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Leben 72 – Montag, 03.09.07 – Für wen wir singen

3. September 2007 2 Kommentare

Unter http://www.huesch.info/huesch08.html findet sich ein Dialog aus dem Jahre 2005, auf den ich bei der Recherche für diesen Text gestoßen bin.

Da fragt jemand nach einem Text von Hanns Dieter Hüsch. Und jemand anderes hat zwei Tage später die Antwort auf die gestellte Frage, eine Antwort die hinsichtlich des geschriebenen Textes entmutigen muss (vergriffen), aber bezüglich des Live-Mitschnitts Hoffnung macht. 1996 ist die Aufnahme aus den 60ern auf CD erschienen.

Ich empfehle, vor dem Weiterlesen dieses Beitrages, den obigen Link anzuclicken, nach „für wen wir singen“ zu suchen und die Frage vom 6. Juli 2005 und die Antwort vom 8. Juli 2005 durchzulesen.

Worum geht es?

Ich kann nicht sagen, dass ich mit meinem Vater immer der gleichen Meinung war. Wir haben uns viel aneinander gerieben, diskutiert. Ich erinnere mich aber noch sehr gerne daran, dass wir mit ständig steigender Begeisterung, bis zum geht nicht mehr, eine Aufnahme von Franz Josef Degenhardt, Hanns Dieter Hüsch, Wolfgang Neuss und Dieter Süverkrüp gehört haben. Unter dem Namen Quartett 67 gaben sie „Für wen wir singen“ zum Besten, ein exzellentes kabarettistisches Werk, bei dem ich mich u.a noch gerne an folgende Passage erinnere: „Ihr Friseur hat sich wohl den Arm gebrochen. Ich kann Sie gerne zum Friseur fahren.“ Das ganze als Anspielung auf die Tatsache, dass so mancher Erwachsener abfällig den Begriff „Langhaariger Penner“ für Jugendliche gebrauchte, so sie denn mit den Kurzhaarschnitten nichts mehr am Hut hatten.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob mein Vater und ich diese Persiflagen aus dem gleichen Blickwinkel interpretierten und aus dem selben Grunde lustig fanden, aber egal, wir hatten hier etwas, was wir gemeinsam genossen.

Der Text hierzu ist unter dem Titel „Da habt ihr es! – Stücke und Lieder für ein deutsches Quartett“ als Taschenbuch im rororo Verlag erschienen. Mein Exemplar ist entweder verschollen oder aus Platzgründen (derzeit unauffindbar) ausgelagert. Schade.

Als Ergebnis meiner Recherchen habe ich die oben erwähnte CD umgehend bestellt, so dass ich hoffentlich in wenigen Tagen diesen akustischen Leckerbissen genießen kann und mich zurückerinnern. Schön, dass es Verlage gibt, die solche Perlen der Sprachkunst noch Jahre später verlegen.

20 Jahre später, überraschend und bezüglich der durchschnittlichen Lebenserwartung von Männern viel zu früh, ist mein Vater gestorben.

Nochmal 20 Jahre später ist heute.

© Ulf Runge, 2007

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