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Wie man ins Gespräch kommt
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Leben 213 – Donnerstag, 21.02.08 Wir sitzen nebeneinander. Kennen uns nicht. Nicken uns freundlich zu. Die Veranstaltung beginnt. Ein Vortrag. Mal wieder einer der Augenblicke, in den man herausgerissen wird aus seinem Trott. Gezwungen wird zu reflektieren. Selbstbild. Fremdwahrnehmung. Es geht um Potenziale, den geschäftlichen Alltag optimaler zu gestalten. Ende des Vortrages. Vorstellungsrunde. Jeder weiß was über sich zu erzählen. Ende der Vorstellungsrunde. Jetzt ist netzwerken angesagt. Wer irgendwen kennt, ist schon mal nicht schlecht dran. Kommt gleich ins Gespräch. Wir sitzen nebeneinander. Kennen uns nicht. Nicken uns freundlich zu. Versichern uns gegenseitig unsere Namen. Und dann. Dann holt mein Nachbar seine Visitenkarte heraus. Sie ist gut gestaltet, passt zu ihm. Lege sie auf Seite. Wir lächeln uns an. Wissen noch nicht so recht, was wir jetzt reden sollen. Übersprungsverhaltenzeigenderweise spiele ich mit seiner Visitenkarte, diese fällt auf die Rückseite. Nein, die Rückseite ist nicht leer, ist nicht weiß. Im Gegentum. Da sind jede Menge Stichworte aufgeführt, über die man, über die wir reden könnten. „Buch schreiben“ steht da. Wir reden übers Schreiben. Ich erzähle vom Bloggen und Slammen. „Löhn-Methode“. Ja, da kenne ich jemanden, der arbeitet superduperkonsequent nach Löhn. Ist sowas von perfekt organisiert. „simplify your life“ steht da. Erzähle ihm, dass ich, noch auf der Stufe 1 von 7 befindlich, auf der Stufe, in der man aufräumt, doch tatsächlich für drei Monate nicht in der Lage war, dieses Buch wiederzufinden. Wir unterhalten uns angeregt. Wir reden über die Visitenkarte. Und dass das ein fantastische Idee ist, auf die Rückseite Stich- und Schlagworte zu schreiben, die einen interessieren, die auch die andere oder den anderen interessieren könnten, die dazu einladen, ins Gespräch zu kommen. Und so sitze ich hier und denke mir, was ich denn so dichtgedrängt auf die Rückseite meiner Visitenkarte schreiben würde…
© Ulf Runge, 2008 |



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