Vom Fechten

fencing at kings road london

Foto: © Herbert Dazo / PIXELIO

 

Leben 194 – Sonntag, 26.01.08

„Schauspieler müssen ja auch fechten können! Das ist Prüfungsfach. An der Schauspielschule.“ Höre ich mich sprechen.

„Warum das denn?“

„Na, ist doch logisch. Wegen der Motorik. Sag ich mal.“

„Glaub ich nicht. Wann fechten die denn auf der Bühne, im Film?“

„Alle Filme sind voll von Fechtern!“ übertreibe ich lächelnd.

„Ein Fall für Zwei: Fechter, aber natürlich. Sabine Christiansen: nur Fechter!“

„Die macht das doch gar nicht mehr. Außerdem sind das bei der doch Laien-Schauspieler!“ grinse ich mir einen.

„Klar bei den Krimis: überall Fechter! Peng, peng, alles Fechter.“

„Du musst nur ganz genau hingucken. Ist wie beim Hitchcock. Der war auch in jedem seiner Filme zu sehen. Und so gibt es in jedem Film auch Fechter. Ganz viele Fechter. Meistens irgendwie im Hintergrund. So ganz flüchtig. Und dafür brauchen die das!“

„Woher weißt Du das eigentlich?“

„Der an der Theaterkasse hat mir das gestern erzählt.“

„Und warum hast Du ihn nicht gefragt, warum die das Fechten brauchen?“

Wir grinsen uns an. Beenden das Abendessen.

Bei der Besprechung des Fernsehabendprogrammes landen wir unversehens…

„Was ist das denn?” Getümmel. Lautes Getümmel. Ohrenbetäubernder Lärm füllt den Raum. Rüstungen und Ritter füllen den Bildschirm.

„Wo gibt es keine Fechter?“ Wir lachen.

„Jetzt will aber doch wissen, ob das generell Prüfungsfach ist.“

Und so sitze ich jetzt hier, gugel nach „Schauspielschule“ und „Fechten“.

Lande zuerst beim Franz Schubert Konservatorium, Wien, das für das Ergänzungsfach Schauspiel, folgende Fächer auflistet:

Sprecherziehung, Dramatik, Bewegungslehre, Fechten, Tanz, Gesang, Schmink-, Masken- und Kostümkunde, Theatergeschichte und -recht, Literaturgeschichte.

Die Hochschule für Schauspielspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin schreibt zum Fach Bewegungsunterrichte:

3. Bühnenfechten

Bühnenfechten stellt sich die Aufgabe, Techniken des Kampfes mit Blankwaffen zu lehren. Dabei werden die beim Fechten innewohnenden Möglichkeiten der körperlichen und geistigen Partnerbeziehung für die Ausbildung von Schauspielerinnen und Schauspielern nutzbar gemacht und trainiert. Die Studentin/der Student lernt dabei, den Widerspruch zwischen kämpferischen Impulsen und der Bewegungskontrolle in eine Einheit zu bringen.

Wieder was dazu gelernt.

© Ulf Runge, 2008

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