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Archiv für 14. November 2007

etzte eldung: treik der roßbuchstaben

14. November 2007 Ulf Runge 12 Kommentare

eben 130 – ittwoch, 14.11.07

ie soeben bekannt wurde, gehen die roßbuchstaben ab sofort in einen unbefristeten treik. hre orderung nach einer um 31% größeren chreibweise wurde vom uden-erlag kategorisch abgelehnt, um den leinbuchstaben, onderzeichen und insbesondere dem szet keinen nlass zu geben, selber eigene chreibweisen zu fordern.

icht einmal der rsatz der streikenden roßbuchstaben durch leinbuchstaben wurde von den organisierten roßbuchstaben akzeptiert. atürlich hofft der uden-erlag auf STREIKBRECHER, denen ein eigener eichensatz versprochen wurde, sogar der rbeitstitel LUCKY STREIK ist aktuell in bstimmung mit einem nicht näher genannt werden wollenden igarettenhersteller.

atürlich geht jetzt die ngst um, dass die onsonanten sich nicht mehr an den etriebsfrieden halten wollen, und so kommt es, dass in wenigen ekunden die sogenannten utturale, also das l und das r in einen arnstreik treten wollen. enn das passieen sote, dann kann man nu sagen, gute acht, iebes eutschand.

ü den mogigen ag woen einige ageszeitungen nicht meh escheinen, wei die esbakeit nicht meh gewäheistet sei. auig, auig, dass es est so wei kommen musste. i weden ie auf dem aufenden haten…

© lf unge, 2007

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Hallo RPR1

14. November 2007 Ulf Runge 4 Kommentare

Leben 129 – Mittwoch, 14.11.07 

Wohin Radiohören führen kann, hat mir vor kurzem ein guter Freund erzählt: 

„Hallo RPR1!“ ruft eine Stimme aus dem Radio. Gleich werden die wieder was erzählen, dass man 10.000 Euro gewinnen könne, oder auch 20, sogar 40.000, es sei ganz leicht, man müsse sich am Telefon nur mit „Hallo RPR1!“ melden.  

Statt der üblichen Begrüßung „Hallo! Hier Meier! Wer ist da?“ – sorry, liebe Familien, die „Meier heißen – oder „Hier Rattatattablablabla GmbH! Ich bin Rudi Ratlos. Was kann ich für Sie tun?“ zukünftig nur noch „Hallo RPR1!“ Zumindest, wenn die in der Leitung sind. 

Gleich also werden die das wieder im Radio runterbeten, und gleich werden mich wieder hoffnungsfrohe Augen anschauen, die mir sagen „Ein Pferd, ein eigenes“ oder „Ein großes Haus mit einem Kaninchenstall“. 

„Mach was!“ sage ich dann zu mir, „Nutz’ die Gunst der Stunde“. 

Wir halten Familienrat. An beide Sprechstellen in der Wohnung kommt ein Zettel mit „Hallo RPR1!“. Der Begrüßungstext unserer Handys wird entsprechend angepasst. Wir informieren alle Freunde, dass sie bitte nicht auflegen mögen, wenn wir uns mit unserem neuen Familiennamen nennen. Selbst das Faxgerät wird sich künftig so melden, bevor es seine Tütelüts in die Welt ausschickt. 

Der Anrufbeantworter! Wir sprechen folgenden Text auf: „Hallo RPR1! Supertoll dass Ihr hier anruft. Megageile Musik und so, alles obercool und rattenscharf, was Ihr da in den Äther bringt. Unsere Kontonummer lautet: …“ Und dann folgen die Daten unserer Bankverbindung. 

Kürzlich hat Radio Grufti angerufen. Man, was waren die sauer, als unser AB dran war. Wir hätten jetzt eine Kaffeefahrt nach Wanne-Eickel gewonnen, wenn wir uns richtig gemeldet hätten. Das hat natürlich den homo technicus in mir auf den Plan gerufen. 

Seitdem läuft unser Computer Tag und Nacht. Hört Radio. Parallel auf 20 Frequenzen. Genau die Sender, auf denen gerade Gewinnspiele unterwegs sind. Wann immer dort die Rede ist von „Wollen wir doch mal sehen, ob jemand zu Hause ist“ oder „Rufen wir jetzt mal Familie K. aus F. bei B. an“, startet die Eskalation: Ohne weiteren zeitlichen Verzug wird eine SMS an alle angeschlossenen Handys geschickt, welcher Sender vermutlich gleich anrufen wird. Für die Daheimgebliebenen ertönt zunächst eine 80 Dezibel-Warnsirene, auf die dann Lautsprecherdurchsagen in allen Wohnräumen folgen, etwa so: „Achtung, Achtung, wir melden uns jetzt mit ´Hallo, Pipapo-Radio!` – Achtung, Achtung, wir melden uns jetzt mit ´Hallo, Pipapo-Radio!`“ 

An Nachtruhe war dann in der Folgezeit nicht mehr zu denken, da in einem weiteren Schritt auf dem Weg zur ersten Million nun auch weltweite Radiogewinnspiele mit einbezogen wurden. So war eine gleichmäßige Auslastung von PC und Telefon am Tag und in der Nacht sichergestellt. 

Unseren Familienverbund haben wir inzwischen aufgelöst, Pferd und Haus mit Kaninchenstall sind unwichtig worden, und die Anwälte haben gute 10.000 Euro an uns verdient.  

Also Vorsicht, wenn es das nächste Mal heißt: „Hallo RPR1!“ 

© Ulf Runge, 2007

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