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Frohe Weihnachten – besinnliche Weihnachten – Reise-Trilogie, Teil 3
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Leben 166 – Di, 25.12.07 Ich weiß nicht, was es heißt blind zu sein. Mit den Augen nicht wahrnehmen zu können, was mir erlaubt ist zu sehen. Ich hoffe, dass mir mein Augenlicht noch möglichst lange erhalten bleiben möge. Das soll hier keine platte Nummer über Blinde werden. Was ich nur loswerden möchte, ist die Tatsache, dass mir blinde Musiker schon immer imponiert haben aufgrund ihrer besonderen Ausdrucksstärke. Ray Charles, José Feliciano und insbesondere Stevie Wonder, dessen musikalische Vielfalt mich immer wieder beeindruckt hat. Und nun sitze ich hier im ICE und darf mir „Stevie Wonder – Number Ones“ zu Gemüte führen. Schön! Danke schön! All denen, die irgendwann, irgendwo und irgendwie daran beteiligt waren und sind, dass ich jetzt diese schöne Zeit haben darf… Viele Menschen auf unserer Welt sind blind, weil sie nicht das nötige Geld haben, sich eine entsprechende Operation zu leisten. Zwangsläufig ist das ein Thema vor allem in ärmeren Ländern. Wer sich bisher allen adventlichen und weihnachtlicen Spendenaufrufen erfolgreich entziehen konnte, den möge sich doch bitte nur mal für fünf Minuten auf der Seite der CBM, der Christoffel-Blinden-Mission, verweilen. Danke. Blind sein. Das kann man auch mit gesunden Augen. Blind für das, was um einen herum passiert. Ich wünsche uns allen zur Heiligen Nacht und für die kommenden Monate, dass wir nicht nur reden, sondern auch hören und beim Lauschen nicht nur Sätze wahrnehmen, sondern das, was uns jemand mitteilen möchte; dass wir nicht nur blicken, sondern auch sehen und beim Gucken nicht nur Bewegungen wahrnehmen, sondern unser Gegenüber und seine Gesten verstehen; dass wir mit dem Herzen hören, sehen, fühlen und spüren. Ein frohes Weihnachtsfest all denen, die wissen, woher sie ihre Zuversicht und Hoffnung nehmen! Ein besinnliches Weihnachtsfest all denen, die auf der Suche sind nach Sinn und Trost! Herzliche Grüße, Ulf Runge
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Geheimzahl – Reise-Trilogie, Teil 2
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Geheimzahl – Reise-Trilogie, Teil 2 Leben 165 – Di, 25.12.07 Zehn Minuten Umsteigezeit. Es ist Sonntag früh, kurz vor Acht. Meine Regionalbahn wenige Minuten verspätet, der Anschluss-ICE glücklicherweise auch. Mit zehn Euro in der Tasche ist es nicht besonders professionell, die nächsten dreieinhalb Stunden im Zug verbringen zu wollen. Ich beschließe, noch mal eben zur Post rüberzulaufen, mit der avisierten Verspätung von 6 Minuten für meinen Fernzug ist das Risiko vertretbar. Der Automat, oh Wunder, wenn ich ihn mal brauche, ist frei und betriebsbereit! Leider kann man nicht mehr erkennen, wierum denn die Karte eingeschoben werden muss. No risk, no fun. Ich schiebe die Karte rein, fun verspüre ich allerdings nicht. Hoffe, dass jetzt nicht noch irgendwas dazwischen kommt. Nicht etwa so wie damals in Mainz, als wir dort noch nicht wohnten, und ich am Geldautomaten doch wirklich zu blöd gewesen war. Bevor das Geld ausgegeben wird, kommt ja die Karte raus. Ich will die Karte nehmen, das Geld wird gerade im Fach daneben abgezählt, die Geldklappe ist noch nicht offen, ich will die Karte nehmen, rutsche ab, gebe ihr einen Schubs, die Karte wird vom Automaten wieder eingezogen, auf dem Display erscheint so etwas Lustiges wie: „Transaktion abgebrochen.“ Aus. Vorbei. Auch das bereits abgezählte Geld verschwindet nach einem Knackgeräusch wieder in den Katakomben der Bank. Okay, das war damals ein richtiger Aufreger, weil wirklich sehr ärgerlich, aber ich habe es überlebt. Hat mich einige Telefonate und Nerven gekostet. Jetzt sind es also noch ca. 5 Minuten, bis mein Zug voraussichtlich verspätet abfahren wird, ich werde aufgefordert meine Geheimzahl einzugeben, also war das richtig rum, wie ich die Karte eingeschoben hatte. Ich tippe sorgfältig 4712 ein, wähle den Geldbetrag und warte also, dass sich die Klappe mit der Karte öffnet. Und werde dann wieder höchste Konzentration walten lassen. Was ist das jetzt? Die Geheimzahl sei falsch? Oops! Ich gebe nochmal die 4712 ein, ganz langsam und vorsichtig, der Automat besteht erneut darauf, dass ich was Falsches eingegeben habe. Dreimal falsch eingegeben bedeutet: Karte weg, und kein Geld obendrein. Ich denke