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Archive for 15. August 2007

Intermezzo 15.08.07 01:00

Liebe “Leben”s-freundinnen und -freunde,

nach 55 Beiträge “Leben” habe ich beschlossen – Er macht Schluss? Er hört auf? – Nein! Habe ich nicht. Also, ich finde, es ist an der Zeit, auch einfach so mal einen Beitrag hier einzubringen, weil irgendetwas anliegt. Was vielleicht nur für kurze Zeit von Bedeutung ist. Aber was mir einfach am Herzen liegt. Und nicht unbedingt in die Reihe meiner Schreibexperimente gehört.

Heute möchte ich mich mal bedanken. Und zwar bei Renate Blaes, auf deren zwei Blogs ich eh’ schon hier verlinkt habe. Wir sind uns irgendwo virtuell über den Weg gelaufen und sie hat mir Mut gemacht bei meinen Schreibversuchen.

Ihre Blogs, insbesondere wenn es um das Thema “Gruftis” geht, sind ausgesprochen lesenswert und sie schart eine – teilweise überwiegend weibliche Community um sich herum, die einen sehr angenehmen Umgang miteinander pflegt. Ich empfehle allen, die etwas Außergewöhnliches suchen, ohne Schnickschnack, frei von der Leber, da mal reinzuschauen. Kurzweilige und oft genug tiefgehende Beiträge wechseln einander ab, das Lesen der Kommentare bringt zusätzlichen Genuss!

Dies musste mal gesagt werden und ich bedanke mich sehr bei Renate für ihre fördernden Aktivitäten. Dazu gehörte gestern eine aktive Werbekampagne für meinen Blog, die ich hiermit sehr gerne ewidere.

Dies wird nicht das letzte Intermezzo sein. Aber niemand als Renate hätte das erste verdient.

Hier die Links auf ihre Blogs:

Genug der Worte. Jetzt wird geclickt!

Viele Grüße und lasst Euch gut linken,
Ulf

P.S. Renate hat kein Kommentar-Monopol bei mir ;-)

 

© Ulf Runge, 2007

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Leben 55 – Mittwoch, 15.08.07 – Poltergeist

Missverständnisse sind unser tägliches Schicksal. Darüber habe ich in meinem gestrigen Beitrag „Der Pinkler“ berichtet. Hier noch eins drauf. Wahrscheinlich war das jetzt zu Schildernde auch der Anlass, warum ich die gestrige Geschichte endlich „zu Papier“ gebracht hatte.

Mich muss man sich vorstellen als immer ausgeglichen, die Ruhe selber, immer freundlich, höflich. Nicht wirklich! Oder? Also, auch ich bin bisweilen weniger gut drauf, bin dann nicht gerade ein Lichtlein für meine Umgebung.

Endstation. Der Zug ist eingefahren. Ich schreibe gerade noch die letzten Zeilen zu Ende. Die meisten Fahrgäste sind schon ausgestiegen. Ich fahre meinen Laptop runter. An mir poltert, ja so war es, er ist gepoltert, sonst wäre ich danach vielleicht etwas gelassener gewesen, also an mir poltert ein Bahnmensch vorbei, vom Aussehen her fahrendes Personal, Zugbegleiter oder Lokführer, ist auch egal. Bleibt am Schaltschrank stehen, dreht mit einem Vierkantschlüssel wichtig daran herum, schaltet das Licht aus. Rauswurfstimmung, wie in der Kneipe. Polizeistunde.

Ich habe meine sieben Sachen beieinander und mache mich auf den Weg zur Tür, lasse noch einen wohltuend andersartigen anderen Bahnmenschen vorbei, der emsig, aber total unpoltrig, die Müllbehälter leert, Bonbonpapier, Zeitungen und Flaschen einsammelt, sich mit einem freundlichen Lächeln bedankt, weil ich ihn vorbeilasse.

Am Ausstieg versucht eine weitere Spätaussteigerin den Druckknopf zu bedienen, aber er leuchtet nicht, d.h. man kann gar nicht raus. Ich gehe an ihr vorbei, in den nächsten Waggon, da ist das Licht am Druckknopf auch schon aus, die Tür bleibt zu.

Aber hallo, denke ich, jetzt mal ganz schnell hinterher hinter dem Lichtausknipser und Türenzuschließer! Da wirst Du mir nichts Dir nichts eingesperrt, wenn Du nicht aufpasst, denke ich, und haste dem Poltergeist hinterher.

Ob man denn auch noch aussteigen könne, bevor er denn alle Türen abschließen würde, frage ich ihn. Ärgerlich schaut der Poltergeist mich Störenfried an. Und brummt mich ziemlich laut zu mir zurück: Dann steigen Sie doch aus!“ Sieht dabei auf die Tür. Die Tür auf der anderen Seite.

Die Tür auf der anderen Seite? Der Druckknopf leuchtet. Ich drücke. Die Tür öffnet sich. Ich hätte ihm jetzt erklären können, dass ich mich wohl in der Seite vertan habe, dass das Missverständnis natürlich bei mir liege, dass ich mich entschuldigen wolle. Aber ich beschließe, diesem Poltergeist seine schlechte Laune und seine miese Meinung über mich zu lassen.

Gut gefühlt habe ich mich dabei dann aber trotzdem nicht. Nächstes Mal passen wir also mal wieder auf, wo die Ausstiegsseite ist. Dann gibt’s nicht noch mal so ein Missverständnis. Aber ganz bestimmt ein anderes…

© Ulf Runge, 2007

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