Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit über die Wäschesäckchen
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Foto: © Paul-Georg Meister / PIXELIO
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Leben 157 – Mittwoch, 12.12.07 Seit Jahren waschen wir Wäsche. Eigentlich lohnt es nicht, denn kaum ist sie gewaschen, will sie getrocknet sein, zusammengelegt oder gebügelt sein, um dann des morgens frisch angezogen beim Frühstück verkleckert zu werden, oder durch einen kaffeebechertragenden Mitpendler in Leidenschaft gezogen zu werden. Hat man es sauber ins Büro geschafft, führende versagende Deos und Spaghettisauce dazu, dass man die Klamotten kein zweites Mal tragen kann. Also ab in die Wäsche. Und genau da sind wir. Befüllen die Waschmaschine mit Pulver. Was das früher – also wirklich ganz früher – irgendwie eklig, wenn das Pulver nicht aus der Waschmittelschublade herausgespült wurde, weil, da hat sich dann immer mehr abgesetzt, aber ich will jetzt keinem hier den nächtlichen Appetit auf Chips oder Erdnüsse verderben, und ich will auch nicht erörtern, warum ein gemeinsames Essen in der Regel Knigge-konform beginnt, und doch irgendjemandem dann etwas richtig Ekliges – ach, sorry, wir essen gerade – einfällt, aber wir sind ja alle hart im nehmen. Und geben. Dann hat jemand irgendwo auf dieser Welt kleine Säckchen produziert. Die hat aber niemand gebraucht. Die Firma ging pleite und fiel dann in die Hände von Waschmittelproduzenten, die es sich nun zur Aufgabe machten, den Milliardenbestand an zu entsorgenden Kunststoffsäckchen dadurch zu reduzieren, dass sie jeder Waschmittelpackung ein Säckchen beilegten und dies als besonders was auch immer deklarierten. Angesichts der Finanzmisere bei einer deutschen Landesbank würde sich wahrscheinlich ein Bundesland für 12 Monate auch in Sacksen umbenennen, um eine derartige Kampagne zu unterstützen. Aber heute ist nicht damals. Damals, da mussten andere Sprüche her, um den Kunden die unschätzbare Bedeutung dieses Säckchens nahezubringen. Die eine oder der andere werden sich noch erinnern an das Glänzen in den Augen der Werbefernsehn-Gucker, wenn etwa das Sackmännchen kam, zunächst um total narrisch mit schmutziger Wäsche durch Wohnung zu rasen, um dann mit Wäschepulver gefüllt total entspannt vor der Waschmaschine zu stehen. Wir erinnern uns: „Wer wird denn gleich in die Luft gehen, sacke lieber das Pulver ein!“ Oder wie der napoleonische Reiter durch die Kölner Altstadt reitet, um dann liebevoll sein weltberühmtes Graffity „30° 60° 95°“ an eine Hauswand in der Sackstraße zu malen. In Frankfurt und Stuttgart ließ sich die Bahn sogar dazu hinreißen, den Schienenverkehr einseitig abzureißen und die Bahnhöfe in Sackbahnhöfe umzuwandeln und umzutaufen: „Hier Frankfurt Sackbahnhof!“ Und jetzt? Für teures Geld wollen die Stuttgarter nun wieder einen Durchgangsbahnhof haben. Ja, wie sich die Zeiten ändern! Bleiben wir bei der Wäsche. Immer habe ich die Säckchen aufgehoben. Zunächst im Gästezimmer, und als dann doch mal Besuch kam, räumte ich die Säckchen in die Garage. Aber das war keine Lösung, sie wurde voller und völler. Da wir weiterhin mit dem ersten Wäschesäckchen wuschen, es ging einfach nicht kaputt, habe ich dann heimlich und verbotenerweise jede Woche ein Wäschesäckchen in den Wertstoffmüll hineingetan, eine empfindliche Strafe riskierend, aber es hat sich gelohnt, die Garage ist jetzt wieder leer. (Aktuell sammle ich da meine Computerzeitungen, die steigen bestimmt noch im Wert, und wenn ich dann mal einen kompletten Jahrgang von 1983 verkaufe, bin ich steinreich. Und steinalt.) Zusätzlich, und das möchte ich hier festhalten, kam Entlastung durch die Waschmittelhersteller. Die Bestände dieser pleitegegangenen Firma waren nun wohl entsorgt, dem Pulver lagen keine Säcke mehr bei. Das hat uns natürlich viel Freude bereitet. Aber wie so oft im Leben, währet die Freude bisweilen nur kurz. Es kam wie es kommen musste. Also, kurz gesagt, Garage leer, Wäschesäckchen entsorgt, bis auf das eine, das wir immer schon sozusagen wie einen Katalysator genutzt haben. UND DANN DAS: Risse! Risse im Sack! Pulver, das durchrieselt. DER WÄSCHESACK KAPUTT! Was tun? Nun bin ich ja doch noch irgendwie ins Internet-Zeitalter hineingewachsen, habe mal Kontakt mit meinem Waschmittel-Provider aufgenommen und erhielt jetzt jüngst die Antwort, dass aufgrund des technischen Fortschritts heute keine Säckchen mehr erforderlich seien, ich solle das Pulver (ach wie eklig, s.o.) wieder in die Schublade kippen… Mal ehrlich, weiß jemand Rat? Tut sich hier vielleicht eine Riesenmarktlücke auf? Lässt sich hier eine Business Case rechnen? Fragen über Fragen! Ich hoffe auf Antworten. Bitte nur ernstgemeinte Antworten. Und niwofoll! Danke.
