Ob ich denn auch sicher sei…
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Foto: © RainerSturm / PIXELIO Leben 207 – Montag, 11.02.08 Ob ich denn auch sicher sei, dass der Schleim bereits abgehustet ist? Wie bitte, wo bin ich denn hier? Doch, ich stehe in der Apotheke. Gedanklich bin ich aber schon weiter. Bei dem, was ich als nächstes machen werde, machen will. Hm, denke ich mir, das ist ja fast ne Suggestivfrage. Natürlich bin ich mir sicher, dass der Schleim noch nicht abgehustet ist. Würde ich sonst nach einem hustenstillenden Mittel verlangen? Das muss man sich mal vorstellen! Da gehe ich in die Apotheke, um ein Hustenmittel zu kaufen, nein, nicht für mich, die Jugendredaktion hustet seit gestern. Will ich also ein Mittelchen und muss mich fragen lassen, ob ich denn auch sicher sei, dass der Schleim bereits abgehustet sei. Und meine ratloser, überraschter Blick ist eine Steilvorlage für erstklassige, sachkundige Beratung. Freundlich, nicht belehrend, teilt sie mir mit, dass die ersten zwei, drei Tage so wichtig seien, da dürfe man den Husten eigentlich nicht unterdrücken. Verlegen frage ich, ob es denn wenigstens für die Nacht legitim sei? Man müsse vorsichtig sein, meint sie, tagsüber müsse der Hustenreiz sozusagen seine Chance bekommen. Lächelt mich an. Da wollte ich also nur eine Zeitung kaufen, oder eine Margarine, eine Flasche Wein, will sagen, irgendetwas, das absolut nicht beratungsintensiv ist, halt einen Hustensaft, und da erfahre ich kompetente, freundliche Beratung. Von wegen Servicewüste Deutschland… © Ulf Runge, 2008 |
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Lieber Ulf,
ich denke, bei der eingeführten 10-Euro-Praxisgebühr, sind derartige Auskünfte inklusive und Teil des Dienstleistungsangebotes
Service wäre es gewesen, wenn dir die Bedienung zum käuflich erworbenen Hustensaft noch eine Tüte Eukalyptus-Bonbons gratis gegeben hätte, aber so: alles noch im preislichen Rahmen
Liebe Grüße,
Ralph
Ralph
11. Februar 2008 um 22:50
Haha,
ich bin mal an einem Sonntag! um 11:00 in eine Apotheke die Notdienst hatte und sagte dass ich tierische Zahnschmerzen hätte. Da meint der Apotheker so um die 30 allen Ernstes zu mir:
„Dann müssen Sie zum Zahnarzt.“
Wie gesagt, der hat das nicht als Scherz gemeint. Zum Glück trag ich keine Schusswaffen bei mir.
Glück auf!
corax
11. Februar 2008 um 23:34
Hallo Ulf
In der Apotheke, in der ich einkaufe, ist ein Service, wie du ihn erlebt hast eher die Ausnahme. Dort wird in der Regel nur verkauft. Nur wenn ich mein cortisonhaltiges Allergie-Nasenspray verlange, dann kriege ich jedes mal einen Vortrag gehalten, dass man das nur kurze Zeit einnehmen darf etc…
Du bist gut bedient worden, da kann man nicht meckern. Denn es ist tatsächlich so, das Husten “eine Chance” haben muss, sich selbst auf natürliche Weise abzuhusten. Als ` erfahrene Mutter´ kann ich zu diesem Ratschlag nur nicken…*grins*. Wenn meine Tochter rumhüstelt wird sie von mir erst mal nur mit Erältungsbalsam (ohne Menthol) auf Brust und Rücken eingerieben und zum “soviel Trinken, bis es zu den Ohren rauskommt” gezwungen. Meist reicht das schon aus, um den Husten schnell zu lösen. Hustensaft gibt es erst, wenn nach einigen Tagen noch immer keine deutliche Verbesserung eingetreten ist.
Übrigens: ein starker Hustenreiz zu dieser Jahreszeit – könnte auch eine allergische Reaktion auf Hasel- oder Erlepollen sein. Und in dem Fall nützt der Hustensaft rein gar nix, sondern kann sogar den Hustenreiz noch verschlimmern, demnach welche Inhaltsstoffe drin sind.
Nur so als zusätzlicher Tipp, vom `erfahrenen Multi-Allergiker´ zum normal gesunden Menschen…*lach*
Liebe Grüße
Wally
Wally
12. Februar 2008 um 10:32
Lieber Ulf,
ja, wo sie Recht hat, hat sie Recht.
