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Archiv für 11. Dezember 2007

Die Kunst, um die eigenen Künste zu wissen

11. Dezember 2007 Ulf Runge 2 Kommentare

Weihnachtsgeschenk? ...keine Idee? 006

Foto: © Gerd Altmann / PIXELIO

Leben 156 – Dienstag, 11.12.07

Es ist jetzt gut ein Jahr her, dass ich angefangen habe zu schreiben. Es ist das erste Mal, dass mich eine Muse geküsst hat und es länger bei mir ausgehalten hat.

Ich glaube nicht, dass ich unmusikalisch bin. Aber weder der Klampfenunterricht (Akkorde, sonst nichts) durch einen ehemals seefahrenden Nachbarn noch mein tiefer Wunsch, es Mr Acker Bilk nachzutun und die Klarinette zu erlernen, was ich denn sogar geraume Zeit durchhielt, haben dazu geführt, dass ich heute ein bescheidener Freizeitmusiker wäre. Irgendwann (hatte ich das nicht schon mal gesagt, damals) will ich das aber doch noch mal versuchen… Und über das Singen oder Pfeifen will ich mich hier nicht wirklich auslassen.

Ich weiß nicht, ob ich malen kann. Ich hab es nie wirklich versucht. Aber mein Rückblick auf meine Schulzeit ließe nichts erhoffen, woran andere Menschen Freude hätten, weder gegenständlich noch abstrakt. Das einzige nennenswerte malerische Kunstwerk, das ich je zustande gebracht habe, war mein Chemiebuch. Sämtliche Chemiker fanden sich als Fratzen der darstellenden Kunst wieder, auf das wesentliche reduzierte Comic-Pigs liefen von Seite zu Seite, vom Bunsenbrenner bis zum Periodensystem der Elemente fand alles Eingang in eine künstlerische Verfremdung, von der die Welt heute noch träumt, weil immer noch unveröffentlicht. Eine Öffentlichkeit, etwa in Form der Entdeckung durch meinen Vater, hätte mein Wohlbefinden wohl erheblich reduziert, temporär zumindest.

Dass ich definitiv kein Bildender Künstler bin, wird mir immer wieder klar, wenn ich mit meinen zwei linken Händen Hammer und Nagel in die Hand nehme. Kurz gesagt: Lieber 5 Stunden in der Buchhandlung oder Bibliothek verbringen als 10 Minuten im Baumarkt. Auch beim Plätzchenbacken wird mir immer wieder – durch Selbsteinsicht als auch durch beiläufige Bemerkungen noch nicht geschäftsfähiger Menschen – klar, dass meine Vanillekipferl und meine Terrassen-Plätzchen keine direkte Korrelation zu dem haben, was in einschlägigen Backbüchern bildhaft als Foto dargestellt ist.

Darstellende Kunst. Doch, das läge mir. Da fällt mir die Geschichte ein, auf dem Unteroffizierslehrgang, wo ich absolut nicht in den Matsch wollte und mit Handgranaten spielen, sondern lieber den Einakter mit mir in der Hauptrolle zum Besten gab: „Meine Brille ist weg, ich kann nichts sehen.“ Doch! Schauspielern, das läge und liegt mir im Blut, immer wieder bedaure ich, was da für ein Talent in mir verkümmert. Wobei, ein bisschen habe ich dieses Jahr auch schon versucht, mich weiterzuentwickeln: Die ersten vier Poetry Slams der vergangenen Monate haben mir eine persönliche Bereicherung gebracht, die ich nicht missen möchte. Da will ich dran bleiben.

Was bleibt? Das Schreiben. Da habe ich richtig Spaß dran gefunden. Das habe ich einfach mal ausprobiert. Und ich glaube, da werde ich nicht von lassen wollen. Und ich bin auch sehr dankbar, dass es Menschen gibt, die sich für mein Schreiben interessieren. Und mir bisweilen Feedback geben.

Das Sehen mit künstlichen Augen: Das Fotografieren. Nun bin ich ja ein Riesenchaot, der alles anfangen kann, aber nicht unbedingt zu ende bringt. Ich habe zum einen ein Riesenproblem, Ordnung hineinzubringen in das Meer von Bildern, die durch den gedankenlosen Drauflosknipsprozess entstehen: Folgeaufwände von nicht abschätzbarem Zeitaufwand. Während Papierbilder und Negative in Kartons verschwanden, für Fotoalben hat leider nie wirklich gereicht, bin ich schon höchst vergnügt, dass es heutzutage riesige Festplatten und DVDs gibt, in denen man Ordner für jedes Aufnahmedatum anlegen kann, so dass eine realistische Chance gegeben ist, ein Bild mal wiederzufinden. Zum Fotografieren gehört zuerst einmal Talent, das ich wahrscheinlich nur in geringem Maße besitze, aber irgendwann auch eine entsprechende Ausrüstung. In diesem Jahr bin ich auf die Sammlungen von drei Fotografen und Fotografinnen gestoßen, die ich den Leserinnen und Lesern dieses Blogs gerne ans Herz legen möchte:

Blumeneck: An diesen Bildern kann man nicht vorbei, Natur und Architektur pur!