© Ulf Runge, 2007
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also ich bin da jetzt mal langweilig pragmatisch, benutze einfach flüssiges waschmittel;-) da gibts immer so einen plastikdeckel zum einfüllen dazu… und es gibt keine ekligen pulverrückstände, auch nicht in den kleidern:-) ich will ja nicht behaupten, das sei auch eine Schweizer Erfindung, ich kenne es allerdings erst, seit ich in der Schweiz lebe:-)frohes waschen, andrea
Liebe Andrea,
ja, das Flüssigwaschmittel ist auch schon in Deutschland angekommen.
Aber ich habe gehört, dass noch Milliarden von Waschpulverpackungen entsorgt werden müssen
fröhliches wisch wasch, ulf
Wäschesäckchen? Ich meine – so jung bin ich doch auch nicht mehr, und waschen tue ich seit locker 27 Jahren. Habe nie ein Wäschesäckchen in der Packung, geschweige denn, in der Hand gehabt. Habe gerade meinen EinH gefragt, der kennt sie auch nicht.
Ich hatte irgendwann mal Waschmittel in Tablettenform, glaube ich. Wie bei der Spülmaschine, das kam direkt in die Trommel zwischen die Wäsche.
Dann gibt es noch diese Waschnüsse, die sollen sehr gut funktionieren, habe sie noch nie probiert. Schau mal z.B. hier: http://www.waschnuss.com/
Lieben Gruß und Gut-Wasch!
Barbara
Liebe Barbara,
vielleicht hätte ich die Dinger nicht Wäschesäckchen nennen dürfen, sondern Waschpulversäckchen.
Ich glaub, da muss ein Foto her
Aber nicht mehr heute…
Waschnuss?! Das ist ja interessant. Ich war eben dort auf deren Seite.
Etwas für Neurodermitiker. Da bin ich für jeden Tipp dankbar.
Schön, dass mir den Tipp gegeben hast. Aber ich frage natürlich zurück: Warum hast Du die Waschnuss noch nie probiert?
Danke und liebe Grüße, Ulf
Hallo Ulf,
doch, hatte ich schon verstanden, dass es um Pulversäckchen geht. Habe ich trotzdem noch nie etwas von gesehen oder gehört.
Warum nie probiert, die Nuss? Gute Frage. Wahrscheinlich, weil ich schon so viel “Esoterisches” erfolglos und für viel Geld ausprobiert habe, dass ich einfach keine Lust mehr auf etwas neues “Komisches” verspüre, das Geld kostet. Also frei nach dem Motto “Wat de Buer niet kennt, freer’te niet.” Die Werbung verspricht ja immer das Ultimative, das allein zieht bei mir nicht mehr.
Lieben Gruß
Barbara
Hallo Ulf,
ich kann Dir in Deinem Leid nur beipflichten und mich anschließen. Bei mir ist die Suche nach so einem vermalledeiten Säckchen gerade sehr aktuell. Ich habe auch schon, genau wie Du, ne Anfrage an die Waschmittelhersteller losgelassen. Habe zwar bisher von denen noch keine Antowrt, andererseits hab ich die ja jetzt von Dir. Mehr oder weniger.
Meine Güte, wie ich mich ekele das Waschmittel in diese Schublade zu kippen. Aber was bleibt mir (und den vielen anderen Hausfrauen und Hausmännern) als diesem Säckchen nachzutrauern. Oder ne Umfrage zu starten und die Dinger notfalls selber wieder zu produzieren. Was wäre eigentlich wenn man sich einen profanen Plastering aus dem Baumarkt besorgt und nen feinen Stoff. Daraus könnte man sich so ein Säckchen doch zur Not auch selber zusammen zimmern. Hast Du das schon mal versucht??? Ich noch nicht denn die Idee kam mir gerade erst beim schreiben.
Diese komischen Waschnüsse sind mir allerdings auch sehr suspekt. Hab sie auch noch nicht versucht. Das scheint mir Geldschneiderei zu sein.
So, dies war mein Kommentar zum Thema!
