Unbek. Teiln.

Keine Wahlwiederholung!

Foto: © Ernst Rose / PIXELIO

Leben 257 – Donnerstag, 15.05.08

Du kennst das? Dieses Gefühl? Dann brauch ich ja nicht weiterschreiben und langweilen…

Welches Gefühl ich meine, willst Du wissen? Na, dieses Gefühl, dass der Mensch dem technischen Fortschritt hinterher hinkt…

1964: (Ja, es gibt noch Menschen, die damals schon lebten…)
Du sitzt auf dem Klo, das Telefon klingelt, Du versuchst schnell zu sein, bist definitiv zu langsam, tuut tuut tuut, am anderen Ende ist niemand mehr, es gibt kein anderes Ende…
Und diese Person ruft Dich auch nicht ein zweites Mal an, und Du hast kein ISDN-Leistungsmerkmal, das Dir hilft herauszufinden, wer denn bitteschön angerufen hat. Verwählenderweise. Oder auch nicht.

1990: (Und damit will ich nicht behaupten, dass es solange gebraucht hat, den Anrufbeantworter zu entwickeln, egal…)
Du sitzt auf dem Klo, das Telefon klingelt, Du lässt Dir Zeit, weil, Du weißt ja, gleich wird Deine Stimme, und da ist sie schon, Du erzählst irgendsoeinen Blödsinn, dass Du nicht zu Hause bist, was ja im Augenblick definitiv (da ist es schon zum zweiten Mal, dieses Wort) nicht stimmt, Du sitzt auf dem Klo, und nach Deiner Ansage hörst Du den Ton, den Du schon 26 Jahre zuvor gehört hast: tuut tuut tuut.

2008: (Ja, mein erstes Handy hatte ich 1999, aber ich verlege die Begebenheit mal auf heute, weil, sie spielt auch heute…)
Du sitzt auf dem Klo, hast geistesgegenwärtig das Handy mit aufs Klo genommen, wobei, auf dem Klo, da telefonierst Du nicht, aber Du hast es dabei, das Handy, also, das Telefonhandy klingelt, Du lässt Dir Zeit, weil, Du weißt ja, gleich wird der Anrufer Deine Mobilboxstimme vernehmen. Auf Deinem Display wird „Unbek. Teiln.“ erscheinen, was früher mal ein Indiz für „treuer Telekomkunde“ war, heute eher ein Zeichen von „IchsagDirmeineNummernicht“ ist. Ach ja, und natürlich wird die Person Dir auch nichts drauf sprechen. Kannst ja raten, wer Dich angerufen hat, soooo viele kann es ja von der Sorte nicht geben.

2020: Die Partei der Unbekannten Telefonierer übernimmt die Macht. Ihr Programm: Unbekannt!

© Ulf Runge, 2008

  1. 15. Mai 2008 um 19:05

    Lieber Ulf,

    ja, es ärgert auch mich – dennoch: Wer etwas zu sagen hat, was von Wichitgkeit wäre, würde es später wieder versuchen. Müssen wir es so wichtig nehmen, gerade in dem Moment mit dem/der AnruferIn zu reden?
    Ich beginne mich mehr und mehr davon frei zu machen und es gelingt auch (obwohl es schon selten ist, dass mein Handy oder Telefon läutet!)

    ..grüßt Monika

  2. Ulf Runge
    15. Mai 2008 um 23:35

    Liebe Monika,

    schön, dass meine “Messisch” angekommen ist. Das Sich-Ärgern über die Unfähigkeit mitzuteilen, wer denn nun angerufen hat…

    Es ist selten, dass Dein Telefon / Handy läutet?
    Das ist ja eine Steilvorlage zu der Aufforderung, mir Deine Nummer mitzuteilen :-)

    Liebe Grüße,
    Ulf

  3. 16. Mai 2008 um 15:19

    Lieber Ulf,
    ich frage mich oftmals allen Ernstes, wie wir früher (ich meine so in den 70er und 80er Jahren) ohne diese ganzen Dinge (über)leben konnten.
    P.S. Bei “Unbekannter Teilnehmer” nehm ich den Anruf sowieso nicht entgegen, egal wo ich mich gerade befinde :-)
    Liebe Grüße
    Dori