noch mal scharf nach. Nee, die 4712 habe ich korrekt eingegeben. Sollte ich etwa …? Jetzt heißt es schnell handeln! Der Automat hat sicherlich auch nur endliche Geduld, mein Zug auch, ich gebe die 8888 ein, die Nummer meiner Kreditkarte. Die sieht mit den beiden roten und orangenen Kreisen oben rechts fast genauso aus wie meine EC-Karte, die einen blauen und roten Kreis hat. Sekunden des Wartens vergehen. Die Brezeln vom Ditsch und eventuell noch einen Kaffee-zum-Gehen kann ich mir inzwischen abschminken, jetzt geht es nur noch darum, den Zug zu bekommen. Mahlgeräusche. Das Geld wird gezählt! Die Karte kommt raus, tatsächlich war es die Kreditkarte. In Deutschland habe ich ihre Geheimzahl noch nie gebraucht, nur gut, dass ich mit ihr schon im Ausland bezahlt hatte. Und meine grauen Zellen sie noch wussten. Die Klappe öffnet sich, ich habe genug Geld für die Reise. Jetzt muss ich nur noch zusehen, dass es auch tatsächlich noch eine Reise wird. Die Anzeige im Bahnhof gibt mir noch drei Minuten bis zur Abfahrt. Wer so eine Situation wie eben herzinfarktfrei durchstanden hat, der darf sich sicherlich auch noch zwei Ditsch-Brezeln kaufen (gesagt, getan in ca. 30 Sekunden), und am Bahnsteig einen Coffee to go gönnen. Als ich den Deckel auf den Becher stülpe, fährt mein Zug ein. Natürlich muss ich ans entgegegengesetzte Ende. Ich betrete den Zug durch die allerletzte Tür, diese schließt wenige Sekunden hinter mir, wir fahren ab… P.S.: Meine Fahrkarte hatte ich online gekauft gehabt. Als Identifikationsdokument die Kreditkarte angegeben. Wenn die also einbehalten worden wäre… © Ulf Runge, 2007 |
Fahrkartenkauf – Reise-Trilogie, Teil 1
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Fahrkartenkauf – Reise-Trilogie, Teil 1 Leben 164 – Di, 25.12.07 Bahnfahrkarten kauft man günstig von zu Hause aus. Am PC. Online. Die Drei-Tage-Frist, um wirklich richtig zu sparen, habe ich leider schon unterschritten, mit meiner Entscheidung für die Fahrt zu lange gewartet. Ich gehe also in das Internetportal der Bahn, gebe unter „Abfahrt“ meinen Heimatbahnhof ein und Bielefeld als Zielbahnhof. Wähle Hin- und Rückfahrt, prüfe auf Verfügbarkeit der preisgünstigen Tickets; die für 58 Euro sind natürlich schon weg; das hatte ich mir auch nicht anders gedacht. Aber für eine Fahrt einen Tag vor Heiligabend ergattere ich doch noch ein vergünstigtes Ticket, muss „nur“ 118 Euro zahlen, bin froh, dass ich überhaupt eine Fernverkehrsverbindung mit Sitzplatz bekomme. Aber halt! Nachdem ich gebucht habe und das Online-Ticket ausgedruckt vor mir liegt, bekomme ich Schelte vom homo oeconomicus in mir. „Du hast doch eine Jahreskarte von zu Hause nach Frankfurt, warum bezahlst Du denn jetzt diese Strecke am Sonntag noch mal mit?“ Kleinlaut gebe ich ihm recht, denke mir, das hätte Dir aber auch ein paar Clicks früher einfallen können, Schlaumeier, Du! Ärgere mich ein bisschen, dann will ich nur noch wissen, wieviel Geld ich sozusagen „zum Fenster rausgeschmissen“ habe. Gebe als Abfahrtsbahnhof diesmal nur „Frankfurt(Main) Hbf“ ein. Ansonsten gleicher Tag, gleiche Uhrzeiten. Ich traue meinen Augen nicht. Die preiswerteste verfügbare Verbindung kostet 135 Euro hin und zurück. Obwohl der Weg kürzer ist, hätte ich mehr gezahlt! Kann doch nicht sein, oder? Okay, naiv wie ich bin, entwickle ich die Theorie vom letzten Ticket des preiswerteren Kontingents, das ich soeben ergattert habe, sodass jetzt logischerweise kein weiteres mehr angezeigt wird. Das will ich nun aber genau wissen. Suche noch einmal nach einer Verbindung von zu Hause nach Bielefeld. 118 Euro, verfügbar. Ich lasse das jetzt mal mit den Theorien, das bringt ja doch nichts. Aber wenn ich das nächste Mal von Frankfurt nach irgendwo will, dann überprüfe ich erst einmal, was denn alternativ eine Fahrkarte kostet, wenn ich ab Hintertupfingen fahre. Oder so. © Ulf Runge, 2007 |
ADVENTSKALENDER – Mo, 24.12.07 – Noch ein ausgefallener Limerick
Noch ein ausgefallener Limerick
Dem Titel gerecht werden wollend erst am 25.12.07 veröffentlicht…
© Ulf Runge, 2007
P.S.: Die Verse, ganz extravagante,
erfreuten die Oma, die Tante,
aber wenn da nichts war,
war Beifall sehr rar,
auch wenn ausgefallen man‘s nannte.
ADVENTSKALENDER – So, 23.12.07 – Ausgefallener Limerick
Ausgefallener Limerick
Dem Titel gerecht werden wollend erst am 25.12.07 veröffentlicht…
© Ulf Runge, 2007


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