Beschwerde 1: Das Gefühl, gestört zu haben
|
Leben 261 – Sonntag, 01.06.08 Ich wollte noch etwas Dienstleistung, und ein bisschen Beratung suchte ich auch. Nein, ich wollte nicht 4 Seiten A4 tausendmal kopiert haben. Reinlegen, „1000“ eintippen, Papier nachlegen, fertig. Nein, ich wollte keine Schickimicki-Visitenkarte mit irgendwelchem pseudokreativen Firlefanz, wo man sich mal mit den verrücktesten Graphiktoolfunktionen austoben konnte. Ich hatte nur drei Graphiken, die sollten um 90° gedreht werden, auf A4 vergrößert, und dann mit dem Farblaser einfach nur ausgedruckt. Auflage 5 jeweils. Und dann 15 weitere Graphiken, die einfach nur so, wie sie waren, auf einem Schwarzweißlaser raus sollten. Auflage 2 jeweils. Die Farbgraphiken waren schnell fertig. Als der junge Mann dann sah, dass er jetzt noch 15mal die gleiche stupide Arbeit machen sollte, blickte er auf die Uhr, in einer Stunde war Feierabend, und teilte mir mit vorwurfsvoller Stimme und eisigem Blick mit, das würde ihn jetzt mindestens 20 Minuten kosten. Was er nicht sagte, aber bei mir ankam, war die Botschaft, „Du störst hier, hältst mich von schöneren, wichtigeren, anspruchsvolleren Dingen ab!“ Ich verzichtete auf den Auftrag, zahlte bei der Kollegin an der Kasse die Farbkopien. Sie wollte sich schon der nächsten Kundschaft zuwenden, als ich mich aufraffte und ihr – freundlich – sagte, dass ich immer gerne hierher gekommen sei. Dass ich aber heute das Gefühl gewonnen hätte und mitnähme, gestört zu haben. Dienstleistungen sind ein hartes Brot. Einen guten Ruf zu erwerben ist ein langer, steiniger Weg. Einen guten Ruf zu behalten, ist ungleich schwieriger. Patzen darf man nicht, das merken sich die Kunden, nicht immer geben sie eine zweite Chance. Und so werde ich beim nächsten Mal entscheiden wollen und müssen, ob ich mal woanders hin gehe. Wo ich doch sonst immer so zufrieden war hier… (Bloggen hat übrigens auch was von Dienstleistungen. Wer nicht schreibt, verliert Leser. Wer nicht kommentiert, riskiert, nicht kommentiert zu werden. Hm, wollte nur mal sagen, dass ich wieder “da” bin.) © Ulf Runge, 2008
|
RSS-Feed:

..schön, dass du sagen wolltest, dass du wieder da bist
.. grüßt Monika und lässt sich sogleich zu einem Kommentar animieren
syntaxia
2. Juni 2008 um 18:52
Lieber Ulf,
20 Minuten? Na, da hättest du dem “netten” jungen Mann doch mit überfreundlichem Lächeln und Ton klar machen können, dass er sich in diesem Falle ja sogar noch viel Zeit lassen könne, da er ja erst in einer Stunde Feierabend habe. Und dass ihm als angenehmer Nebeneffekt die Zeit bis zum Feierabend so noch kürzer vorkommen würde, dank dir. *grins*
Und dann hättest du noch sagen können, dass du gerne bereit bist zu warten. Hi hi, ich stelle mir gerade den dummen Blick von dem jungen Mann vor und den offen stehenden Mund.
Keine Ahnung, was ich gemacht hätte, aber ich finde es klasse, dass du an der Kasse etwas gesagt hast. Und ob ich da noch mal hingehen würde… puh, das würde ich mir auch überlegen. Ein Laden, der das, was er anbietet gar nicht machen möchte… hmmm… schon merkwürdig.
Bloggen eine Dienstleistung.
Ja, irgendwie hast du da wohl Recht. Schön, dass du wieder da bist, dann leiste mal Dienst.
Lieben Gruß,
Martina
Mamü
2. Juni 2008 um 20:27
Hallo Ulf!
So ist das Leben – da sind die Zeiten, wo man viel und leicht schreibt / kommentiert … und dann sind da die Zeiten, wo sich andere Lebensbereiche “vordrängeln” und man auch mal etwas, was einem am Herzen liegt, ruhen lässt. Ich habe auch gerade so eine Phase (ich glaube, fast hinter mir
) … so viel neues ist auf mich eingestürzt, wollte genossen und verarbeitet werden …
Und nun ist endlich Zeit und Muße für einen gemütlichen Rundgang durch die befreundeten Blogs, und ich stelle fest: ich fühl mich sofort wieder heimisch und hinterlasse gerne “meinen Senf” zu den einzelnen Beiträgen
ICH wähle meine Einkaufsstätten schon länger danach aus, wo ich mich freundlich bedient fühle. Da zahle ich auch gerne ein paar Cent mehr und spare dafür an anderer Stelle
Liebe Grüße aus Düsseldorf, Ulrike
zauberliebe
3. Juni 2008 um 19:35
Schön, dass Du wieder da bist. Was kann ich für Dich tun?
buchstaeblich
4. Juni 2008 um 11:21
Liebe Monika,
ich sage es stellvertretend Dir, meine Euch aber alle:
Schön, dass Ihr mir die Treue haltet, leise lesend oder
sogar freundlich kommentierend.
Danke.
Liebe Grüße,
Ulf
Ulf Runge
4. Juni 2008 um 22:43
Liebe Martina,
ich war kurz davor, genau das zu tun, was Du vorgeschlagen hast.
Hinsetzen. Sagen, dass ich Kunde bin. Und viel Zeit mitgebracht habe.
Dienst: Ja, ich glaube ich bin wieder unterwegs
Liebe Grüße,
Ulf
Ulf Runge
4. Juni 2008 um 22:48
Ach Ulli,
Du sprichst mir aus der Seele.
Ja, so viele Dinge sind jetzt wichtiger (gewesen),
und erst so langsam klappt es wieder mit dem Schreiben.
Das mit dem Rundgang bei den “befreundeten” Blogs,
das schaffe ich noch nicht. Heute. Aber hoffentlich morgen. Wann immer das sein mag.
Und zur Wahl Deiner Einkaufsstellen kann ich Dir nur uneingeschränkt beipflichten…
Liebe Grüße,
Ulf
Ulf Runge
4. Juni 2008 um 22:51
Liebe buchstaeblich,
danke für die “Begrüßung”!
Das klingt sehr dienstleistungsorientiert, Deine Frage…
Was Du für mich tun kannst?
Okay: Geduldige Leserin und Kommentiererin bleiben
Liebe Grüße,
Ulf
Ulf Runge
7. Juni 2008 um 22:35
buchstaeblich
9. Juni 2008 um 11:22