Lieben Gruß
Manu
Also Leute, ich verstehe die ganze Aufregung nicht um Wäschesäckchen und Waschmittelschublade.
Bei mir kommt das Waschmittel, ob flüssig oder in Pulverform, einfach direkt in die Maschine, einfach auf die Wäsche schütten, und gut ist.
Ihr habt vielleicht Sorgen.
Liebe Manu,
die Säckchen fehlen uns doch deshalb, weil wir geglaubt haben,
dass das Waschmittel dann “besser” ins Waschwasser kommt.
Und dass in der Schublade immer ein bisschen hängen bleibt
und dann zu diesem oft unansehlichen Zustand der Schublade führt,
ließe sich ja nach der Methode: “Ich brauche ein neues Auto, weil der Aschenbecher voll ist”
lösen.
Waschnüsse? Das ist ein anderes Thema. Habe ich auch noch nicht ausprobiert.
Liebe Grüße,
Ulf
Liebe Mo,
flüssig nehme ich nicht. Warum? Gute Frage.
Pulver. Einfach auf die Wäsche? Das wäre wirklich zu einfach.
(Könnte das eventuell die Ursache für Waschmittelflecken sein?
Irreparabel möglicherweise? Nicht auszudenken.)
Sorgen, ja. Auf sehr hohem Niveau
Liebe Grüße,
Ulf
Lieber Ulf,

irgendwie ahnte ich schon, der Hinweis auf mögliche Waschmittelflecken kommt bestimmt.
Allerdings vermutete ich, dieser käme eher von einer Frau.
Ich wusste ja nicht, dass auch Männer sich so bewusst mit Waschmittelflecken auseinandersetzen.
Männer kümmern sich doch sonst auch nicht um eher belanglose Dinge…hehe .
Welch liebevolles Vorurteil, ich weiß ich weiß.
Lieber Ulf,da ich aber lese,Du bist in Sorge,diese Flecken könnten bei einer direkten Waschmittelgabe auf die Wäsche auftreten,möchte ich Dir hier und jetzt versichern – ich habe alles unter Kontrolle.
Liebe Mo,
Waschmittelflecken sind die Angst eines jeden Wäschewaschers, einer jeden Wäschewäscherin.
Und es stimmt. Männer kümmern sich eher um weniger belanglose Dinge.
Ich überlege immer noch, ob ich was zur Europameisterschaft schreiben soll.
Das Thema ist absolut nicht belanglos. Und bringt Clicks. Viele Clicks.
Im Gegensatz zu Waschmittelsäckchen…
Schön, dass DU alles unter Kontrolle hast, mit den Waschmittelflecken.
Aber hilft mir das?
Liebe Grüße
Ulf
Liebe Barbara,
kann es sein, dass ich Deinen Kommentar seinerzeit unkommentiert ließ?
Wahrscheinlich, weil ich nichts zu ergänzen wusste.
Und da frage ich mich: Muss ICH immer das letzte Wort haben?
Und um Dich zu beruhigen: Ich habe die Waschnuss auch noch nie ausprobiert.
Aber das will nichts heißen. Irgendwann mache ich den Test…
Liebe Grüße,
Ulf
Hallo allerseits! Bei meiner langen und erfolglosen Suche nach Waschmittelsäckchen (schon mehrere Waschpulverhersteller angefragt, etc) bin ich auf diese Seite gestoßen. Nun sind 2 Jahre vergangen und ich wollte fragen, wie ihr diese 2 jahre ohne Waschpulversäckchen überstanden habt? Vielleicht habt ihr einen Tip für mich
Liebe Grüße!!
Anni
Liebe Anni,
die Sache ist ganz einfach.
Wir füllen das Waschmittel wieder wie früher üblich in den Schacht für den Hauptwaschgang.
Allerdings hat das Wäschewaschen etwas weniger Voodoo als früher
Liebe Grüße,
Ulf
Dass man soviel über Wäschewaschen…Wäschesäckchen….Wäschenüsse usw. diskutieren kann hat mich erheitert !!!
Gruß Maria
Liebe Maria,
das sind die wirklich wichtigen Themen, oder?
Liebe Grüße,
Ulf
mein Wäschesäckchen is auch defekt… ich überlege schon einfach einen alten Nylonstrumf übers Säckchen zu ziehen
ich bin auch keine Freundin von Waschpulver in Schublade. Gab mal Waschmitteltabs, die haben aber abgefärbt. *grrrrr* und Flüssig kommt mir nicht in die Maschine, sehr teuer bei einem 5 PersonenHaushalt. Also bleibt warscheinlich nur noch tüfteln…. Lg Irina
irgendwie passt der Film von meinen Klammern auch hierher, weiß auch nicht, wieso ich gerade hier gelandet bin JETZT….
ein schönes Wochenende