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Archiv für 21. Juli 2008

VERKEHRte ZEICHENsetzung?

21. Juli 2008 4 Kommentare


Leben 279 – Montag, 21.07.08

Dieser Blog ist kein politischer Blog. Doch bisweilen kann man sich gar nicht verkneifen, auf Themen einzugehen, die den hohen Sachverstand z.B. von Ministern ausdrücken.

Viele Verkehrsschilder sollen abgeschafft werden.

Eine Übersicht findet sich etwa hier: mdr-Nachrichten; und das ist die Liste.

Endlich reagieren unsere Verantwortlichen auf Klimaentwicklung und die Weiterentwicklung von Essgewohnheiten.

So soll das Verkehrsschild Autobahngasthaus, das Messer und Gabel zeigt, entfallen. Weg damit, jawohl! Wer weiß denn noch, wie man diese Werkzeuge benutzt? Zukünftig sollen statt dessen eine Pommes und eine Hand zu sehen sein.

Oder der „Bahnübergang mit Schranken“, auf dem ein Schrebergartenzaun zu sehen ist. Durch die Demontage dieser Schilder soll zukünftig das gemeingefährliche Dauerparken vor geschlossenen Bahnübergangen vermieden werden.

Vorgeschriebene Mindestgeschwindigkeiten und empfohlene Richtgeschwindigkeiten soll es auch nicht mehr geben, da alle sowieso mindestens 10% schneller fahren als erlaubt. Bis auf Radfahrer und Bobby-Car-Besitzer. Besonders bei letzteren kam es immer wieder zu schweren Unfällen, wenn kindergartenalte Verkehrsteilnehmer mit hochrotem Kopf versuchten, bergab die Mindestgeschwindkeit zu erreichen.

Das Verkehrsschild Fußgängerunterführung, das einen die Treppe herablaufenden Fußgänger zeigt, hat jetzt ausgedient. Die Zusammenrottungen desorientierter Menschen, die vergeblich in den Unterführungen nach einem entsprechenden Gehe-nach-oben-Schild gesucht haben und oftmals nach Monaten total entkräftet aufgefunden wurden, sollen damit nachhaltig vermieden werden.

Das Einbahnstraßenschild, auf dem ein Pfeil nach oben (!) zu sehen ist, wird ebenfalls aus dem Verkehr gezogen. Nach schweren Zusammenstößen mit dem Luftverkehr soll es nun nicht mehr zu Ausweichmanövern des Straßenverkehrs in luftige Gefilde kommen können.

Das Verkehrsschild Split erhält eine Überarbeitung. Das bisher von vorne zu sehende Auto, das den Schotter zur Seite spritzt, wird ersetzt durch einen seitlich abgebildeten Wagen, der die Steine nach hinten aufwirbelt. Damit sollen Überraschungen der Art „Ich dachte, der könnte nur seitlich spritzen!“ vermieden werden.

Das Verkehrsschild Steinschlag, auf dem herabfallende Felsbrocken zu sehen sind, wird ebenfalls abgeschafft. Die Autofahrer hätten immer nach oben geguckt, und dabei die Steine auf der Straße übersehen, so lautet die Begründung. Für die Steine auf der Straße gibt es noch keinen Entwurf für ein Ersatzkennzeichen, vor den herabfallenden Felsbrocken soll zukünftig ein Auto mit verbeultem Dach warnen.

Mit dem Wegfall von „Schnee- oder Eisglätte“, sprich dem Verzicht auf die Schneeflocke, soll dem Klimawechsel Rechnung getragen werden. Statt dessen soll eine Taucherbrille dazu auffordern, bei Überflutungen die notwendigen Vorkehrungen zu treffen.

Das Schild Ufer soll ebenfalls wegfallen. Es zeigt ein Auto, das vom Hafenrand ins Wasser fällt. Im Zeitalter der Navigationssysteme ist so ein Unglück ja unwahrscheinlich. Allerdings nicht ausgeschlossen, wie folgende Geschichte zeigt, für die ich leider nur eine Radionachricht als Beleg habe, ohne eine Quelle im Internet hierfür angeben zu können.

EinE AutofahrerIn – das Geschlecht ist hier unerheblich – war in der Nähe eines Flusses unterwegs und wollte zum Uferparkplatz. Als der Navigator empfahl, rechts abzubiegen, folgte ersie der Aufforderung. Und bog damit 300 Meter zu früh ab. Will sagen, fuhr statt der Straße die Treppe hinunter. Ersie hat das Manöver wohl überlebt, dass das Auto fremde Hilfe zur Weiterfahrt benötigte, ist wahrscheinlich.

© Ulf Runge, 2008

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