  4. 16. Mai 2008 um 19:56

    Lieber Ulf,

    eigentlich hat sich doch gar nicht so viel geändert. *smile*
    Also ich spreche auch nicht auf Anrufbeantworter. Na ja, meistens nicht, weil es mir nix nutzt, wenn ich jetzt mit der Person reden muss oder will. Was soll ich da draufquatschen? “Hallo, ich habe angerufen, brauchst aber nicht zurückrufen, weil in einer Stunde hat es sich erledigt.” ? *grins* Na ja, so dringende Dinge habe ich meist ja nicht. Aber ich übertrage fast immer meine Nummer. ;-) Weil, ich hab ja nix zu verbergen, will nix verkaufen, will vielleicht doch zurückgerufen werden… ;-)

    Liebe Grüße,
    Martina

  5. 17. Mai 2008 um 11:05

    Hallo Ulf,

    ganz ehrlich? Ich habe einen Anrufbeantworter und eine Mailbox. Seit ich beides habe, bekomme ich nur noch Emails und SMS. :) Die meisten Leute hassen es so dermaßen auf einen AB zu quatschen, dass auch die schönsten Sprüche nicht dazu verhelfen, dass man am Ende z.B. hört: Hi, hier ist Susi, ich würd mich über nen Rückruf freuen. Es geht um Samstag. Meld dich!”

    Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus habe ich festgestellt, dass “unbekannte Teilnehmer” entweder a) veraltete Technik besitzen, b) zu dämlich sind die richtigen Einstellungen vorzunehmen oder c) es nicht wirklich “ehrlich” meinen. Wer anruft und technisch halbwegs auf der Höhe und auch irgendwie versiert ist, dem sollte es ein Leichtes sein seine Nummer zu übertragen…es sei denn, man will das gar nicht! :)

    Tshalina

  6. Ulf Runge
    18. Mai 2008 um 00:27

    Liebe Dori,

    bei Unbek. Teiln. nimmst Du keine Anrufe entgegen?
    Ich auch.

    Und wir wissen warum.
    Dass jemand noch nicht seinen Festnetzanschluss umgestellt hat auf “Rufnummer mitschicken”,
    ist heutzutage fast nicht entschuldbar…

    Liebe Grüße, Ulf

  7. 18. Mai 2008 um 08:03

    Wenn ich bzw. wir genauso denken würde… na dann würde meine Schwiegermutter uns niemals erreichen können. :D

  8. 18. Mai 2008 um 12:43

    Ihr habt alle Recht und das schoene ist doch trotzdem, dass jeder machen kann, was er will – der, der seine Nummer unterdrueckt (was ich auch total bloed finde und Dori, meistens geh ich da auch nicht dran), der, der nicht ans Telefon geht,der auf den AB redet und der, der es nicht tut,der mich in Phuket anruft und ernsthaft meint, ich ginge dran und der, der das Handy mit auf’s Klo nimmt:-) Mittlerweile hab ich auch die fiese sich nachher einstellende Neugier im Griff, wenn ich mal nicht drangegangen bin…
    Liebe Gruesse Andrea

    p.s. die geschichte, lieber Ulf, ist wirklich witzig, schmunzel noch immer.

  9. Ulf Runge
    18. Mai 2008 um 22:18

    Liebe Martina,

    meine Haltung zu Anrufen von Unbek. Teiln. mag hart oder überzogen klingen,
    gerade angesichts Deines Argumentes.

    Soviel ich weiß, bedarf es nur eines einzigen Anrufes bei der Telekom,
    dass das ISDN-Leistungsmerkmal “Übermittlung Rufnummer” freigeschaltet wird.

    Und dieses Leistungsmerkmal ist angeblich auch für alle “alten” Anschlüsse,
    die nicht ISDN sind, kostenfrei verfügbar.