Gib dem Husten eine Chance. Muss sagen, gute Beratung. Und die Länge der Beratung… nee, da gibt es nix zu meckern.
Bei uns gibt es eine Apotheke, wo man Beratung bekommt, die man gar nicht haben will. Besonders wenn man in Eile ist und nur mal schnell… du weißt schon. Eigentlich hatte ich damals das Gefühl, der Apotheker wolle mich zur Apothekerin ausbilden… Es ging um ein Homöopathisches Mittel, was ich einfach mal ausprobieren wollte… Er persönlich hielt nichts davon und begann von der Geschichte der Homöopathie zu erzählen und dass sie nichts bewirken könne usw. usw. usw. *schnarch* *gähn* Ich glaube ich war ne halbe Stunde da drin… im Ernst.. Soviel zu mal eben schnell… ich konnte mich absolut nicht loseisen… mehrere Versuche… vergebens… äh, ich habe die Apotheke gewechselt.
Zum Glück gibt es auch hier auf dem Land mehrere.
Liebe Grüße und gute Besserung an an alle die den Schleim noch nicht abgehustet haben,
Martina
Mamü
12. Februar 2008 um 11:51
Also, normalerweise stottere ich nicht. *grins*
Mamü
12. Februar 2008 um 11:52
Lieber Ralph,
doch, ich sollte erwähnen, dass ich noch ein Päckchen Papiertaschentücher geschenkt bekam.
(Aber mal ehrlich, sehe ich so mitgenommen aus, dass man mir Tempos schenken möchte? tztztz)
Liebe Grüße, Ulf
Ulf Runge
12. Februar 2008 um 23:46
Lieber Corax,
da bin ich beruhigt, dass Du bei Zahnschmerzen
keine Schusswaffen mit Dir rumträgst.
Wie ist bei Magen-Darm? Oder Bandscheibe?
Und wenn, welche Schusswaffen helfen da?
Mit pazifistischen und atlantischen Grüßen,
Ulf
Ach ja und nochwas: Zahnschmerzen sind was Tierisches.
Da gibt es fasst nix Schlimmeres.
Außer Ohrenschmerzen.
Ich hoffe, es geht Dir wieder gut…
Ulf Runge
12. Februar 2008 um 23:48
Liebe Wally,
danke für die Allergietipps. Sie sind immer willkommen.
Ich will das Thema Allergie hier gar nicht so sehr vertiefen,
hier so viel:
Was machst Du, wenn Du “durchgetestet” hast.
Und wenn das Krankheitsbild indifferent ist.
Wenn sich die Krankheit wie ein Chamäleon verhält,
permanent auf der Durchreise zwischen Allergie, Neurodermitis
und Schuppenflechte ist?
Welches Erkältungsbalsam kannst Du empfehlen?
LG, Ulf
Ulf Runge
12. Februar 2008 um 23:57
Liebe Martina,
ich hatte mal einen Kollegen, das ist lange her und längst verjährt,
der wusste wirklich alles. Und wir mussten alle irgendwann zu ihm,
was fragen. Kamen nicht unter einer einsemestrigen Vorlesung über
Bits und Bytes bei ihm wieder raus.
Deshalb instruierten wir die KOllegen, kurz bevor wir zu ihm gingen,
man möge uns nach 10 Minuten wegen eines dringenden Telefonates da wieder raus holen.
Noch einfacher ist es, wenn man die Zeitdiebe dadurch abstellen kann,
wenn man woanders einkauft.
Und! Stottern? Wo?
LG, Ulf
Ulf Runge
13. Februar 2008 um 00:01
Lieber Ulf
^”Und wenn das Krankheitsbild indifferent ist.
Wenn sich die Krankheit wie ein Chamäleon verhält,
permanent auf der Durchreise zwischen Allergie, Neurodermitis
und Schuppenflechte ist?”^
- dieser “Rundlauf” ist typisch für Multi-Allergiker, die noch nicht wissen, dass sie `Multis´ sind.
Nach Meinung meines HNO/Allergologen werden Neurodermitis und Schuppenflechte leider von vielen Ärzten immer noch als separates Krankheitsbild, von daher falsch behandelt, da sie im Ursprung meist allergische Symptome sind und auf eine Nahrungsmittel-Allergie hindeuten. Überwiegend sind dafür Milchprodukte und Obstsäfte der Auslöser.
