Tod” ein Thema, wo ich meine Einstellung zu gefunden hatte – nachdem ich 1995 mit der Meditation begonnen hatte und viel über Rückführung und frühere Leben erfahren hatte, hatte ich meine Angst verloren … und sah den Tod im großen Kreislauf von Geburt-Leben-Tod-Wiedergeburt. Macht Sinn, dass man stirbt … um wiedergeboren werden zu können ;-)

    Auf einmal, ohne äußeren Anlass, ist es doch wieder Thema geworden … ich unterstelle mal, ein “Ego-Thema”. Und manchmal packt mich (wohl eher mein Ego) eine ziemliche Panik … ja, da kommt der Tag X (und der kommt immer näher, unaufhaltsam), da wird es MICH (als Person) nicht mehr geben. Und was danach kommt, kann ich leider nicht WISSEN – nur GLAUBEN. Das fühlt sich zur Zeit für mich ziemlich … hm … unbefriedigend ;-) an.

    Auch wenn es ein trauriger Anlass ist – ich finde es schön, dass der Tod und die Fragen und Antworten drumherum für Dich kein Tabu sind! Danke!!!

    Lieben Gruß, Ulrike

  10. Ulf Runge
    1. August 2008 um 21:41

    Liebe Mo,

    danke für Deine lieben Worte.
    Ja, Du hast recht, Frieden schließen mit den anderen,
    das ist ein schönes Ziel.

    Ich habe gestern auf einem anderen Blog,
    ich weiß leider wirklich nicht mehr wo,
    den schönen Spruch gelesen, von Mark Twain ist er wohl:

    Gib jedem Tag die Chance, der schönste in Deinem Leben zu werden.

    Liebe Grüße,
    Ulf

  11. Ulf Runge
    1. August 2008 um 21:46

    Liebe Ulli,

    schön, Dich wieder hier zu lesen!

    Ja, der Tod ist ein Tabu-Thema, an das auch ich mich immer nur vorsichtig
    herantaste. Und wenn die Eltern nun wegsterben, fragt man sich, sagt man sich,
    dass es Zeit wird, vorbereitet zu sein.
    Unabhängig davon, dass uns jeden Tag ein unverhofftes Unglück zustoßen kann.

    Ich kann Dich so gut verstehen, dass Du Dich fragst:
    Was bleibt von mir? Hier auf dieser Welt.
    Was wird aus mir? In einer wie auch immer gearteten Welt.

    Danke für Deine aufmunternden Worte,
    liebe Grüße,
    Ulf

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