    Die kostenfreie Rufnummer der Telekom hierfür: 0800 330 1000

    Und wenn ich einen Anruf von U.T. erwarte, dann, Du glaubst es nicht,
    dann springe ich sogar über meinen Schatten und drücke die grüne Taste,
    um das Gespräch anzunehmen.

    Liebe Grüße,
    Ulf

  10. Ulf Runge
    19. Mai 2008 um 22:46

    Liebe Martina,

    jetzt will ich endlich auch auf Deinen ersten Kommentar eingehen:
    Du hast nichts Wichtiges zu quatschen?
    Glaube ich nicht.

    Durch die Tatsache, dass Du anrufst (in hoffentlich freundlicher Mission :-) ),
    bringt doch zum Ausdruck, “Du bist mir wichtig! Ich will wissen, wie es Dir geht.”
    Ich glaube, es was Wichtigeres kann man sich doch nicht sagen.
    Egal, ob man über das Wetter, Klamotten, Fußball, Fernsehen oder die Telekom redet…

    Liebe Grüße,
    Ulf

  11. Ulf Runge
    19. Mai 2008 um 23:44

    Liebe Tshalina,

    Du brauchst eine Rufweiterleitung und einen Blackberry. Dann kommen alle Kommunikationsversuche
    immer sofort bei Dir an. Dann kannst Du allen gleich und sofort sagen, dass Du gerade in einer Besprechung bist, dass Dein Accu gleich leer ist, dass Du im Zug bist und der Empfang gleich weg sein wird, DASS DIE LEITUNG SO SCHLECHT SEI UND DU AUCH NICHTS VERSTEHST, dass Du gerade nicht frei reden kannst, dass die mitgeschickte Powerpoint Präsentation doch etwas zu komplex sei, um sie auf Deinem Edel-Handy angucken zu können.

    Und dass Du froh bist, dass Ihr Euch sofort habt sprechen können…

    (Und zur veralteten Technik habe ich schon in einem der vorherigen Kommentare einen Tipp gegeben…)

    Liebe Grüße, Ulf

    Liebe Grüße,
    Ulf

  12. Ulf Runge
    21. Mai 2008 um 22:51

    Liebe Andrea,

    schön, dass ich Dich sogar in Deinem Urlaub zum Schmunzeln bringen konnte.

    Und Du hast recht: Man muss es einfach nur aushalten können,
    nicht, vielleicht sogar nie, zu erfahren, wer’s denn nun war…

    Liebe Grüße,
    Ulf

  13. 23. Mai 2008 um 22:24

    Oh Gott, bitte nicht! Ich mag gar nicht immer und überall erreichbar sein! :) Ich finds nur ärgerlich, wenn man schon einen AB geschaltet hat, dass ihn dann keiner so richig nutzt. o2 aktiviert die Mailbox in regelmäßigen Abständen ohne mein Zutun und ich stelle dann immer voller Entsetzen fest, wenn das Ding den Tag über im Auto herumlag und sich sonnte / saunierte, dass wieder irgendwer die nicht aktivierte Mailbox zu bequatschen versuchte.

  14. Ulf Runge
    23. Mai 2008 um 23:04

    Liebe Tshalina,

    genau! Ich würde mich auch freuen, wenn es für andere transparent ist, dass ich nicht immer erreichbar sein kann und will. Und man das Angebot wahrnimmt, mal zu hinterlassen, wer denn mit mir was besprechen wollte.

    Liebe Grüße,
    Ulf

  15. 25. Mai 2008 um 22:05

    ja klar lieber ulf, nicht einmal urlaub kann mich vom bloggen und kommentieren abhalten:-) und zum thema, deshalb liebe ich sms und emails: ICH kann sie schreiben, wenn ICH zeit habe und der andere kann es lesen und beantworten, wenn ER oder SIE Zeit haben… lgr mittlerweile aus kiel, andrea

  16. Ulf Runge
    1. Juni 2008 um 23:53

    Liebe Andrea,

    treffender kann man es nicht ausdrücken…

    Liebe Grüße,
    Ulf

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