Und Hautausschläge/Ekzeme die durch Obst hervorgerufen werden sind wiederum ein deutlicher Hinweis auf eine Pollenallergie, die sich zur sogenannten “Kreuz-Allergie” entwickelt hat. Hierbei verstärken sich die Beschwerden eines Pollenallergikers wenn er bestimmte Lebensmittel isst – oder anders herum – ein Lebensmittelallergiker kriegt durch den Pollenflug zusätzliche Beschwerden. Kernobst ist hierbei das größte Übel. Als Beispiel: Ein Pollen-Allergiker, der oft Apfelsaft trinkt, oder gerne Äpfel ist kann davon krank werden, wenn draußen die Birken-Pollen fliegen (März-April). Die allergischen Symptome darauf können sich als Niesattacken zeigen, oder durch brennende, oft auch zugequollene Augen, oder durch Schwellungen im Hals, oder Atemnot und ebenso auch durch Juckreiz auf der Haut.(Mein Sohn ist in jungen Jahren durch diese Kreuz-Allergie einmal fast erstickt, sein Hals war so zugeschwollen, dass er kaum noch atmen konnte. Daher rühren meine Informationen.)
Zum jetzigen Zeitpunkt fliegen Hasel- ud Erlepollen. Wer darauf allergisch reagiert kann, wenn es zur Kreuz-Allergie kommt, starke Probleme kriegen, wenn er in dieser Zeit Schokoladenprodukte ( auch Nutella, o.ä.) ist. Denn, außer in Bitter-Schokolade, sind in so ziemlich jedem Schokoladenprodukt Haselnuss-Anteile vorhanden. Diese Kreuzung äußert sich meist als Jucken im Hals, Hustenreiz oder Atemnot. Vielleicht auch in Hautausschlägen, das weiß ich aber nicht genau.
Bei solchen “Rundumläufen” hilft nur ein Breitband-Antiallergikum (Cetrizindihydrochlorid; gibt es rezeptrei zu kaufen als Günstig-Produkt oder als original “Zyrtec”, was aber sehr teuer ist). In ganz schlimmern Fällen muss zusätzlich für kurze Zeit Cortison eingenommen werden. Für die Haut ist, demnach wie stark die Beschwerden sind, eine cortisonhaltige Salbe nötig. Bei nur leichten Beschwerden reicht auch ein kühlendes Gel mit Fettzusatz aus, z.B. Aloe Vera Gel mit Propolis. Gibts aber nicht in der Apotheke. Alternativ dazu würde “Dr. Wally” …*grins*.. Linola Salbe/Gel empfehlen, gibt es auch mit Cortison-Anteil.
Liebe Grüße
Wally
Wally
13. Februar 2008 um 09:31
Liebe Doc Wally,
danke für Deine Ausführungen. Ja, ja, ja, Deinen Ausführungen kann ich nichts hinzufügen.
Man macht, was die Ärzte sagen. Das hilft dann. Bis es nicht mehr hilft.
Weil das Medikament dann den Allergen “bekannt” ist. Oder weil inzwischen Sommer ist. Oder Winter.
Was auch immer.
Wir haben sehr lange sehr gute Erfahrungen mit Elidel gemacht.
Und dem Rausschleichen wie aus einer Cortisonbehandlung.
Irgendwann wurde es dann aber wieder schlechter.
Vor einigen Monaten ist mir mal wieder der Geduldsfaden gerissen.
Beschloss ich, probier mal was aus.
Und muss sagen, unser bisher nachhaltigste positive Erfahrung haben wir gemacht mit zwei Produkten vom Imker: Lindesa Salbe (Fa. Faweco aus Ludwigshafen) und ein paar Tropfen Propolis-Tinktur. Das riecht zwar intensiv, aber das ist ein Geruch, dem ich noch etwas Angenehmes abgewinnen kann. Etwa im Gegensatz zu Baldrian
Und heute sind wir bei Asche Basis, und das ist eigentlich “nur” eine hochwertige Hautpflege.
Mal sehen, wie lange das gut geht…
Bis zum Frühling, Sommer, was auch immer?
Fazit: Man ist immer auf der Hut, immer auf der Suche nach einer unterstützenden oder heilenden Hautpflege.
Und hofft, dass es nicht die Blüten sind oder die Ernährung, zumal beide negativ getestet sind…
Nochmals danke für die Schilderung Deiner umfänglichen Erfahrungen.