Lichterpunkt: Christine Trewer: Tierfotos, Köln und Landschaften (leider sieht man wegen Umbauarbeiten derzeit nur ganz wenige dieser ausgezeichneten Fotos).

Und gestern habe ich die fesselden Foto-/Text-Arrangements von Barbara Brocke auf ihrem Brocara-Portal zum ersten Mal gesehen.

Ich wünsche viel Spaß beim Verweilen mit diesen Bildern!

© Ulf Runge, 2007

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Rätsel: 370? – Wer knackt es? – Stand: 11.12.07 20:56

11. Dezember 2007 Ulf Runge 24 Kommentare

Immer diese FragerEi ... ;-)

Foto: © berwis / PIXELIO

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,heute stelle ich eine Frage, die nur aus einer Zahl und einem Fragezeichen besteht: 370?

Achtung: 12.12.07 06:18 – Ich frage jetzt nach 341?

13.12.07 Null Uhr Irgendwas – 235?

Was ist das für ein Rätsel?

Und aufgepasst! Die Rätselfrage wird sich im Laufe der Antwortversuche verändern… :-)

Viel Spaß!

Und nun: Wer knackt das Rätsel?

 

© Ulf Runge, 2007

P.S.: Das Rätsel wurde gelöst am 14.12.07 – gesucht war das Ereignis des 10.000sten Clicks auf meinem Blog…


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Kategorien:Einwurf, Odds'n'ends Schlagworte:

Gesundheit? Nein, WemahnGes-wiGes!

11. Dezember 2007 Ulf Runge 6 Kommentare

Straßenbahn

Foto: © rolibi / PIXELIO

Leben 155 – Dienstag, 11.12.07

Mein Gegenüber niest. Die üblichen Nahverkehrsbazillen fliegen durch die Luft. Was einen nicht tötet, macht einen stark, denke ich so bei mir.

Gesundheit-sagen-erzogenerweise setze ich zu „Gesundheit!“ an, will dem – wildfremden – Herrn gegenüber von mir meine Anteilnahme ausdrücken. Doch gerade noch rechtzeitig unterdrücke ich alle akustischen Funktionalitäten meines Klangkörpers, ertappe mich, wie ich ihm unsichtbar zunicke, aber er guckt gar nicht hin, niemand guckt hin, niemand hat meinen Fast-Faux-Pax bemerkt.

Man sagt heute nicht mehr „Gesundheit!“. Man wünscht der anderen Person nichts Gutes, besser gesagt, man zeigt es nicht und sagt es nicht.

Man tut nichts. Man ignoriert, dass das Gegenüber nicht genügend Beherrschung hatte, dass er alles in die Umwelt rausgeschleudert hat, was er so an Viren- und Bakterien-Mix zu bieten hat. Man stellt diese Person aber auch nicht in aller Öffentlichkeit mit einem verbindlich-unverbindlichen „Gesundheit!“, das eigentlich „Reiß Dich mal zusammen, bist nicht alleine hier, will nicht auch noch krank werden!“ heißen müsste, bloß. Bloß gut, dass man neuerdings nicht „Krankheit!“ sagt, um seine Mördergrube zu erleichtern.

In Gedanken werde ich zukünftig sagen: „WemahnGes-wiGes!“ Falls es mir dann doch mal laut rausrutscht, werde ich mich dann als heimlicher „Gesundheit!“-Sager outen, weil „WemahnGes-wiGes!“ steht für:

Wenn man heute noch Gesundheit sagte, würde ich Gesundheit sagen!“

© Ulf Runge, 2007

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ADVENTSKALENDER – Di 11.12.07 – Die vierte Kerze

11. Dezember 2007 Ulf Runge 5 Kommentare

Di 11.12.07

Wenn’s Kerzlein fragt: „Komm ich denn nie dran?
Warum denn nur zünd’t keiner mich an?“
Weil’s Vierte ist bloß!
Muss bleiben so groß,
Die Kerze: „Ich bin nicht Jens Lehmann!“

Hinweis: Der deutsche Männerfußball-Nationaltorwart Jens Lehmann wird bei seinem Verein zugunsten eines anderen Torwarts nicht aufgestellt. Vermutlich fühlt sich die vierte Kerze auf dem Adventskranz deshalb ähnlich zurückgesetzt wie er.

 

© Ulf Runge, 2007

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