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Leben 73 – Dienstag, 04.09.07 – Vom Vorlesen und Kopfschütteln

4. September 2007 17 Kommentare

Bisweilen lese ich gerne mal was vor. Bisweilen etwas selbst Geschriebenes. Mitunter aber auch etwas von anderen.

Prominenterweise sehr gerne etwas von Axel Hacke. Aus seinem Standardwerk für eine Vierer-WG („Ich“, sein Frau Paola, sein Sohn Luis und der Kühlschrank Bosch). Aus diesem Meisterwerk autobiografie-affiner Kurzgeschichten mit dem Titel „Das Beste aus meinem Leben“, trage ich besonders gerne die Geschichten vor, die sich mit „Bügäln“ und „Sexbomb“ beschäftigen. Wer sie kennt, weiß warum. Wer sie nicht kennt, dem sei dieses höchst unterhaltsame Lese- und Vorlesebuch wärmstens anempfohlen. Weitere Infos unter www.axelhacke.de. Und wenn man die Texte dann irgendwann auswendig kann: Axel Hacke tourt auch durch das Land, liest selber vor. Hingehen und zuhören! Wunderschön.

Oder auch mal etwas von Nils Heinrich, etwa aus „Vitamine sind die Besten“. Mehr unter: www.nils-heinrich.de. Er liest und spielt Gitarre und singt dazu. Höhepunkt des Abends ist sein Zungenbrecher-Rap „Fischers Fritz fischt frische Fische“. Hier der Video-Clip, aber Achtung, das ist total SCHRÄG: http://youtube.com/watch?v=aljrK5iBpYE.

Ja, und in jüngster Zeit lese ich auch gerne mal was vom Kopfschüttler vor. Unter www.kopfschuettel.de gibt es dort sehr gelungene Dialoge aus dem Leben zu zweit. Wobei ich hierbei doch gewisse Grenzerfahrungen beim Vorlesen mache. Es gibt einen Teil der Bevölkerung, der es zumindest begrüßen würde, wenn sozusagen mal eine Kopfschüttlerin unterwegs wäre, die Brille der Frauen aufzusetzen, und mal die andere Hälfte der Menschheit lachen zu lassen.

Ja, und der Kopfschüttler möge mir verzeihen, und ich glaube er hat so viel Humor, dass ich einmalig und nur für heute, die Kopfschüttlerin bin. Und der männliche Teil der Bevölkerung? Auch hier hoffe ich auf Absolution.

Vorab empfehle ich noch die heutige Lektüre des Kopfschüttler-Blogs, „Zwanzig Minuten, Liebste“: http://www.kopfschuettel.de/2007/09/03/zwanzig-minuten-liebste/.

Nur noch zehn Minuten, Liebste

[Ich liege schon seit einer halben Stunde wach, weil ich weiß, er muss heute früh raus, da will ich ihm helfen beim Aufstehen, gleich wird sein Wecker klingeln. Es ist 4:30 Uhr.]

„Bist Du auch schon wach?“
„Ja, Du auch?“

„Ich kann da nicht schlafen, wenn Du früh raus musst. Da werd` ich einfach früher wach.“
„Das ist lieb. Ich steh´ auch gleich auf, dann hast Du wieder Deine Ruh´.“

„Bist Du wieder eingeschlafen?“
„Ja, beinahe, aber gleich klingelt mein Wecker.“

„Du kannst ja auch schon jetzt aufstehen. Es sind ja nur noch drei Minuten.“
„Ach gönn‘ mir doch die paar Sekunden.“

[Schnarchen. Sein Handy klingelt. Nervig, dieser Ton. Aber er braucht das. Er stellt den Ton ab. Schnarchen.]

„Du Dein Handy hat geklingelt.“
„Wie? Ach ja. Ich muss ja raus. Wichtiges Meeting heute. Wie spät ist es denn? 4:37 Uhr. Weißt Du was, ich stell den Wecker noch mal auf 4:52 Uhr. Okay?“

„Hauptsache, Du machst dann Ernst.“

[Schnarchen. Sein Handy klingelt. Immer noch nervig, dieser Ton. Er lässt es klingeln. Ich schüttle ihn, bin hellwach.]

„Du musst aufstehen. Dein Handy klingelt. Stell es bitte ab! Hörst Du? DEIN HANDY KLINGELT!“
„Uh! Aber das habe ich jetzt gebraucht. Weißt Du, der Termin ist unwahrscheinlich wichtig für mich, da muss ich ausgeruht hin!“

„Okay, dann steh jetzt auf, dann kannst Du Dich in aller Ruhe vorbereiten.“
„Ich bin so kaputt! Ich glaube, ich brauch noch mal ne Runde.“

„Ist nicht wahr, oder? Raubst mir die Nachtruhe und dann stehst Du nicht auf.“
„Ich hab Dich doch nicht geweckt. Du warst doch schon wach.“

„Sag mal, wann ist denn Dein Termin?“
„Um halb Elf.“

„UM HALB ELF? Bist Du noch ganz okay? Stellst den Wecker auf halb Fünf, um ausgeruht zur Mittagszeit in einem enorm wichtigen Meeting zu sitzen? Mach was Du willst!“

[Schnarchen. Mein Wecker klingelt. Es ist 6:00 Uhr. Kein Auge mehr zu getan. Neben mir werden die gesammelten Waldbestände Mitteleuropas zersägt. Ich gehe ins Bad. Ich bin kaum drin, als ein völlig aufgelöstes Nachtgespenst die Badezimmertür aufreißt und mich fassungslos anstarrt.]

„Warum hast Du mich nicht geweckt? Weißt Du, was das für mich bedeutet? Meine ganze Vorbereitung ist im Eimer. Ich muss mich mental vorbereiten auf diesen Termin. Wann bitte soll ich das jetzt machen?“

Kopfschüttlerin-Kopfschüttel ;-)

© Ulf Runge, 2007

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