Liebe Grüße,
Ulf
Ulf Runge
13. Februar 2008 um 22:30
Also, lieber Ulf und meine liebe Wally, ich seh schon, wenn ich mal größere Probleme als jetzt habe, mit den Pollen, dann frage ich erst mal euch beide.
Ist jetzt kein Scherz, voller Ernst. *bekräftigendnicke*
Liebe Grüße, und gut Schnupf,
Martina
Mamü
14. Februar 2008 um 00:35
Liebe Martina,
ich habe schon ein bisschen darüber sinniert,
hier einen eigenen “platz” für dieses thema
aufzumachen.
Wally und ich haben hier über eigene Erfahrungen berichtet,
aber eine konsequente Aufarbeitung dieses Themas
würde wohl den Rahmen dieses Blogs sprechen.
Und dann wünsche ich Dir, dass die Pollen aber mal ganz
schnell “aus dem Staube sich machen!”
Liebe Grüße,
Ulf
Ulf Runge
14. Februar 2008 um 00:57
Endlich! mal jemand “Medizinisches”, der nicht einfach dummweg Medizin gegen Symptome verkauft, weil er es so gelernt hat.
Der Husten und die Chance für den Träger, diesen als Geschenk zu betrachten und hierdurch inne zu halten, was eigentlich im Leben los ist, würden unterdrückt. Wie sagt der Arzt so treffend: “Was fehlt Ihnen denn?”. Ja, DAS sollte man sich tatsächlich erst einmal fragen, bevor man den Arzt aufsucht.
Die Apotheke ist aus dieser Sicht nur empfehlenswert.
LG
Barbara
PS: So, siehste, nu hab ich was geschrieben, und es ist taghell.
Barbara
14. Februar 2008 um 11:22
Da muss ich noch mal kurz was los werden, lieber Ulf…*lach*. Könnte ja sein, dass du es vielleicht nicht weißt:
Allergietests, in Form von Blut- oder Hauttests, zeigen nur die `momentane Allergiebereitschaft des Körpers´ zu den getesteten Stoffen auf, zum Zeitpunkt des Tests. Sie sind nicht zuverlässig, geben nur einen Anhaltspunkt über `kann sein, oder eher nicht sein´. Aufklärung darüber, aus welcher Ecke die Beschwerden kommen, geben nur die Provakations-Test (Allergen wird auf einen Wattebauch getröpfelt und für zehn Minuten in einem Nasenloch versenkt, zeigt sich in dieser Zeit irgendeine Reaktion, wie Niesen, Husten, Hautjucken, Atemnot etc., dann ist ganz klar ein Auslöser gefunden und es kann gezielt behandelt werden.)
Will damit nur sagen: wenn ihr negativ getestet seid, wäre es empfehlenswert die Tests einmal im Jahr zu wiederholen, am besten im Frühling-Sommer, während dem Pollenflug, um sicher zu gehen. Denn unser Körper, Stoffwechsel, verändert sich – und mit ihm seine Allergie-Bereitschaft.
Immer auf der Hut und immer auf der Suche nach Heilung oder wenigstens Linderung – ja, so geht es mir auch. Doch ich halte mir immer vor Augen: man kann damit leben, wenn man es nicht als Bedrohung, sondern einen Teil von sich selbst betrachtet. Und es gibt Schlimmeres auf der Welt.
Liebe Grüße
Wally
Wally
14. Februar 2008 um 11:31
Liebe Barbara,
ja, das ist wirklich eine sehr positive Erkenntnis,
dass ich da nicht nur eine Packung mit was drin verkauft
bekommen habe, sondern auch – ungewollt, vielleicht insgeheim erhofft -
Beratung noch dazu, “kostenlose” Beratung,
aber eben nicht von der Sorte “Wer dies gekauft hat, kauft sehr wahrscheinlich auch…”
LG, Ulf
Ulf Runge
18. Februar 2008 um 22:59
Liebe Wally,
danke noch für Deine wichtige Ergänzung.
Möglicherweise würde so ein Provokationstest zu einer Diagnose,
zu einem Befund führen.
Und dann? Von November bis Februar nicht mehr auf die Straße und
bitteschön die Fenster geschlossen halten?
Ja, so ein Test, der wird dann in Erwägung gezogen werden,
wenn es mal so akut, so heftig, so unerträglich sein wird,
dass nichts mehr hilft…
Ja, es gibt Schlimmeres auf dieser Welt. (Wenn nur das Jucken wäre,
und die wider besseres Wissen aufgekratzte Haut…)
LG, Ulf
Ulf Runge
18. Februar 2008 um 23:02