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Leben 61 – Donnerstag, 23.08.07 – Stadt, Land, ohne Fluss

„Komm, wir spielen was!“
„Was sollen wir spielen?“

„Hm, Uno? Rommé? Eine Patience legen? Was meinst Du?“
„Ich weiß nicht.“

„Stadt, Land, Fluss?!“
„Ja, okay, aber ohne Fluss!“

„Ohne Fluss? Warum das denn?“
„Oh, ich kenn doch keine.“

„Du kennst doch den Rhein. Die Donau. Den Neckar. Die Elbe.“
„Und die Alster. Da kommt doch immer diese Sendung mit den Kindern vom Alstertal.“

„Gut. Was Du schon alles weißt. Also mit Fluss!“
„Nö, ohne.“

„Also gut, ohne Fluss.“
„Ich hol was zum Schreiben.“

 

„Also, welche Begriffe raten wir?“
„Stadt, Land, Tier, Pflanze, Beruf!“

„Und Automarke?“
„Nö, oder kennst Du eine Automarke mit `X`?“

„Wer fängt an?“
„Ich. Aahhhh.“

*Sekunden des Wartens vergehen*

„Stopp!“
„D!“

„D. Okay.“

*Nur die Stifte sind zu hören*

„Fertig! Düsseldorf.“ „Dortmund. Jeder 10 Punkte.“

„Dänemark.“ „Deutschland. Jeder 10 Punkte.“

„Dachs.“ „Dachs, habe ich auch. Jeder 5 Punkte.“

„Distel.“ „Gut, mir ist da nichts eingefallen. Du hast 20 Punkte.“

„Dachspfleger.“ „Dachspfleger? Ist nicht Dein Ernst!“

„Mir ist nichts anderes eingefallen. Was hast Du denn?“ „Dachdecker. Also gut, jeder 10 Punkte.“

„Und wieviel hast Du? Ich hab‘ 55 Punkte.“ „35 Punkte. Ich mach‘ weiter. Aahhhh.“

„Stopp!“ „Das war zu schnell!“

„Wo bist Du?“ „Noch bei A. Aahhhh.“ *

*Warten*
*Warten*
*Warten*

„Stopp!“ „A!“

„Nö, oder?“ „Doch!“

„Also A.“

*Nur die Stifte sind zu hören*

„Fertig!“ „Oh, manno! Ich hab‘ keine Stadt.“

„Augsburg. Ich bekomme 20 Punkte.“

„Andalusien.“ „Das ist eigentlich kein Land, sondern eher so etwas wie ein Bundesland, aber ich lass es mal gelten. Argentinien. Jeder 10 Punkte.“

„Ameise.“ „Affe. Jeder 10 Punkte.“

„Ahorn.“ „Ahorn, witzig, habe ich auch. Jeder 5 Punkte.“

„Ameisenpfleger.“ „Wie bitte, Ameisenpfleger? Und warum nicht Ahornpfleger? So macht das keinen Spaß!“

„Und was hast Du?“ „Astronaut. Okay. Jeder 10 Punkte.“

„Und?“ „Was und?“

„Wieviel Punkte?“ „55, zusammen 90.“

„Ich hab‘ jetzt auch 90. Ich mach weiter. Aahhhh.“

*Warten*

„Stopp!“ „Q!“

„Nö, oder?“ „Doch komm, wir versuchen es mal.“

*Nur die Stifte sind zu hören*

„Und fällt Dir noch was ein?“

„Nö, dann vergleichen wir mal. Ich habe Quedlinburg.“ „Da hab`ich nichts. Kriegst Du 20 Punkte. Land habe ich auch nicht.“ „Dann kriegt keiner `nen Punkt. Hast Du ein Tier?“

„Qualle!“

„Hihi, habe ich auch. Jeder 5 Punkte.“

„Pflanze habe ich nicht.“

„Ich auch nicht, ist auch blöd mit dem `Q`.“

„Und was hast Du als Beruf?“

„QUALLENPFLEGER!“ „QUALLENPFLEGER? Das habe ICH doch!“

:-)

Hinweis: Die Idee, mal so einen Dialog zu gestalten, habe ich freundlicherweise vom „Kopfschüttler“ abgeguckt, der seine Dialoge mit seiner Liebsten regelmäßig zur Freude seiner stetig steigenden Fangemeinde unter http://www.kopfschuettel.de/ veröffentlicht. Da es ist nicht mein Erzählstil ist, soll mein Beitrag hier als Werbung für den Kopfschüttler verstanden sein, nicht als Ideenklau.
Anmerkung 1: Es hat Spaß gemacht, mal einen anderen Stil zu adaptieren.
Anmerkung 2: Was offen bleibt, ist die Antwort auf die Frage, spielt die Mutter oder Vater mit der Tochter oder dem Sohn. In dieser meiner Geschichte ist das wirklich unerheblich.

© Ulf Runge, 2007

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  1. ninapaulsen
    25. August 2007 um 21:15

    Lustig!
    Frei erfunden? Gut gemacht!

    Für mich haben übrigens eindeutig die ganze Zeit Vater und Sohn gespielt! :)

    Und zum Thema Stil-Adaption: Vollkommen legitim! Besonders, wenn es so hervorragend funktioniert. Alles ist doch sowieso intertextuell, wenn du mich fragst. Mal ganz offensichtlich, mal weniger. Du kannst das Rad sowieso nicht neu erfinden, alles gab es irgendwie irgendwo schonmal. Nimm’ eine gute Idee mit, wenn sie dir begegnet! ;-)

  2. Ulf Runge
    26. August 2007 um 00:19

    Danke, Nina.

    Nicht ganz frei erfunden.

    Soso, Vater und Sohn…
    Da die Geschichte nicht geschlechtsspezifisch ist, hast Du wahrscheinlich recht. Oder auch nicht ;-)

    Das mit den guten Ideen: Zunächst staunt man, was andere so machen, und auf einmal ertappt man sich dabei, dass es einem Spaß macht, so etwas nachzuempfinden.

    Liebe Grüße,
    Ulf

  3. 26. August 2007 um 01:02

    Hallo ihr beiden, ich hab das mit meinem Vater auch immer -sehr gern- gespielt- und konnte es total nachempfinden, vor allem das mit dem “Q” usw. Also für mich waren es Vater und Tochter, die da spielen…:-)
    Und Ulf, man MERKT, dass es Dir Spass gemacht hat, das zu schreiben. lgr Andrea

  4. Ulf Runge
    26. August 2007 um 17:56

    Ja, Andrea, das ist einfach ein schönes Spiel, das man auch fast immer fast überall spielen kann.
    Soso, Vater und Tochter meinst Du? Wer weiß, wer weiß, ..?
    Ja, den Spaß beim Schreiben, den hatte ich wirklich.
    Liebe Grüße,
    Ulf

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